
![]() 17.04.2011 - zum Strategischen Plan Rotarys Beitrag des Rotary Müttergesundheitsprojekts Nigeria 2005-2010von Robert Zinser
Der Strategieplan für 2010-2013 von Rotary International ist ein erfrischend einfacher, aber dennoch umfassender Ansatz, um Rotary stark und dynamisch für die Zukunft zu machen. Aufgeteilt in drei strategische Prioritäten fordert er:
Dabei sind alle drei Punkte untrennbar miteinander verbunden, und die Erreichung eines Punktes ist abhängig von den jeweils anderen beiden. RIP 2010-2011 Ray Klinginsmith beschreibt diese gegenseitige Abhängigkeit sehr anschaulich: „Ohne starke Clubs ist Rotary nicht in der Lage, vorbildliche Serviceprojekte anzubieten und umzusetzen, und ohne bedeutende Serviceprojekte können Clubs ihre Mitglieder nicht halten bzw. keine neuen Mitglieder gewinnen.“ Außerdem benötigt Rotary „die Unterstützung von Partnerorganisationen und auch Regierungen, um größere Serviceprojekte durchführen zu können, die wiederum die Clubs stärken.“ International bekannt geworden ist Rotary durch das PolioPlus Programm, doch darauf kann sich Rotary nicht ausruhen. Der Erfolg Rotarys basiert auf einer einfachen Formel: starke Clubs, bedeutende Serviceprojekte - nicht zuletzt auch Großprojekte in den sechs Schwerpunktbereichen der Rotary Foundation - und ein positives Image. Am 1. Juli 2010 begann die dreijährige Pilotphase des Future Vision Plans, an der 100 Distrikte teilnehmen dürfen, darunter die deutschen Distrikte 1830 und 1860. Der Future Vision Plan der Rotary Foundation hat nicht zuletzt das Ziel, die humanitären Projekte der Rotary Clubs und Distrikte auf die sechs "Areas of Focus" (Schwerpunktbereiche) zu konzentrieren. Eines dieser Gebiete, auf das sich Rotary fokussiert, ist "Gesundheitsfürsorge für Mütter und Kinder". Besonders auf diesem Gebiet gilt es für Rotary, wie für die Staatengemeinschaft, aufzuholen, da die gemachten Fortschritte beim UN Millenniums-Entwicklungsziel (MDG) 5 "Verbesserung der Müttergesundheit" unter allen MDGs bislang die geringsten sind. Dabei stimmen die Experten überein, dass die MDGs insgesamt nur erreicht werden können, wenn das MDG 5 bis 2015 erreicht wird.RIP Ray Klinginsmith forderte über die Governors die Distrikte und die Multidistrict Administrative Group 'Deutscher Governorrat' auf, Großprojekte in den "Areas of Focus" anzugehen und dabei Kenntnisse und Erfahrungen der Action Groups zu nutzen. Die Rotary Action Groups, wie die Rotarian Action Group for Population & Sustainable Development (RFPD), wurden vom Rotary Weltpräsident aufgefordert, dabei mitzuhelfen. Professionelle Großprojekte, in die Spezialwissen und Erfahrungen der Action Goups einfließen, sollen dazu beitragen, die Strategie Rotarys umzusetzen. So wie Rotary mit PolioPlus international an Ruf gewonnen hat, sollen auch bei den Areas of Focus sogenannte "Signature Projects" durchgeführt werden - Projekte, die wie PolioPlus die Handschrift Rotarys tragen. Die deutsche und österreichische Sektion der Action Group RFPD haben von 2005-2010 rund 200 Clubs aus vielen Distrikten dabei unterstützt, ein Großprojekt zur Senkung der Müttersterblichkeit in Nordnigeria durchzuführen und dieses kofinanziert. Bei Stakeholdern im In- und Ausland wird das Projekt als 'Modell' angesehen, das zum wichtigen UN Millennium-Entwicklungsziel 5 (Müttergesundheit) beiträgt und vor Ort, wie Polio, mit dem Namen Rotary verbunden wird. Das Projekt wurde nach Abschluss im April 2010 von den Regierungen der nigerianischen Bundesstaaten Kaduna und Kano übernommen. Durch das Projekt wurde u.a. die Müttersterblichkeit in den ausgewählten ländlichen Hospitälern um mehr als 50% gesenkt. Das Kernprojekt hatte einen Umfang von 1 Mio. EUR, kofinanziert vom deutschen Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), der Aventis Foundation und der International Association for Maternal and Neonatal Health. Es wurde durch rotarische Satellitenprojekte und mit Geld-und Sachspenden verschiedener StakeholderGruppen in Höhe von 1,8 Mio. USD unterstützt. Siehe auch www.maternal-health.eu. Die Ergebnisse des erfolgreichen Modells zur Senkung der Müttersterblichkeit Einführung und Verankerung der Qualitätssicherung in 10 ausgewählten Krankenhäusern, Bereitstellung des dringend benötigten medizinischen Equipments und Verbrauchsmaterial; Aufbau von zwei Fistelzentren (eines pro Bundesstaat) einschließlich Reha-Einrichtungen 1.500 Fistel Patienten wurden erfolgreich operiert (500 mehr als geplant) und rehabilitiert, viele erhielten eine Berufsausbildung und Mikrokredite zur Bestreitung des Lebensunterhalts; Ausbildung von 7 Ärzten als Fistelchirurgen und 15 Stationsschwestern in der Nachsorge; 43 Ärzte, 344 Krankenschwestern und Hebammen, 200 CHEWS (Community Health Workers) und 197 TBAs (Traditional Birth Attendants) wurden in Geburtshilfe geschult, um die Qualität der Versorgung in den zehn ausgewählten Krankenhäusern und den umliegenden Gemeinden zu verbessern Unterversorgten Hospitäler wurden eine Wasserversorgung und Solarenergie zur Verfügung gestellt (Satellitenprojekte); 24.000 Moskitonetze wurden an die ausgewählten Krankenhäuser und die umliegenden Gemeinden verteilt (Satellitenprojekt); 3.000 Spiralen (Kontrazeptiva) wurden an die ausgewählten Krankenhäuser verteilt (Spende von Bayer Schering); TBAs wurden mit delivery kits (Hygiene-Sets zur Anwendung bei Haugeburten) und anti-shock-garments (Hilfsmittel zur Komprimierung des Venensystems bei starken Blutungen) ausgestattet (Satellitenprojekt); Medikamente zur Verhinderung der Mutter-Kind-Übertragung (PMTCT) von HIV wurden an die Hospitäler verteilt (Spende von Boehringer Ingelheim) Mit einer Aufklärungs- und Bewusstseinskampagne wurde die Bevölkerung mithilfe von Radiofortsetzungsserien und Community Dialogen über Risiken traditioneller Praktiken (z.B. weibliche Beschneidung), verzögerter Geburten und mangelnder Schwangerenvorsorge sowie über Familienplanung und gesunde Ernährung informiert. Von Anfang an wurden neben der Zielgruppe auch traditionelle und religiöse Führer sowie die Regierungen der Bundesstaaten im Projektgebiet in das Projekt eingebunden und für Sachleistungen gewonnen. Scaling up des Rotary Modells Frauen, Dorfgemeinschaften, Hospitäler, traditionelle und religiöse Führer, Regierungsstellen und Stakeholder vor Ort regten an, die Nachhaltigkeit dieses erfolgreichen Projekts sicherzustellen und es auf Hospitäler eines anderen Bundesstaates Nigerias zu übertragen. Das BMZ hat in Aussicht gestellt, dafür weitere Gelder zur Verfügung zu stellen und hat das neue Projekt Ende 2010 anlässlich des Polio Plus Summit in Abuja, Nigeria, angekündigt. Mit dem Scaling up des Pilotprojekts, das hoffentlich Schule machen wird, leisten wir einen guten Beitrag zur Strategie Rotarys.
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