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Techiman, Ghana

Klinik ausgebaut

Techiman, Ghana - Klinik ausgebaut
Das Krankenhaus in Techiman kann seit Juli 2015 Mütter und ihre Babys umfassend betreuen © Emile M. Rijcken/RC Essen

Rund 6000 Kinder kommen jährlich im Holy Family Hospital in Ghana zur Welt, aber es gab nur 27 Betten. Das hat sich geändert

30.04.2016

Das Holy Family Hospital in der ghanaischen Distrikthauptstadt Techiman ist das größte Missionskrankenhaus, das der National Catholic Health Service in dem westafrikanischen Land  betreibt, und doch wieder zu klein, um alle ankommenden Notleidenden fachärztlich behandeln zu können. Das war die Lage, als Henner Krauss (RC Bad Reichenhall), Afrika-Koordinator der German Rotary Doctors (GRVD), das Hospital im Herbst 2011 besuchte. Schon ein Jahr zuvor hatte der GRVD Kontakt zu dem Krankenhaus geknüpft, dem einzigen in einem Umkreis von 100 Kilometern.

Operationen unterbrochen
Rund 6000 Kinder kommen in dem Hospital jährlich zur Welt, davon etwa 20 Prozent durch Kaiserschnitt. Doch die Station verfügte damals nur über 27 Betten, sodass die Mütter mit ihren Säuglingen auf Matratzen auf der Erde liegen mussten. Die Überbelegung beeinträchtigte die Hygiene, viele Frauen und Kinder infizierten sich. 

Es gab nur zwei OP-Säle; wegen der vielen Kaiserschnitte mussten die Ärzte andere Operationen immer wieder verschieben oder sogar unterbrechen. Der GRVD entsendete den Chirurgen Roland Eisele (RC Göppingen) nach Techiman, gemeinsam mit der Verwaltung des Krankenhauses erstellten er und Krauss einen Maßnahmenplan, geordnet nach Prioritäten. In Vorträgen warben dann Vorstandsmitglieder des GRVD in Rotary Clubs für drei Teilprojekte:

•Erweiterung der Frauenklinik mit Anschluss an eine Intensivstation für Neugeborene,

•Steigerung der Zahl der OP-Säle von zwei auf fünf samt Ausstattung,

•Kauf medizinischer Geräte für eine verbessere Diagnostik und Behandlung.

Bündelung von Clubaktivitäten 
Als Hostpartner für die Projekte erklärten sich vor Ort die RCs Sunyani Central und Techiman verantwortlich. In Deutschland fanden sich rund zehn Clubs zusammen, um die Summen für die Projekte aufzubringen. Nach einem positiven Bescheid durch die Rotary Foundation standen für die ersten beiden Teilprojekte rund 140.000 Dollar zur Verfügung. Für die Ausstattung der Frauenklinik mit Intensivstation für Neugeborene fand der RC Bad Reichenhall Unterstützung bei den RCs Freilassing-Laufen, Linz Urfahr, Lüdenscheid-Zeppelin und Bad Driburg. Der RC Göppingen stemmte auf Basis eines eigenen Global-Grant-Projekts die Finanzierung der OP-Ausstattung. In Kooperation mit dem Rotary Deutschland Gemeindienst (RDG) wurde beim Bundesentwicklungshilfeministerium in Berlin ein Förderantrag für Bauarbeiten eingereicht. Diözese und Krankenhaus unterstützen den Neubau der Frauenklinik sowie die Erweiterung des OP-Gebäudes mit 10.000 Euro.

Hospitation in Deutschland
Im November 2013 fand sich mit dem RC Willich ein verantwortlicher Club für eine Erweiterung des Ausstattungsprojekts mit einem Budget von rund 60.000 Euro. Schnell war geklärt, welche Geräte das  Hospital brauchte. Die Aktion komplettierten  die schon vorhandenen Maßnahmen aus den vorangegangenen Global Grants sowie die Bauarbeiten mit dem Geld des Bundesentwicklungshilfeministeriums.

Rotarier aus ganz Deutschland stellten für das Planen und Systematisieren der neuen Abteilungen ihr Wissen bereit. Zudem wurden über den GRVD Hos-pitationen für Fachkräfte des Holy Family Hospitals in Deutschland organisiert. 

Krankenhausverwalter Christopher Akanbobnaab ist begeistert. „Das Projekt ist die bedeutendste singuläre Investition in der Geschichte des Krankenhauses. Die Chancen, die die Investition schafft, sind unbegrenzt für das Krankenhaus, die Patienten und die örtliche Gemeinschaft.“