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Ulm/Merida

Mittendrin: Rotary New Generation Students Exchange (NGSE)

Ulm/Merida - Mittendrin: Rotary New Generation Students Exchange (NGSE)
© privat (alle Fotos)

Judith Schönle ist Teilnehmerin am NGSE-Programm und reiste nach Mexiko - eine spannende und erlebnisreiche Zeit voller neuer Erfahrungen

Peter Leinberger15.01.2018

Möglich gemacht wurde der dreimonatige Aufenthalt der Studentin (Mitte Januar bis Mitte April 2017) durch den Rotary Club Ulm (D1930) zusammen mit dem RC de Merida Montejo, Mexiko (D4200). Und das berichtet sie darüber:

Der Austausch war für mich eine sehr spannende und erlebnisreiche Zeit voller neuer Erfahrungen.

Yucatan, NGSE, Austausch
Herzlich aufgenommen - die Studentin mitten zwischen den Rotariern eines gastgebenden Clubs (links vorn)

Ich hatte mich bereits ein Jahr zuvor (Dezember 2015) für das Austauschprogramm beworben und wollte ursprünglich 2016 am Programm teilnehmen, die Vorlaufzeit von der Bewerbung bis zum tatsächlichen Austausch im Rahmen des doch noch recht neuen Programms war jedoch etwas kurz, weshalb ich mich letztendlich für eine Teilnahme im Zeitraum von Januar bis April 2017 entschied.

Nachdem mein Austauschclub, die Hospitanz-Stelle sowie meine Gastfamilie von Seiten der Rotarier recht schnell organisiert worden waren, hatte ich auch erste Kontakte mit den Rotariern sowie der Gastfamilie in Mérida, um den genauen Zeitraum nochmals persönlich abzuklären.

Ankunft

Die Ankunft nach einer knapp 20-stündigen Reise von Stuttgart über Amsterdam und Mexiko-Stadt nach Mérida, Bundesstaat Yucatán, war herzlich und ich wurde von meiner Gastfamilie am Flughafen abgeholt. Dort lernte ich auch meine direkte Austauschpartnerin (die Tochter meiner Gastfamilie) kennen, die nur 12 Stunden nach meiner Ankunft im Flieger nach Deutschland saß, um dort für drei Monate bei meiner Familie zu sein.

Die ersten Tage waren für mich auf alle Fälle eine große Herausforderung, da ich trotz meines vorangegangenen Spanischkurses an der Uni in Deutschland zunächst nicht viel verstand und somit die einfachste Alltagskommunikation schon große Konzentration erforderte. Gleichzeitig war die Tatsache, dass in meiner Gastfamilie quasi nur meine Gastschwester englisch sprechen konnte, einer der Erfolgsfaktoren dafür, dass ich innerhalb kürzester Zeit große Fortschritte im Spanischen machte.

Hospitanz-Stelle

Auch meine anfangs scheinbar gut organisierte Hospitanz-Stelle im "Gran Museo del Mundo Maya" stellte sich als neue Herausforderung dar. Denn vor Ort fand ich heraus, dass die Stelle, in der Form wie es mir im Voraus kommuniziert worden war, nicht vorhanden war, da die Leitung des Museums gewechselt hatte und die neue Direktorin mich generell nur mit großen Bedenken aufnehmen wollte.

Hier stellte meine Gastfamilie eine große Stütze für mich dar, da sie viele Kontakte in Mérida hatte und mir innerhalb einer Woche eine Hospitanz-Stelle in der Organisation Reto Emprendedor vermittelte. Reto Emprendedor ist eine Organisation, welche Unternehmensgründungen (Start-ups) im Bundesstaat Yucatán unterstützt, vorantreibt und beispielsweise mit Preisverleihungen und Workshop-Angeboten fördert. Dies war im Endeffekt ein großer Glücksgriff für mich, da mich ihre Arbeit sehr interessierte und ich hierüber Einblicke in das mexikanische System bezüglich Universität, Politik und Kultur erhielt und trotz meiner zunächst noch recht begrenzten Spanischkenntnisse auch bei den organisatorischen Aufgaben unterstützend mitwirken konnte.

Yucatan, NGSE, Austausch, Tulum
Besuche bei den steinernen Zeitzeugen auf Yucatan gehörten natürlich dazu.

Darüber hinaus lernte ich hier sehr nette, bemühte und noch recht junge Kolleginnen und Kollegen kennen mit denen ich mich anfreundete und zunehmend auch meine Freizeit verbrachte (Besichtigungen von Maya-Stätten, Konzerte, Kino, Kulturveranstaltungen in Mérida, die Teilnahme an einem 5-km-Lauf, private Geburtstagsfeiern, Strandausflüge usw...).

Yucatan, NGSE, Austausch
Die mexikanischen Rotaracter freuten sich über den Besuch aus Deutschland.

Rotaract

Auch über Rotaract lernte ich einige junge Erwachsene in meinem Alter kennen, mit denen ich oftmals auch nachmittags oder abends beziehungsweise an den Wochenenden meine Freizeit verbrachte und die mich zu verschiedenen Aktivitäten auch außerhalb von Mérida mitnahmen.

Rotary

Insgesamt lernte ich auch in Mérida drei der vier dort ansässigen Rotary Clubs kennen, da ich dort eingeladen wurde, um jeweils eine Präsentation über meine Familie, meine Freunde und mein Leben in Deutschland auf Spanisch zu halten. Während die erste Präsentation für mich noch recht schwierig vorzubereiten war, fiel es mir bei den darauffolgenden Präsentationen immer leichter, auch spontan während der Präsentation Sätze zu formulieren sowie Fragen zu beantworten.

Über den Club Rotario de Mérida lernte ich auch die YEO des Clubs, Alkaid, kennen. Sie nahm mich beispielsweise mit ein paar anderen Austauschschülern für fünf Tage auf die Insel Cozumel mit, um dort den traditionellen Karneval kennenzulernen. Vor Ort hatten wir die Möglichkeit, die Insel mit ihren wunderschönen Stränden zu erkunden sowie die weltbekannten, vor Cozumel gelegenen Riffe schnorchelnd zu entdecken.

Yucatan, NGSE, Austausch
Bildschön - die Ausflugsziele am Wochenende lagen häufig in Strandnähe...

Reisen

Die Wochenenden nutzte ich zudem oftmals dazu, den Bundesstaat Yucatán sowie die angrenzenden Bundesstaaten Campeche sowie Quintana Roo gemeinsam mit Freunden und Bekannten zu bereisen, die ich sowohl über meine Gastfamilie als auch durch Rotary, Rotaract sowie meine Hospitanz bei Reto Emprendedor kennengelernt hatte. Besonders beeindruckten mich die Maya-Ruinen von Tulum, Uxmal und Chichen Itza, die Strände und die Farbe des Meeres der Insel Cozumel, der Isla Mujeres sowie von Tulum. Aber auch die Städte Campeche, Izamal und Mérida und die wassergefüllten Grotten von Cuzamá (Cenotes de Cuzamá) gefielen mir sehr.

Gastfamilie

Da meine Gastfamilie, insbesondere mein Gastvater, beruflich meistens sehr eingebunden war, hatte ich aus meiner Sicht relativ wenig Kontakt mit ihnen. Insbesondere in den ersten Wochen erfuhr ich jedoch sehr viel Unterstützung von ihnen und auch wenn ich irgendwohin musste oder wollte wurde immer geschaut, was möglich gemacht werden konnte. Dies war für mich sehr wertvoll.

Was für mich jedoch einer der schwierigsten Teile meines Austauschs war, war die für mich oftmals nicht eindeutige Kommunikation innerhalb der Familie. So wurde mir beispielsweise in der Familie berichtet, wie gut es meiner Austauschpartnerin in Deutschland gehe und gleichzeitig bekam ich mit, wie schwierig der Umgang und Kontakt zum Teil zwischen ihr und meiner Familie in Deutschland war. Aus diesem Grund glaube ich, dass es besser wäre, wenn ein solcher Austausch in Zukunft nicht gleichzeitig und gegebenenfalls in unterschiedlichen Gastfamilien stattfinden sollte, da dann offener über Probleme und Schwierigkeiten gesprochen werden könnte.

Rückblickend war der NGSE-Austausch für mich eine unheimlich tolle Erfahrung und ich finde es beeindruckend, wie viele Kontakte ich durch diesen Austausch knüpfen konnte, wie viele wunderbare Orte und wie viel Spannendes ich aus der mexikanischen, insbesondere yukatekischen Kultur kennenlernen konnte und wie viele positive Erlebnisse ich in diesen drei Monaten hatte.

Aus diesem Grund möchte ich mich nochmals bei Ihnen allen herzlich bedanken, dass dieser Austausch durch den RC Ulm für mich möglich gemacht wurde. - Vielen Dank!

Judith Schönle

Peter Leinberger
Peter Leinberger ist Rotarier seit 1981. Präsident des RC Bruchsal-Bretten 1991/92. Studium der Pharmazie und Studium der Tiermedizin. Nach zuletzt 35 Jahren Selbständigkeit seit 2014 im Ruhestand. Noch vielseitig engagiert u.a. im Tierschutz (TVT AK 6), der Erhaltung alter Haustierrassen (G.E.H.), der Kultivierung von Kakteen (spez. winterharter) und im sozialen Bereich (Pelikan-Verein zur Unterstützung der Palliativ-Station der Rechberg-Klinik, Dr. Gaide-Stiftung). Ab Juli 2015 Berichterstatter des Distrikts 1930 für das Rotary Magazin.