Zurück Rotary Magazin MAGAZIN

Viele Straßen im Projektgebiet sind in sehr schlechtem Zustand; die Fahrt ins nächste Krankenhaus ist beschwerlich und dauert im Ernstfall oft zu lange. Deshalb werden die Traditional Birth Attendants (TBAs) in den Dörfern geschult, Hausgeburten zu begleiten und Risiken für Mutter und Kind frühzeitig zu erkennen.

Das Cottage Hospital in Amurri ist ein typisches ländliches Krankenhaus, etwa 30 km von der nächsten Stadt entfernt. In der gynäkologischen Abteilung wird mit Hilfe des Projektes ein System zur Qualitätsverbesserung eingeführt, um so die Sterblichkeit von Müttern und Neugeborenen zu senken.
Mütter warten mit ihren Kindern im Freien vor dem Krankenhaus auf ihre Behandlung; einen Warteraum gibt es nicht.

Jedes Jahr sterben etwa 287.000 Mütter weltweit an Komplikationen während der Schwangerschaft oder Entbindung; etwa drei Millionen Neugeborene sterben innerhalb eines Monats nach der Geburt. 99% aller Todesfälle von Müttern ereignen sich in Entwicklungsländern, die Mehrheit davon in Subsahara-Afrika und Südasien.

44 Prozent der Bevölkerung Nigerias sind jünger als 15 Jahre. Die Folgen der hohen Bevölkerungszunahme: in Subsahara-Afrika leben 72 Prozent von weniger als zwei US-Dollar pro Tag, jeder Dritte leidet Hunger.
Familienplanung rettet Leben: Hätten alle Frauen Zugang zu modernen Verhütungsmethoden, könnten weltweit jedes Jahr 30 Millionen ungewollte Geburten, 40 Millionen Abtreibungen und zehn Millionen Fehlgeburten verhindert werde.

Mütter mit ihren Kindern nach der Entbindung in einem Projektkrankenhaus.

In den Projekthospitälern gibt es oft große Defizite in der Ausstattung und bei den medizinischen Geräten. Zu Beginn des Projektes werden für alle Krankenhäuser Mängellisten erstellt. Anschließend werden notwendige medizinische Instrumente und Geräte bereitgestellt.

Defizite in der Hygiene sowie unzureichende Lagerungsmöglichkeiten, z. B. für Blutkonserven oder Medikamente, sind weitere Probleme, die mit dem Projekt angegangen und beseitigt werden.

Die Traditional Birth Attendants werden bei den Schulungen mit 'birthing kits' und Moskitonetzen versorgt. In den 'birthing kits' sind u.a. Handschuhe, eine saubere Unterlage und sterile Instrumente enthalten, um ein Mindestmaß an Hygiene bei Hausgeburten gewährleisten zu können. Die Moskitonetze sollen Mütter und Kinder vor der Ansteckung mit Malaria schützen.

Traditional Rulers verfolgen den Communty Dialogue (Dorfversammlung) in einem Dorf in der Nähe eines Projektkrankenhauses.
Frauen aus den Dörfern nahe Amurri, Enugu State, führen Tänze vor anlässlich der Eröffnungsfeier zum Projektstart.
Besuch beim lokalen Projektpartner CIDJAP, einer Caritas-Organisation in Enugu, die von Monsignore Prof. Obiora Ike geleitet wird.
Der medizinische Leiter des Projektes, Dr. Peter Neuner, schult Gynäkologen und Hebammen der Projektkrankenhäuser. Die Schulungen erfolgen nach dem 'train the trainers'-Prinzip, so dass das geschulte Personal ihr Wissen an ihre Kollegen weitergeben kann.
Die Vertreter des deutsch-österreichischen Projektteams, Robert Zinser und Peter Neuner, bei der Diskussion mit dem Parlamentspräsidenten von Enugu State und Monsignore Obiora Ike.