Deckel für Deckel zum Erfolg

Distrikt 1870: Bocholt – Seit 2017 setzt der Rotary Club Bocholt das Projekt „Deckel gegen Polio“ um. Mit großem Engagement und bemerkenswertem Erfolg im Kampf gegen die Kinderlähmung
Jahr für Jahr sammeln die Bocholter Rotarierinnen und Rotarier Kunststoffdeckel von Flaschen. Seit Beginn der Aktion sind bereits gut 60 Tonnen wertvolles, wiederverwertbares Kunststoffmaterial zusammengekommen. Bei einem Durchschnittsgewicht von etwa zwei Gramm pro Verschluss ergibt das rechnerisch mehr als 30 Millionen Deckel. Nachgezählt hat beim RC Bocholt niemand, aber beim Erlös wurde umso genauer hingeschaut: Gut 30.000 Euro kamen bisher zusammen. Und dieser Betrag wurde verdreifacht durch die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung – macht unterm Strich: mehr als 90.000 Euro. „Aktuell bekommen wir 80 Cent pro Kilogramm Deckel von un-serem Kunststoffverwerter. Wenn ich davon ausgehe, dass eine Schluckimpfung dauerhaft bei 20 Cent lag, so haben wir bislang bereits rund 450.000 Impfungen finanziert“, rechnet Projektinitiator Sven Henckel vor.
Ganz Bochholt sammelt …
Rückschau auf den jüngsten Polio-Tag am 24.10.: Bocholts Rotarier gehen an drei Sammelstellen erneut auf Deckeljagd und tragen ihre Aktion in die Öffentlichkeit, um sie noch bekannter zu machen. Vor zwei großen Getränkemärkten schrauben Clubmitglieder unzählige Deckel von Flaschen, bevor diese im Pfandautomaten verschwinden. Auf dem Marktplatz stehen große Big Bags, in die die Bocholter ihre Kunststoffdeckel entsorgen und so für einen noch größeren Erfolg für „Deckel gegen Polio“ sorgen können.

„Nicht nur das Engagement unserer Clubmitglieder und das von deren Partnern ist hervorzuheben. Es sind vor allem die vielen Bocholterinnen und Bocholter, die das ganze Jahr über Deckel sammeln, um sie zu den Sammelstellen zu bringen. Ohne das Engagement der Bürger wäre ein solcher Erfolg undenkbar. Deshalb hier ein großes Dankeschön an alle, die ,Deckel gegen Polio‘ stützen“, betont Henckel.
… und informiert sich
„Dass Polio überhaupt noch ein Thema ist, hätte ich nicht gedacht.“ Solche oder ähnliche Reaktionen von Kunden der Getränkemärkte hört Joachim Schüling am Polio-Tag des Öfteren. „Dieses Erstaunen zeigt, wie wichtig die Aufklärungsarbeit und diese Spendenaktion noch immer sind“, unterstreicht der am-tierende Präsident des Clubs – und dreht den nächsten Deckel von einer Wasserflasche.
Distrikt 1870 in Kürze: Medizinische Hilfe mobil
Das „Pflastermobil“ versorgt in Mönchengladbach obdach- oder wohnungslose Menschen mit medizinischen Hilfeleistungen. Organisiert und finanziert vom RC Mönchengladbach und der Diakonie ist der umgebaute Rettungswagen unterwegs zu hilfsbedürftigen Menschen. Etwa 25 Ärztinnen und Ärzte sowie 30 Pflegekräfte unterstützen das Projekt ehrenamtlich, Mitglieder des Clubs übernehmen den Fahrdienst. Die Diakonie Mönchengladbach ergänzt das Angebot durch Streetworker und sozialpädagogische Betreuung. Wer das Projekt unterstützen möchte: pflastermobil.de




















