https://rotary.de/panorama/digitales-gedenkbuch-entwickelt-sich-a-15929.html
Panorama

Digitales Gedenkbuch entwickelt sich

Panorama - Digitales Gedenkbuch entwickelt sich

Forschungsgruppe zur Rotary-Geschichte

01.05.2020

Die Forschungsgruppe zur Rotary-Geschichte konzentriert ihre Arbeit jetzt noch mehr auf das geplante Gedenkbuch im Internet („Digital Memorial“, memorial.d-1800.org/memorial.php), mit dem den rotarischen Freunden, die nach 1933 aus den Rotary Clubs geworfen oder zum Austritt gedrängt wurden, ein Ort geschaffen wird, an ihren Namen und ihr Schicksal zu erinnern. Bislang wurden rund 200 Freunde identifiziert, die Rotary verlassen mussten, 140 mit jüdischen Wurzeln aus rassistischen und 60 weitere aus politischen Gründen. Bei einem Viertel von ihnen liegt außer den Informationen zu ihrer Clubzugehörigkeit aus den damaligen Jahresgesamtverzeichnissen bis jetzt nichts zu ihrem Schicksal vor. Auch ihre damaligen Clubs haben trotz zum Teil intensiver Recherche in kommunalen oder Landesarchiven oder in anderen möglichen Quellen nichts herausfinden können.

35 von den „Unbekannten“ hatten einen jüdischen Hintergrund. Die Forschungsgruppe hat die Gesamtliste der 140 nunmehr mit Yad Vashem (Jerusalem) abgeglichen. Dort sind 4,5 Millionen Namen von Ermordeten registriert. Das für Rotary traurige Ergebnis: 17 Freunde wurden ermordet. Weitere zehn begingen zwischen 1932 und 1945 Selbstmord. Nur vier überlebten den Aufenthalt in einem KZ.

64 Freunde mit jüdischem Hintergrund emigrierten in 19 Länder in vier Kontinenten, manche von ihnen nacheinander in verschiedene Aufnahmestaaten, allein 30 in die USA oder Kanada. Nur neun von ihnen kehrten nach 1945 nach Deutschland zurück.

Das April-Treffen der Forschungsgruppe – auf Einladung des österreichischen Rotariers Oliver Rathkolb in Wien – ist wegen der Coronakrise verschoben worden. Für dieses Treffen hatten auch schon zwei Freunde aus Italien und Rumänien zugesagt, die beide seit Langem in ihren Ländern an Themen der Rotary-Geschichte arbeiten. Einer von ihnen ist Giuseppe Viale (RC Genua), ehemaliges Vorstandsmitglied von RI.
Er betreut schon viele Jahre eine Publikationsreihe „Collana Storica Rotariana“, in der bislang 15 Bände mit historischen Aufarbeitungen der Entstehung und Entwicklung vor allem der italienischen Rotary Clubs erschienen sind. Jüngstes Buch: Giuseppe Viale selbst verfasste das Werk über „The Beginnings of Rotary in Continental Europe“. Viale beschreibt darin auf 467 Seiten die Anfänge von Rotary in 29 europäischen Ländern sowie in Israel und in der Türkei. Der Autor hat hierfür mehrere Jahre lang mit dem Archiv des Züricher Europa/Afrika-Büros von RI zusammengearbeitet.

Im Januar 2020 ist auch die zweite Auflage des Buches erschienen, die die Forschungsgruppe für die RI Convention in Hamburg erarbeitet hatte: „Rotary unter dem Nationalsozialismus. Lehren aus der Geschichte – für die Zukunft“.


Buchtipps zum Thema

 

„Rotary unter dem Nationalsozialismus. Lehren aus der Geschichte – für die Zukunft“

2. Auflage, Januar 2020

Die deutsche und englische Fassung ist zu beziehen über ecrivir.de oder per Mail an: mail@ecrivir.de,

10 Euro zzgl. Versandkosten

 

 

 

 

 

 

Giuseppe Viale: „The Beginnings of Rotary in Continental Europe“

Verlag Erredi Grafiche Editoriali

Zu beziehen per Mail an: staff@erredigrafiche.it,

35 Euro