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Kassel

Elefanten, Wale und das Kafka-Land

Kassel - Elefanten, Wale und das Kafka-Land
Neugierig auf Rotary? Nein, der Elefant lauscht Walgesängen -Tanja Böhme bei der Examensarbeit. © Tanja Böhme.

Clubs aus Kassel fördern Studierende der Kunsthochschule, und die Stipendiaten stellen nun ihre Arbeiten vor. Neugierig?

28.01.2021

Im Meeting am 1. Februar 2021 stellen Tanja Böhme und Tobias Sauer als Stipendiaten der Kasseler Rotary Clubs ihre Arbeiten, die mit Hilfe des Stipendiums entstanden sind, im Online-Meeting des RC Kassel um 18.30 Uhr vor. Rotarische Freunde, die am Meeting teilnehmen möchten, erhalten die Einwahldaten von Präsident Effert (rolf_effert@web.de).

Die Arbeit von Tobias Sauer, "Kafkaland", ist derzeit nicht ohne Passwort zugänglich, da der Film noch nicht auf Festivals gelaufen ist. Tanja Böhme setzt sich dagegen in ihrer Arbeit mit Walen und Elefanten auseinander. Der Videowalk mit Interview und der komplette Film "And say the elephant responded" sind im Internet zu finden:

Am Rotarischen Abschlussstipendium an der Kunsthochschule Kassel beteiligten sich die Rotary Clubs Kassel, Kassel-Wilhelmshöhe, Baunatal, Kassel-Hofgeismar und Kaufungen-Lossetal. Das Rotarische Abschlussstipendium an der Kunsthochschule Kassel wurde erstmals 2018 vom RC Kassel-Hofgeismar eingerichtet. Die Fördersumme beträgt pro Stipendium 5000 Euro. 2018 wurden zwei Stipendien finanziert. 2019 waren es drei Stipendien und 2020 wieder zwei Stipendien. Somit wurden bislang sieben Absolvent und Absolventinnen der Kunsthochschule gefördert: Saskia Drebes, Jacob Höfle, Sevda Güler, Andara Shastika,  Zhifeng Zhang, Tanja Böhme und Tobias Sauer.

Begehrte Stipendien

"Die Stipendien sind sehr begehrt. Es gibt zahlreiche Stipendien zur Förderung von wissenschaftlichen Abschlüssen und Promotionen, aber nur sehr wenige für Künstler und Künstlerinnen, Gestalter und Gestalterinnen, Designer und Designerinnen im Abschluss", sagt Joel Baumann, Rektor der Kunsthochschule und Mitglied im RC Kassel. An der Kunsthochschule habe sich das Rotarische Stipendium bereits nach der ersten Runde etabliert und die Nachfrage sei groß. Bewerben können sich Studierende im Abschlussjahr aus den Studiengängen Bildende Kunst, Visuelle Kommunikation, Produktdesign und Kunst Lehramt. Es bewerben sich regelmäßig 20 bis 30 Studierende für ein Stipendium. An der Kunsthochschule melden etwa 40 bis 60 Studierende jährlich aus diesen Studiengängen ihren Abschluss an.

Kunst kostet Geld

Die Hauptmotivation ist nach Joel Baumanns Worten, die finanzielle Unterstützung für die Arbeit am Abschluss zu nutzen: "Meist kommt im Abschlussjahr sehr viel auf unsere Studierenden zu. Sie müssen ihre praktische Arbeit sorgfältig vorbereiten und produzieren. Dabei müssen sie ihre schriftliche Arbeit nicht aus dem Blick verlieren. Und für den Prüfungstag müssen sie die Präsentation vorbereiten. Bei größeren filmischen Projekten kommt hier oft eine intensive pre-Produktionszeit ins Spiel. Viele Abschlussprojekte sind zudem mit erheblichen Kosten verbunden, da sie nur durch Recherchereisen, Materialforschung oder der Nutzung spezialisierter Werkstätten erstellt werden können. Hier kommt das Stipendium zur Hilfe und befreit Sie von zeitintensiven Nebenjobs oder ermöglicht, die Kosten des Projektes zu stemmen."

Exklusives EXAMEN für Rotary

In Kassel werden die Abschlussarbeiten aller Studierende  üblicherweise in der EXAMEN-Ausstellung gezeigt. Im Dezember 2020 fand diese wegen Corona unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Lediglich die Hochschulöffentlichkeit war unter striktem Einhalten der Hygieneregeln der Universität zugelassen. Für die rotarischen Clubs gibt es immer einen gesonderten Termin mit eigenen Führungen durch die Ausstellung und Gesprächen mit den Stipendiaten und Stipendiatinnen. Auch ist vorgesehen, dass die Studierenden ihre Projekte in der Vorbereitung und zum Ende dem Clubs vorstellen. "Wir hatten vor, diese Veranstaltung in der Hochschule abzuhalten. Leider ist uns Covid-19 dazwischengekommen. Hoffentlich lässt sich eine solche Veranstaltung in Zukunft regelmäßig etablieren", sagt Joel Baumann.

"Das Stipendium passt zu unseren Zielen"

Das rotarische Abschlussstipendium passe sehr gut zu den Zielen, die sich die rotarischen Clubs stecken, sagte Joel Baumann. Die Kunsthochschule sei ein regionaler Motor für die Kultur. Sehr viele der aktiven Kulturschaffenden in Region und Stadt haben an der Kunsthochschule studiert. Es gelte also, die regionale Kultur zu stärken und zu unterstützen. "Da es sehr wenig Förderung von Absolventen und Absolventinnen an Kunsthochschulen gibt, begeben sich Studierende im letzten Jahr oft in sehr prekäre Situationen, um ihr finales Projekt zu finanzieren. Viele müssen sich dann im Jahr nach dem Abschluss immer noch um die Finanzierung des Projekts kümmern, haben aber gleichzeitig mit dem Wegfall von Bafög oder anderer Unterstützungen zu kämpfen. Zudem fällt ihr Status als Student oder Studentin weg, sie verlieren den Zugang zu den Ateliers und den Werkstätten der Kunsthochschule. Eine Künstlerkarriere endet häufig in den ersten acht Monaten nach dem Abschluss des Studiums genau aus diesen Gründen. Das Stipendium wirkt hier aktiv gegen einen Abbruch aus finanziellen Gründen", berichtet Joel Baumann.

Zuversicht trotz Corona

Ob Corona dem Projekt geschadet habe? "Ja, ich denke die Kommunikation zwischen den Clubs wurde durch Corona beeinträchtigt", schildert Joel Baumann seinen Eindruck. Das rotarische Stipendium sei "etwas aus der Bahn geworfen" worden: "Ich bin jedoch zuversichtlich, dass die Clubs dieses wichtige Projekt weiterhin unterstützen werden." Momentan arbeiten die Clubs daran, die Finanzierung für zwei Stipendien für 2021 aufzustellen.

Claus Peter Müller von der Grün