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https://rotary.de/gesellschaft/ethik-und-wirtschaft-als-widerspruch-a-1526.html
KONFERENZ DES DISTRIKtS 1830 IN Sindelfingen

Ethik und Wirtschaft als Widerspruch?

Das zum Konferenz-Leitmotiv passende Hightech-Ambiente boten sowohl das Center of Excellence als auch der IBM-Campus

10.07.2012

Über 600 rotarische Besucher hatten den Weg in die Hightech-Region Sindelfingen und Böblingen gefunden, um die Distriktkonferenz zu erleben. Als in allen Schattierungen beleuchtetes Leitmotiv hatte das Team um Gov. Karl-Friedrich Gärtner „Führen mit Werten – Ethik in Wirtschaft und Politik“ erarbeitet. Da die Region Sitz des Erfinders des Automobils (Daimler/Mercedes-Benz) und Deutschland-Zentrale von IBM ist, fanden wesentliche Programmpunkte im Sindelfinger Center of Excellence und im IBM-Campus in Ehningen statt.
Beide Unternehmen und der Vertreter des Innenministeriums der Landesregierung erläuterten ihre Vorstellungen über wertorientierte Führung. Einen besonderen Akzent setzte der Festvortrag im IBM-Campus: Rotarische Gedanken und Geldgeschäfte – ein Widerspruch? Unter dem Motto Unabhängigkeit, Transparenz und langfristiges Denken referierte Friedrich von Metzler über das dauerhafte Erfolgsrezept der Privatbank, die seit 338 Jahren am Markt ist. Bereits im 18. Jahrhundert bestand für die Kunden der Vorteil, dass ihr Geld sicher verwahrt wurde. Einen Seitenhieb konnte er sich nicht verkneifen: „Wir galten als die Bankiers Preußens, und Preußen hat (leider) immer pünktlich die Zinsen gezahlt und getilgt. Mit den Habsburgern ließ sich aufgrund ihrer Zahlungsmoral mehr Geld verdienen. Auch damals gab es also schon eine Art Nord-Süd-Gefälle!“ Das Bankhaus Metzler steuert das Unternehmen nicht nach kurzfristigen Gewinnzielen. Metzler: „Das Ergebnis dieser Strategie ist: Wir verdienen nie so viel wie manch andere in sehr guten Zeiten – aber wir verdienen auch in schlechteren Zeiten.“

In Vertretung des Präsidenten von Rotary International überbrachte anschließend Past-Gov. Friedrich Leffler Kalyan Banerjees Grußworte.

Karl-Friedrich Gärtner stellte in seiner Ansprache die Parallelen fest, die der Geist dieser Region mit Rotary verbindet: „Trotz starker Konkurrenz vom amerikanischen und asiatischen Kontinent können sich die Topfirmen der Region wie z. B. mit Daimler, IBM, Porsche und Bosch an der Weltspitze halten, weil sie nicht nur ständig eigene Innovationen vorantreiben, sondern auch offen sind gegenüber Anregungen, die von außen und von den Mitarbeitern auf die Unternehmen zukommen. Auch Rotary wird sich in seiner Attraktivität für Menschen, die etwas bewegen wollen, nur halten können, wenn es dieselben Werte lebt, das heißt Offenheit auch gegenüber neuen Mitglieder-Ressourcen und neuen Clubstrukturen. Deswegen gab es nicht nur einen dreiseitigen redaktionellen Teil in fast allen Zeitungen des Stuttgarter Zeitung Verlags, sondern auch einen ausführlichen Beitrag auf den entsprechenden Online-Seiten des Verlags. Gärtner betonte: „Die jüngere Generation nutzt online Angebote wesentlich intensiver als Printmedien.“ Der scheidende Governor unterstrich, dass ein besonderer Akzent im Distrikt 1830 auf der Förderung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen liegt, da es für die Menschheit wichtig ist, junge Menschen für besonderes Engagement und Verantwortung zu gewinnen. Zum ersten Mal gibt es nun seit dem 1. Juli eine Frau an der Spitze des Distrikts. Die neue Governorin Sabine Weitbrecht, RC Stuttgart-Solitude, definierte ihr Verständnis des neuen RI-Präsidenten-Mottos „Frieden durch Einsatz“ so: „Frieden ist nicht allein durch völkerrechtliche Verträge zu schaffen. Jeder Einzelne kann und muss täglich durch kleine Schritte den Frieden fördern“, sagte sie. Zu den kleinen Schritten gehörten die Projekte, die die Rotarier im In- und Ausland durchführen. „Frieden setzt den Willen voraus, sich dem Miteinander zu widmen.“ Im Anschluss stellte sich noch Bernhard Gailing als Governor elect den Rotariern vor.

Eine besondere Attraktion für Automobilästheten war der Schlusstag im Meilenwerk. Umgeben von wertvollen Oldtimern sprach Dr. Claus Ehlers, Leiter Gesellschaft, Fahrzeugkonzepte und Ergonomie in der Konzernforschung von Daimler über zukünftige Veränderungen in der Gesellschaft und ihre Auswirkungen auf die Mobilität.