Hilfe gegen das Hochwasser - Schüler aus 18 Nationen bauen SchutzwälleFotostrecke: Das war die Fluthilfsaktion in Havelberg

Ohne die Hilfe der etwa 120 Austauschschüler hätte das Wasser später in die Innenstadt laufen können. Zum Schutz gegen die pralle Sonne legten sich Manche die Flagge ihres Heimatlandes um. © Andrea Schröder

12.06.2013

Hilfe gegen das Hochwasser

Schüler aus 18 Nationen bauen Schutzwälle

Eine bemerkenswerte Hilfsaktion gegen das Hochwasser hat es am vergangenen Wochenende in Havelberg (Sachsen-Anhalt) gegeben. Etwa 120 junge Menschen aus 18 Nationen haben mit vereinten Kräften zwei Schutzdämme aufgebaut. Das jährliche Treffen der Teilnehmer des Rotary-Schüleraustausches im Distrikt 1800 ist mit dieser Hilfsaktion verknüpft worden.

Die Verantwortlichen des Treffens hatten lange überlegt: Schließlich war Ekkehard Musick, Vorsitzender des Jugendaustausches im Distrikt 1800, schon vor Beginn des Wochenendes nach Havelberg gereist, um sich gemeinsam dem den Mitgliedern des Rotary Clubs (RC) Havelberg einen Überblick zur Hochwasserlage zu verschaffen. „Das Ganze hat uns sehr viel Herzklopfen bereitet“, sagt der Vorsitzende. Als klar war, dass es für den Notfall Unterkünfte geben würde, fiel noch am Mittwochabend die Entscheidung: Das Abschlusswochenende sollte stattfinden, nicht im gewohnten Rahmen, sondern mit einem besonderen Programmpunkt am Samstag: Einer Hilfsaktion mit allen Beteiligten.

Die Austauschschüler teilten sich dazu in zwei Schichten auf. Eine Hälfte packte mit an, während die andere dem ursprünglich geplanten Freizeitproramm wie Paddeln, Volleyball oder Minigolfen nachging. Als die Helfer am Einsatzort eintrafen, lagen die Sandsäcke bereits auf Paletten bereit: Die Stadt Havelberg war in die Planungen involviert gewesen und hatte die Aktion vorbereitet. Während die jugendlichen Kolonnen bildeten und Sandsäcke im Akkord weiterreichten, kreisten Hubschrauber über ihnen, Einsatzfahrzeuge der Bundeswehr fuhren umher. Unsicher habe man sich dank der Betreuung in der Stadt aber zu keinem Zeitpunkt gefühlt, sagt eine Beteiligte.

JEDER PACKT MIT AN

„Am Vormittag bauten wir einen Damm mit Sandsäcken auf, so dass das Wasser nicht in die Innenstadt fließen konnte“, sagt Ekkehard Musick, der zusammen mit Lars Kripke, Präsident des RC Havelberg, und Tobias Weltner (RC Hannover-Ballhof), Leiter des Jugendaustausches, mithalf.  Nach zweieinhalb Stunden war der Damm fertiggestellt. „Es hat mich beeindruckt, wie schnell das mit so vielen Leuten ging“, sagt Julia Crackau, Präsidentin von Rotex, Vereinigung der ehemaligen Teilnehmer am Rotary-Schüleraustausch. „Die Jugendlichen, egal ob aus den USA, Argentinien, Japan, Thailand, Taiwan, haben genauso angepackt wie die deutschen Teilnehmer“, sagt Ekkehard Musick. „Das war sehr rührend.“

Am Nachmittag trafen sich jugendliche und erwachsene Helfer an einem tiefer gelegenen Punkt im Ort. Dort galt es, mit vereinten Kräften einen Schutzwall aufzustocken. Hier drohte das Wasser, bereits über das Ufer zu treten und angrenzende Häuser zu erreichen. Vier Lastwagen, beladen mit Sandsäcken, lieferten das Material.

Julia Crackau bezeichnet die Aktion rückblickend als einmaliges Erlebnis, weil man gemeinsam etwas geschafft habe. Außergewöhnlich aber auch, weil solche Hilfsaktivitäten eigentlich nicht zum Programm des Austausches gehören. „Wir wollen jetzt darüber nachdenken, ob wir nicht jedes Jahr eine solche Hilfsaktion in das Programm aufnehmen.“

Derzeit sind noch immer Tausende Helfer im Elbe-Havel-Land im Einsatz. Schon jetzt
ist absehbar, dass grade im Alt-Kreis Havelberg enorme Schäden entstanden sind. Der RC Havelberg hat sich daher entschlossen, ein Spendenkonto zu Gunsten der Hochwasseropfer einzurichten.

Kontonummer: 300 011 0568
BLZ 81050555 KSK Stendal
Förderverein RC Havelberg e.V.
Kennwort: Elbeflut 2013

Rotary Magazin 9/2016

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