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Jahresbericht

Wo der German Rotary Volunteer Doctors e.V. aktiv war

Jahresbericht  - Wo der German Rotary Volunteer Doctors e.V. aktiv war
Einweihung einer Endoskopieabteilung in Nkawkaw (Ghana): Dr. Hans-Georg Jester (RC Rodgau) erklärt einheimischen Würdenträgern, welche Geräte dafür angeschafft wurden. © GRVD (alle Fotos)

Medizinische Hilfe leisteten rotarische Ärzte im vergangenen Jahr mithilfe der Rotary Clubs vor allem in drei Ländern.

15.08.2017

Ghana

In Ghana ist GRVD mit unterschiedlicher Intensität an 12 katholischen Krankenhäusern engagiert. In 2016 wurden 41 Fachärzte, 20 medizinische Fachkräfte, 7 Techniker und 11 weitere Personen im Rahmen von Verbesserungsmaßnahmen im Prozessmanagement einzelner Krankenhäuser entsandt.

Bei den Ärzten wurden überwiegend Chirurgen aller Fachrichtungen, Zahnärzte und Internisten zu Schulungszwecken eingesetzt. Als weitere Ertüchtigungsmaßnahme wurde eine Endoskopieabteilung in Nkawkaw bestückt und in Betrieb genommen. Ultraschallkurse wurden in Agomanya, Sogakope und Techiman durchgeführt, Endoskopie (Gastroskopie) Kurse in Battor.

Einweihung Endoskopie-Abteilung Nkawkaw (Ghana)
Einweihung Endoskopie-Abteilung Nkawkaw (Ghana)

Dank der Verbesserung der räumlichen Situation und des Ausbaus der technischen Geräte nimmt die Anzahl Patienten des Holy Family Hospital in Techiman (HFH) ständig zu. Die in 2015 eingerichteten Operationssäle wurden mit 2 weiteren gespendeten Sterilisatoren ausgerüstet, um den reibungslosen Ablauf zu sichern.

Am HFH Techiman arbeiteten Ende 2016 zehn lokale Fachärzte in sieben verschiedenen Fachgebieten. Diese außerordentliche Facharztdichte entspricht der, durch die Vergrößerung und Verbesserung, gewachsenen überregionalen Bedeutung des Hauses. Folgerichtig wird in 2017 auch noch mit dem Bau und der Einrichtung einer Emergency (= Aufnahmestation für Notfälle mit qualifizierter 24h-Betreuung) begonnen. Parallel dazu erfolgt eine zusätzliche Qualifizierung von Schwestern und Pflegern an der Universitätsklinik in Kumasi sowie auch durch hochqualifizierte Ärzte des GRVD. Erfreulich entwickelt sich die Zusammenarbeit des HFH mit der Universitätsklinik in Kumasi und dem dortigen Teaching Hospital (KATH), dessen junge Ärzte die Kompetenz des HFH im Rahmen ihrer Ausbildung nutzen. Ärzte des GRVD bieten in diesem Rahmen ebenfalls Fortbildungsmaßnahmen in Laparaskopie, Intensivmedizin, Materialkunde und Organisation im OP an.

Ins St. Martins Hospital in Agroyesum wurde wieder ein großes Team mit verschiedenen chirurgischen Spezialrichtungen entsandt. Die dort in 2015 eingerichtete Zahnstation wird inzwischen durch einen einheimischen Zahnarzt erfolgreich betrieben. In 2017 soll die neugebaute Frauenstation über ein Global Grant Projekt eingerichtet werden.

Auch im Comboni Hospital in Sogakope waren wieder Zahnärzte und Internisten von GRVD aktiv. Um die in den letzten Jahren mangels Besetzung durch einen lokalen Augenarzt vernachlässigte Augenklinik wieder zu beleben, wurde eine Kooperation mit dem St. Johannes Hospital in Dortmund begonnen. Es zeigte sich, dass zu einem effektiven Einsatz einige Grundvoraussetzungen verbessert werden müssen. So wurde in 2016 damit begonnen, die elektrische Versorgung zu stabilisieren. In 2017 werden weitere größere Erneuerungen notwendig sein.

Nepal

Im Jahr 2016 hat GRVD insgesamt 39 Fachärzte, 2 Medizintechniker und eine Kraft im Bereich des Krankenhausmanagements nach Nepal entsandt. Bei den Fachärzten handelte es sich vornehmlich um Chirurgen (aller Spezialrichtungen), Internisten, Anästhesisten und Zahnärzte.

GRVD unterstützt seit Jahren fünf Krankenhäuser in Nepal personell und materiell. Eines dieser Krankenhäuser, das Dhulikhel Hospital (Kathmandu University Hospital) betreibt neben dem Stammhaus in Dhulikhel insgesamt 18 Outreach Clinics in abgelegenen Regionen des Landes, um dort eine medizinische Minimalversorgung aufrecht zu erhalten.

Je nach Bedarf und verfügbarer Zahl von GRVD Fachärzten bzw. med. Hilfspersonal werden vermehrt auch einige dieser Outreach Clincs in das GRVD Unterstützungsprogramm mit einbezogen. Die weit abgelegene Outreach Clinic Phalebas im District Parbat versorgt in ihrem Einzugsgebiet annähernd 20.000 Menschen. Das bisherige Gebäude und die Behandlungsräume mussten aus Sicherheits- und Hygienegründen geschlossen werden. GRVD hat mit deutschen Rotary Clubs die Finanzierung für den Bau und die Ausstattung des neuen Gebäudes übernommen (rund 145.000 Euro) und das Gebäude im Dezember 2015 seiner Bestimmung übergeben.

Dr. Barun Bahadur Pradhan aus Nepal während seiner Hospitation in den Bereichen Anästhesie und Notfallmedizin in Erfurt
Dr. Barun Bahadur Pradhan aus Nepal (Mitte) während seiner Hospitation in den Bereichen Anästhesie und Notfallmedizin in Erfurt

Im Laufe des Jahres 2016 ist das medizinische Stammpersonal vom Dhulikhel Hospital aus so aufgestockt worden, dass eine 24-Stunden-Versorgung sichergestellt ist. Darüber hinaus hat GRVD die medizinische Ausstattung mit weiterem hochwertigen Material so verbessert, dass jetzt auch Operationen durchgeführt werden können.  Zur Aufrechterhaltung der Stromversorgung hat GRVD für die Installation einer leistungsfähigen Solaranlage gesorgt. Die Outreachclinic wird von der Bevölkerung gut angenommen. GRVD beabsichtigt, die Clinic im Jahr 2018 um eine Zahnstation zu erweitern.

Das für die gesamte Region wichtige Krankenhaus in der Distrikthauptstadt Manthali in Ramechap konnte in den Jahren 2015/2016 im Bereich Zahnbehandlung, Kinderabteilung, Notaufnahme, Röntgen und Krankentransport materiell deutlich verbessert werden (Gesamtwert aller materiellen Verbesserungen nahezu 100.000 Euro). Die medizinisch-technischen Verbesserungen haben dazu geführt, dass das Krankenhaus nach 2015 auch 2016 einen kleinen Gewinn erwirtschaften konnte. Darüber wurden die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass Zahnärzte von GRVD für alle Schulkinder im Einzugsbereich eine kostenlose Zahnvorsorgeuntersuchung mit gegebenenfalls anschließender Behandlung durchführen konnten. Das erfolgreiche Zahnprojekt wird in 2017 fortgesetzt. Die durch das Erdbeben stark beschädigte Unterkunft der Gastärzte wurde im Jahr 2016 mit finanzieller Unterstützung von GRVD (rd. 5.000 Euro) renoviert und modernisiert.

Das Amppipal Hospital im Distrikt Gorka lag nur 11 km vom Epizentrum des Erdbebens (2015) entfernt. Über 50 Prozent des Krankenhausgebäudes wurde zerstört, der Rest ist nur noch bedingt nutzbar. Für die medizinische Grundversorgung der Bevölkerung ist dieses weit abgelegene Krankenhaus von elementarer Bedeutung. Die nepalesische Regierung hat mit Unterstützung einer japanischen Hilfsorganisation Anfang 2016 damit begonnen, das zerstörte Zentralgebäude wieder aufzubauen bzw. zu sanieren. Der Krankenhausbetrieb wird trotz der räumlichen Einschränkungen fortgesetzt. GRVD hatte das Krankenhaus in der Vergangenheit mit der Entsendung von Fachärzten und Spenden von hochwertigem medizinischem Gerät unterstützt. Um die Folgen des Erdbebens zu lindern, wurden Wasserfilter PAUL und Decken im Wert von rund 6.500 Euro sowie dringend benötigtes medizinisches Material für 5.000 Euro gespendet. Gezielte Hilfsmaßnahmen werden auch im Jahr 2017 fortgesetzt.

In den Jahren 2012 bis 2014 wurde das Dhulikhel Hospital (DHOS) in den Bereichen Gastroenterologie, Urologie, HNO und Dialyse mit der Zuführung von hochwertigem Material im Gesamtwert von rd. 350.000 Euro durch Rotary Projekte unterstützt. Es kann festgestellt werden, dass sich die verbesserte Gerätelage auch im Jahr 2016 nachhaltig positiv auf die medizinische Leistungsfähigkeit des DHOS ausgewirkt hat. Darüber hinaus wurde in der Extremsituation nach den Erdbeben (besonders bei der Behandlung von Hunderten von Schwerverletzten) deutlich, dass die von GRVD in der Vergangenheit betriebene Aus- und Weiterbildung vor Ort (aber auch durch Hospitationen in Deutschland) zu einer erfreulichen Prozesssicherheit des medizinischen Fachpersonals geführt hat.

Indien

GRVD entsendet jedes Jahr ein Team von Spezialisten zur Operation von Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten, Mißbildungen der Hände und Füße, extremen Narbenbildungen nach Verbrennungen und frischen Verbrennungen an das Jalna Mission Hospital nach Zentralindien.

In 2016 bestand das Team aus zwei Kieferchirurgen, zwei Handchirurgen, einem Plastischen Chirurg, drei Anästhesisten und drei medizinischen Fachkräften. Insgesamt konnten 142 Patienten - überwiegend Kinder - erfolgreich operiert werden. Von den für das Team entstandenen Reisekosten übernahm GRVD wie im Vorjahr einen Betrag von 10.000 Euro.

GRVD e.V.