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Rotary in Action

Einen Tag und eine Nacht im Dauerlauf

Rotary in Action - Einen Tag und eine Nacht im Dauerlauf
Die letzte Runde nach 24 Stunden bestreiten alle Läufer gemeinsam, angeführt vom RAC Hanau: Jan Nehring (Vize-Präsident), Bettina Nenninger (Präsidentin) und Tobias Bodem

27.06.2012

Eigentlich ist das Herbert-Dröse-Stadion im hessischen Hanau ein ruhiger Ort. Etwas außerhalb des Stadtzentrums liegt die Sportanlage umgeben von den Bäumen des unweit gelegenen Staatsparks Wilhelmsbad. Doch mit der Ruhe war es am vergangenen Wochenende vorbei.

Der Rotaract Club Hanau hatte zu einer ungewöhnlichen Sozialaktion eingeladen, der hunderte Freiwillige gerne gefolgt waren: Unter dem Motto „24hanau - Wir laufen für die Lebenshilfe“ fiel am Samstag pünktlich um 12.00 Uhr der Startschuss für die Läufer, die in Teams von fünf bis zehn Sportlern antraten. Angefeuert wurden sie von HR3 Moderator Tobias Kämmerer, jeder Menge Live-Musik und zahlreichen Zuschauern, das Ziel immer deutlich vor Augen: Die Nacht zum Tag machen und durchlaufen bis Sonntag 12.00 Uhr!

Die Teams, die die meisten Runden absolviert haben, wurden ebenso geehrt, wie diejenigen, die durch besondere Kreativität in Sachen Kleidung und Team-Namen von sich reden machten und die Läufer, die die meisten Team-Spenden für sich verbuchen konnten. Denn darum ging es am Ende des Wochenendes. Schließlich sollte ein ansehnlicher Betrag für das Schwanennest der Lebenshilfe zusammenkommen. Die Einrichtung unterstützt Eltern behinderter Kinder und hilft ihnen, Kraft für den Alltag zu tanken, der oftmals von Therapieplänen und Arztbesuchen bestimmt ist. Im Schwanennest können die Kinder und Jugendlichen tage- oder wochenweise betreut werden, wenn die Familien verhindert sind oder Entlastung brauchen.

„Unsere drei Patenclubs – die Rotary Clubs Hanau, Hanau-Maintal und Büdingen – haben  uns großzügig durch Spenden unterstützt. Der Rotary Club Hanau-Maintal ist sogar mit einem eigenen Team angetreten“, freut sich die Präsidentin des Rotaract Clubs Hanau, Bettina Nenninger. Wer nicht selbst mitlaufen wollte, konnte ein Team seiner Wahl unterstützen und pro gelaufener Runde ein paar Cent in den Spendentopf werfen. Am meisten lässt sich eine Anwaltskanzlei ihren Auftritt kosten: „Die erhöhen ihre Spende spontan auf drei Euro pro Runde“, verkündete Stadionsprecher Karl Oertl. Wenn das nicht anspornt.

Die härtesten Stunden stehen den Läufern in der Nacht bevor, wenn sich Dunkelheit und Kälte über dem Sportplatz ausbreiten, kaum noch Zuschauer zum Anfeuern da sind und nur das gleißende Stadionlicht die Bahnen erhellt. Gänsehaut-Feeling pur gibt es dafür kurz vor dem großen Zieleinlauf am Sonntag Mittag. Bettina Nenninger greift zum Mikrofon und bittet alle 150 Läufer zu einer letzten gemeinsamen Runde. Über die Stadionlautsprecher hallen die Toten Hosen mit „Tagen wie diese“. Spätestens jetzt wissen alle Teilnehmer, dass sich die Strapazen der letzten 24 Stunden gelohnt haben. Insgesamt haben die Läufer mehr als 10.000 Runden auf dem Sportplatz absolviert. Und so können die Rotaracter am Ende etwa 15.000,-€ für das Schwanennest an die Lebenshilfe übergeben. Die rund 400 Familien im Main-Kinzig-Kreis mit schulpflichtigen Kindern mit Behinderung werden es ihnen danken.

Bei dem Erfolg verwundert es nicht, dass die Organisatoren bereits die Fortsetzung von „24hanau“ im kommenden Jahr planen.




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