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ShelterBox

Tagebuch aus Russland

ShelterBox - Tagebuch aus Russland
Für die kompakte Hilfe aus dem Ausland, sind die Flutopfer dankbar

10.08.2012

Als im Juli der Süden Russlands von schweren Überschwemmungen betroffen war, war in den Medien nur wenig darüber zu lesen und zu hören. Wie viele tausend Menschen von der Katastrophe wirklich betroffen sind, kann niemand sagen.

Als eine der wenigen Hilfsorganisationen war ShelterBox vor Ort. Möglich, war dieser Einsatz für die Organisation, die ein Projektpartner von Rotary International ist, nur durch die enge Zusammenarbeit mit dem örtlichen Rotary Club Krasnodar.

Als eine von zwei Einsatzkräften für die internationale Hilfsorganisation war die deutsche Studentin Eva Doerr im Einsatz, die auch Past Präsidentin im Rotaract Club Berlin ist. Hier berichtet sie von ihren Erlebnissen:

"Vor wenigen Tagen erst bin ich von meinem ersten Einsatz als ShelterBox Response Team Mitglied – das sind ehrenamtliche Katastrophenhelfer von ShelterBox, die die lebensrettenden Hilfsgüter an die Menschen in größter Not verteilen – aus Russland zurückgekehrt. Innerhalb von nur elf Tagen konnten mein Teamkollege und ich insgesamt 150 grüne Überlebenskisten und weitere 50 Katastrophenschutz-Zelte von ShelterBox verteilen und somit über 150 Familien Schutz, Obdach und Würde spenden.

In der Nacht des 9. Juli hatten die Überschwemmungen die Menschen in der Region um die Stadt Krymsk im Süden Russlands aus dem Schlaf gerissen. Viele von ihnen haben alles verloren. Auch nach zwei Wochen Aufräumarbeiten prägten schlammüberzogene Teddybären, zerbrochenes Porzellan und eingestürzte Dächer noch immer das Straßenbild. Wir konnten mit vielen der Betroffenen sprechen, während wir ihr neues Heim errichteten – ein Katastrophenschutz-Zelt von ShelterBox. Ihre Freude und ihre Dankbarkeit waren groß. Vor allem als sie hörten, dass wir aus Australien und Deutschland angereist waren, um ihnen zu helfen, waren viele der Betroffenen sehr gerührt und brachen in Tränen aus.

Der Moment, indem ich als Katastrophenhelferin der ersten von den Überschwemmungen betroffenen Familie Obdach - und damit vor allem Hoffnung - spenden konnte, war sehr besonders und emotional. Ich traf Elvira, ihren Ehemann und den Sohn Stas. Sie hatten in der Katastrophe nicht nur ihr Haus, sondern mit diesem auch all ihr Hab und Gut verloren. Ihr Grundstück war durch die anhaltenden Regenfälle und Schlammmassen vollkommen zerstört und musste übergangsweise bei Verwandten unterkommen. Erst das Katastrophenschutz-Zelt, das wir direkt auf ihrem Grundstück neben dem eingestürzten Haus errichten konnten, hat es Ihnen ermöglicht mit den Aufräumarbeiten zu beginnen und damit auch ein Stückweit zur Normalität zurückzukehren.

Die Gastfreundschaft, die wir sowohl von örtlichen Rotariern, freiwilligen Helfern, als auch von den Betroffenen erfuhren, war grenzenlos. Zudem war ich begeistert von der Solidarität, die sich in Folge der Katastrophe nicht nur in der Region um Krymsk selbst, sondern in ganz Russland entwickelt hatte.

Bereits seit 2009 arbeite ich für die internationale Hilfsorganisation ShelterBox. Doch zum ersten Mal konnte ich aus erster Hand erfahren, welch großen Unterschied unsere Arbeit tatsächlich im Leben zahlreicher Menschen macht. Und dafür möchte ich mich auch herzlich bei Ihnen bedanken, denn Einsätze wie dieser sind nur dank Ihrer Spende möglich. Es ist ein sehr schönes und erfüllendes Gefühl zu wissen, etwas im Leben dieser Menschen bewirkt zu haben."

Den vollständigen Erfahrungsbericht können Sie hier nachlesen.


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