Internationales Stipendium - Rotarier zeichnen Medizin-Doktoranden der Saar-Uni aus

Rotary international hat Sven Jungmann ein mit 30.000 US-Dollar dotiertes „Global Grant-Stipendium“ verliehen. Ziel des jungen Arztes, der an der Saar-Uni Medizin studierte und hier promoviert, ist es, die großen Gesundheitsprobleme der Gesellschaft wie Epidemien anzugehen. An der britischen Elite-Uni Oxford absolviert Jungmann derzeit das Aufbau-Masterprogramm „Public Policy“, bei dem es um die Lösung globaler Fragen der Gesellschaft geht. © privat

13.08.2014

Internationales Stipendium

Rotarier zeichnen Medizin-Doktoranden der Saar-Uni aus

Rotary international hat Sven Jungmann ein mit 30.000 US-Dollar dotiertes „Global Grant-Stipendium“ verliehen. Ziel des jungen Arztes, der an der Saar-Uni Medizin studierte und hier promoviert, ist es, die großen Gesundheitsprobleme der Gesellschaft wie Epidemien anzugehen. An der britischen Elite-Uni Oxford absolviert Jungmann derzeit als einziger Mediziner und einziger Deutscher das Aufbau-Masterprogramm „Public Policy“, bei dem es um die Lösung globaler Fragen der Gesellschaft geht.

Bereits während seines Studiums an der Saar-Uni hat er in Kliniken und bei Hilfsorganisationen in Brasilien, Frankreich, Spanien, Südafrika und Kenia Erfahrungen gesammelt. In Kenia initiierte er unter anderem ein Handwasch-Video, das das Bewusstsein für Hygiene verbessern soll. „Ich möchte einen Beitrag leisten, um die Gesundheit unserer Gesellschaft zu verbessern“, sagt Sven Jungmann.

Der Aufbau-Studiengang an der „Blavatnik School of Government“ der Universität Oxford, den Jungmann derzeit absolviert, bildet Führungspersonen aus, die die Probleme von morgen auf globaler Ebene angehen können. Auf 66 Plätze hatten sich 500 Uni-Absolventen aus aller Welt beworben. Nach einjährigem Studium in Oxford will Jungmann als nächstes an einer Berliner Klinik arbeiten und mit seinen Erfahrungen und dem internationalen Netzwerk, das er in Oxford aufbaut, mithelfen, Lösungen für die großen Gesundheitsfragen zu finden. „Viele Probleme sind heute nicht mehr auf lokaler Ebene zu lösen, wie Grippe-Epidemien oder AIDS zeigen. Ich finde es wichtig, dass Menschen, die an der Basis arbeiten, mit ihrem Wissen und ihren Einblicken in die Praxis auf der großen Ebene etwas bewirken. Wer etwa eine Zeit lang in Kenia vor Ort war, mit den Menschen geredet und gearbeitet hat, kann besser verstehen, wo die Probleme liegen“, erklärt er. Seine Ziele unterstützt Rotary jetzt mit einem Global Grant Stipendium.

Der 28-Jährige war während seines Studiums an der Medizinischen Fakultät der Saar-Universität für Auslandsaufenthalte an Uni-Kliniken in Spanien, Frankreich und Brasilien und hat in Hilfsorganisationen und Krankenhäusern in Afrika gearbeitet. Die Masterarbeit eines zusätzlichen Fernstudiums in „Public Health“ in London erstellte er bei Hygienikern und Mikrobiologen der Saar-Uni.
„Ich glaube nicht, dass es viele andere Medizinische Fakultäten gibt, die so viel Raum für individuelle Beratung und Förderung lassen. Meine Professoren an der Saar-Uni haben mich bei meinen Vorhaben sehr unterstützt“, sagt Jungmann. Seine Doktorarbeit hat er in einem gemeinsamen Forschungsprojekt von Humangenetik und Entwicklungspsychologie eingereicht: Hier geht es um Zwillinge, von denen eines der Kinder das Down-Syndrom hat.

Im kenianischen Rarieda arbeitete Jungmann vergangenen Sommer sieben Wochen bei der Hilfsorganisation Rafiki, die sich vor allem für Kinder und ihr soziales Umfeld einsetzt. Für den saarländischen Rotary-Club sollte er Spendenprojekte vor Ort finden und die Verteilung einer Container-Lieferung medizinischer Hilfsgüter vorbereiten. Zusammen mit Rafiki-Mitarbeitern und Schulkindern setzte er seine Idee zu einem Handwasch-Tanz in die Tat um, der heute als MP3 für das richtige Händewaschen wirbt. „In Kenia führt mangelnde Hygiene oft zum Ausbruch schwerer Durchfallerkrankungen oder Cholera“, sagt Jungmann.

Rotary Magazin 9/2016

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