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Projekt

Die schwimmende Klinik von Myanmar

Projekt - Die schwimmende Klinik von Myanmar
Wolf Mutschler bei der Arbeit

Seit 2014 unterstützt der RC München-Mitte die medizinische Versorgung per Schiff im ehemaligen Burma. Clubmitglied Wolf Mutschler führt dabei Regie

01.06.2016

Im stark verzweigten Flussdelta des Irrawaddy südwestlich von Yangon leben sechs Millionen Menschen in kleinen Städten und verstreuten Dörfern. Ihre medizinische Versorgung ist ungenügend, denn die Erschließung des Deltas über Straßen und der Ausbau des Gesundheitswesens gehen nur langsam voran. Das Leben findet an und auf dem Wasser statt. Medizinische Hilfe ist folglich oft erst nach stundenlanger Bootsfahrt zu erhalten – wenn sich die Kranken den Arztbesuch überhaupt leisten können. Deshalb bringt die NGO Stiftunglife seit 2010 mit einem Volumen von 100.000 Euro jährlich eine medizinische Grund- und Notfallversorgung zu fairen Preisen direkt zu den Menschen im Delta.

Das Schiff „Swimming Doctors 2“ hat 2014 den Dienst aufgenommen und kreuzt seitdem im Drei-Wochen-Turnus im Delta in der Region Kyailatt. Es läuft jeweils fünf bis sieben zentral gelegene Orte auf einer festen Route für mehrere Tage  an. Das 30-Meter-Schiff ist mit allem ausgestattet, was eine mobile Klinik braucht: Untersuchungsräume, Diagnostik mit Ultraschall, EKG und Labor, OP-Einheit und Überwachungsraum sowie Zahnarztstuhl. Das burmesische Team an Bord besteht aktuell aus  einem Allgemeinarzt, drei Schwestern, einem  Zahnarzt und einem Labortechniker. Sie werden von der zehnköpfigen Schiffscrew unterstützt.

Hoher Spendeneinsatz
Täglich suchen rund 50 Patienten das Schiff auf. Das Spektrum der Erkrankungen ist dem einer großen Landarztpraxis vergleichbar. Dazu werden akute Notfälle behandelt. Außerdem ist es ein Anliegen, allgemeine Gesundheitsvorsorge zu betreiben und über Zahnhygiene aufzuklären. Die Patienten bezahlen für die Diagnostik und Behandlung umgerechnet zwei Euro.Mönche und Mittellose werden kostenlos behandelt. Stiftunglife gibt aus Spenden rund acht Euro pro Patient dazu.

Für dieses Jahr sind weitere Einsätze von deutschen Ärzten und Zahnärzten geplant, auch soll die Zusammenarbeit mit Gesundheitsstationen und Krankenhäusern in der Region verbessert werden. Von Deutschland aus werden noch zwei weitere schwimmende Kliniken im Delta unterstützt; mit den beiden zuständigen NGOs ist vereinbart, eine zentrale Koordinationsstelle in Yangon einzurichten.

  • Verantwortlich für die „Swimming Doctors 2“ ist Wolf Mutschler, RC München-Mitte