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Rotaract Club Rheinland-Hybrid

Erster hybrider Rotaract Club Europas

Rotaract Club Rheinland-Hybrid - Erster hybrider Rotaract Club Europas
Klaus-Dieter Baehrfeld (Past-Präsident Bonn Museumsmeile), Distriktgovernor Jörg Dienenthal, Sonderbeauftragte für die Gründung Sabine Schwachula (RC Bonn Museumsmeile), Präsident Jan Walger (RAC Rheinland-Hybrid) und Johannes Zilkens (Rotary E-Club Köln) (v.l.n.r.). © RAC Rheinland-Hybrid

Distriktgovernor Jörg Dienenthal, der Präsident des neuen Rotaract Clubs Jan Walger und die beiden rotarischen Patenclubs RC Bonn Museumsmeile und Rotary E-Club Köln unterzeichneten das Rotaract Club Certification Form.

Jan Vetter22.02.2016

Am 16.8.2015 wurde im feierlichen Rahmen im Haus der Geschichte in Bonn die Gründung für den ersten „hybriden" Rotaract Club Europas offiziell beantragt. Distriktgovernor Jörg Dienenthal, der Präsident des neuen Rotaract Clubs, Jan Walger, und die beiden rotarischen Patenclubs – RC Bonn Museumsmeile und Rotary E-Club Köln – unterzeichneten das Rotaract Club Certification Form, das flugs an die europäische Zentrale von Rotary International in Zürich gesandt wurde. Nach dem recht langen Weg bis zu diesem Punkt freuten sich die 24 neuen Rotaracter und die Sonderbeauftragte für diese Club-Gründung, Sabine Schwachula, auf die Charterfeier am 30.1.2016.

Zunächst die Herausforderung: Zwei der Jugendbeauftragten im Distrikt ,Sabine Schwachula (RC Bonn Museumsmeile) und Birgit Spinelli (RC Bonn Rheinbach), fragten sich, wie es gelingen könne, Stipendiaten aus rotarischen Programmen (RYLA, Rhetorik, Studien, Youth-Exchange), die keinen Rotaract Club in erreichbarer Nähe finden, eine rotarische Heimat zu geben. Der Wunsch der jungen Leute, das Erworbene rotarisch anzuwenden und weitergeben zu können, war da – allein, der Weg dies umzusetzen, fehlte.

Zudem gab es Besonderheiten: Jugendliche sind einerseits nicht so mobil, sprich: Sie haben nicht unbedingt ein eigenes Auto, um regelmäßig die Entfernungen zu Rotaract-Treffen zu überwinden. Andererseits sind sie hochmobil: Für Ausbildung und den Berufseinstieg wird ihnen abverlangt, sich an unterschiedlichsten Orten einzufinden – oft nicht auf Dauer, sondern für einige Monate mit anschließendem erneuten Ortswechsel. Soziale Kontakte, Online-Plattformen und soziale Netzwerke zu pflegen, ist für Jugendliche heutzutage zumeist eine Selbstverständlichkeit.

Die Lösung

Diese Voraussetzungen führten zwangsläufig zu der Idee, angelehnt an die Rotary E-Clubs, einen Rotaract Club mit einem Clubhaus im Internet zu gründen. Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass persönliche Treffen, Feiern und Hands-on-Projekte das Clubleben erst abrunden: Daher ist der neue Rotaract Club kein reiner Online-Club, er ist ein „hybrides Wesen“, das sowohl in der realen Welt wie im Internet beheimatet ist.

Die Sorge, ein solcher Hybrid-Club könne rotarisch zu kulturellen Dissonanzen führen, gab es spätestens seit dem Rotary Institut im November 2014 in Berlin nicht mehr. Die beiden Schwerpunkte dort boten quasi den Rahmen für diese Neugründung:

 1. Mitgliedergewinnung durch Förderung des rotarischen Nachwuchses

 2. Nutzung neuer Medien

Noch während der Konferenz gab der damalige Governor des Distrikts 1810 Klaus von Schnakenberg „grünes Licht“. 

Rasch waren rund 30 interessierte Jugendliche gefunden und in monatlichen Vorbereitungstreffen wurden Konzeption und Verfassung diskutiert, Projekte erarbeitet, die Ämter vergeben und ein Name gefunden. Die Live-Meetings, geleitet von der Sonderbeauftragten für die Gründung des neuen Rotaract Clubs, Sabine Schwachula, wurden ergänzt durch Online-Teilnehmende. Die technische Infrastruktur wurde vom rotarischen Patenclub E-Club Köln zur Verfügung gestellt.

Wie bei allen Rotaract Clubs, so lautet auch das Motto des Rotaract Clubs Rheinland-Hybrid „Helfen, Lernen, Feiern“. Die ersten Projekte sind vorwiegend integrativ und international ausgerichtet:

  • Unterstützung von Rotary Clubs bei der Betreuung internationaler Jugendlicher aus dem RYE,
  • „Kauf eins mehr“ in Zusammenarbeit mit anderen Rotaract Clubs,
  • Besuch des BETS (analog zu den PETS der Rotary Clubs) zur Schulung der Amtsträger etc.,
  • Und natürlich: Feiern zum Kennenlernen in „real life“.

In seiner Begrüßungsnote drückte Distriktgovernor Jörg Dienenthal im August 2015 seine Begeisterung für dieses neue Mitglied der rotarischen Familie aus. Das diesjährige rotarische Motto „Sei der Welt ein Geschenk“ möge auch eine Orientierung für die neuen Rotaracter sein, wünschte er den Anwesenden. Darunter waren – wie es sich für einen angehenden Hybrid-Club geziemt – einige Rotaracter in spe und Mitglieder der Patenclubs sowie weiterer Rotary und Rotaract Clubs persönlich anwesend und einige, die sich aus Deutschland, Chile, Mexiko und Norwegen online hinzu geschaltet hatten.

Für die stolzen Paten sprachen Past Präsident Klaus-Dieter Baehrfeld in Vertretung der Präsidentin des RC Bonn Museumsmeile, Mechthild Upgang, und der Präsident des Rotary E-Club Köln, Johannes Zilkens. Es wurde deutlich, dass beiden Clubs ihre Aufgaben klar sind: neben der ideellen, praktischen und finanziellen Unterstützung während der Gründungs- und Charterzeit

  • zur Wahrnehmung der Ämter,
  • zur Durchführung von Projekten,
  • zur weiteren Akquise von Mitgliedern,
  • zur Gestaltung der Feierlichkeiten zur Charterfeier,

freuen sie sich auf die „lebenslange“ Begleitung und Verbindung zum Rotaract Club, Begleitung in allen anliegenden Aspekten, Planung und Teilhabe an gemeinsamen Projekten etc.

Eine der wichtigsten Aufgaben der Paten sei jedoch, wie Klaus-Dieter Baehrfeld es so treffend formulierte, "den Mund zu halten und einfach zu unterstützen".