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Rotary Clubs Lindau

Lindau: Gemeinsame Aktion für die Ukraine

Rotary Clubs Lindau - Lindau: Gemeinsame Aktion für die Ukraine
Viel zu tun beim Beladen des Lastzuges, der kurz darauf voll mit Hilfsgütern und Lebensmitteln in die Ukraine startete © Peter Mittermeier

Die Rotary Clubs Friedrichshafen-Lindau, Lindau-Westallgäu und Lindau-Dreiländereck helfen gemeinsam Menschen in der Ukraine.

09.05.2022

Kriegsbetroffene aus der Ukraine baten Jörg Schilling vom RC Lindau-Westallgäu direkt um Hilfe. Seit Langem bestehen persönliche Kontakte zu diesen Personen, die vor Ort ausgezeichnet vernetzt sind. Dadurch konnten sie die am dringendsten benötigten Hilfsgüter benennen, was eine zielgerichtete Unterstützung ermöglichte.

Außerordentliche Hilfsbereitschaft

"Angesichts der Not müssen wir helfen“, war zur gleichen Zeit der Entschluss von Walter Müller vom RC Lindau-Dreiländereck und Klaus Huber, Geschäftsführer eines Westallgäuer Unternehmens. Diese Ansicht teilte auch Ernst Hensler vom RC Friedrichshafen-Lindau. Die drei Clubs koordinierten ihr Engagement und sammelten zusammen mit Westallgäuer Unternehmern bis Ende März 210.000 Euro. Die Beteiligten brachten jeweils ein Viertel dieser Summe auf. Zusätzlich stellten Unternehmer mehrere Tonnen Lebensmittel und persönliche Ausstattungsgegenstände wie Schlafsäcke und warme Socken zur Verfügung. Privathaushalte steuerten Winterkleidung und feste Schuhe bei. Direkte Kontakte zu einem großen Netzwerk an Unternehmern und Privatpersonen in der Region und die hohe Spendenbereitschaft der Rotarierinnen und Rotarier ermöglichten dieses Ergebnis in sehr kurzer Zeit.

Gezielte Hilfe

Das Anliegen bestand darin, die Spenden vollständig, ohne Abzug einzusetzen. Eine Geldspende an die Menschen vor Ort kam nicht in Frage, da es die erbetenen Waren nicht mehr zu kaufen gab. So beschafften die für den Einkauf Verantwortlichen Ernst Hensler sowie Karl-Ludwig Blocher und Dr. Albert Kirchmann, beide vom RC Lindau-Westallgäu, palettenweise haltbare Lebensmittel, Hygieneartikel, Babynahrung und Verbandsmaterial zu bevorzugten Konditionen. Spediteur Walter Müller übernahm die Logistik und den Transport einschließlich aller Kosten.

Zwei große Hilfstransporte

Zwei große Lastzüge brachten fast 50 Tonnen Hilfsgüter vom Westallgäu an die ukrainische Grenze und fuhren insgesamt 5600 Kilometer. Den ersten Transport begleitete Jörg Schilling persönlich. Ein ukrainisches Team übernahm die Waren und brachte sie weiter ins Landesinnere und verteilte sie gezielt. Das Verbandsmaterial ging zum Beispiel an ein Krankenhaus. 

Die Hilfsaktion geht weiter

Neu beteiligt sich der RC Friedrichshafen-Tettnang mit einer Spendensammlung an der Hilfsaktion. Alle sind sich über folgende Punkte einig:

  • Nur durch eine enge, fokussierte Zusammenarbeit konnte diese Hilfsaktion so zeitnah und effektiv umgesetzt werden.
  • "Die Hilfsaktion muss weitergehen.“ Soweit es die Bedingungen zulassen − direkt in der Ukraine.

Hinweis: Zum Schutz der Kontaktpersonen in der Ukraine sind keine Namen oder Orte genannt.

Dr. Gabriele David
Präsidentin RC Lindau-Westallgäu