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Präsidentenbrief

Liebe Rotarierinnen & Rotarier

01.10.2015

Nachdem im letzten Monat bestätigt wurde, dass in Nigeria ein ganzes Jahr lang kein einziger Ansteckungsfall mit dem wilden Poliovirus vorkam, wurde das Land nun von der Liste polioendemischer Länder gestrichen. Nigeria war das letzte polioendemische Land in Afrika. Heute verbleiben weltweit nur noch zwei Länder, in denen das Virus endemisch vorkommt: Afghanistan und Pakistan.


Das Ausmaß dieses Erfolgs kann nicht genug betont werden. Die Kinderlähmung (Polio) ist eine Krankheit, die bereits seit Jahrtausenden existiert und die Menschheit seit Beginn der Zivilisation geißelt. Heute ist dank des Einsatzes von Rotary und seiner Partner ein Ende in Sicht. Es handelt sich nicht mehr um Jahre, sondern nur noch um Monate. Aber das schiere Ausmaß der Impfeinsätze – die Koordination, die Kosten und das Engagement – ist überwältigend.


Manch einer mag sich fragen, ob diese Impfungen und Überwachungen im großen Stil noch nötig sind, um eine Krankheit zu bekämpfen, die es beinahe nicht mehr gibt. Die Antwort darauf ist einfach: Es ist der einzige Weg nach vorne. Wenn wir weniger tun würden – wenn wir dem Virus auch nur den geringsten Raum überlassen würden –, wären Jahre unserer Arbeit vertan. Wir wissen nur zu genau, wie leicht die Kinderlähmung sich wieder ausbreiten kann. Wir wissen, wie schnell Jahrzehnte des Fortschritts wieder zunichte gemacht werden können. Und aus diesem Grund sind die kommenden Monate von so enormer Bedeutung.


Am 23./24. Oktober feiern wir den Welt-Polio-Tag (Deutschland am 28.10., Geburtstag des Impfstoffpioniers Jonas Salk, Anm. der Red.). Viele von Ihnen planen, für das Event auf Club- oder Distriktebene zu werben. Allen, die noch keine Pläne gemacht haben, sei gesagt, dass es viele Möglichkeiten gibt, um mitzu­machen. Ideen, Hilfsmittel, Pressemeldungsmuster und Spendenmöglichkeiten dazu auf endpolio.org. Hier finden Sie auch den Link zu unserem Livestream Event (siehe auch Seite 11, Anm. der Red.). Wir würden uns freuen, wenn Sie daran teilnehmen und über soziale Medien dafür werben würden.


Wir werden unseren Kampf – der als Kampf gegen die Kinderlähmung begann und sich zu einem Kampf gegen Hass, Ignoranz und Angst ausweitete – am Ende gewinnen. Und dann werden wir alle unseren Kindern und Enkeln eine wichtige Geschichte erzählen können: die Befreiung der Welt von Kinderlähmung. Egal, ob Sie in Kano oder Peschawar, Seoul, Madrid oder Chicago leben – Ihr Teil an der Geschichte kann nur von Ihnen geschrieben werden. Ich bitte Sie alle, Ihren Teil zu tun – damit Sie auf die Geschichte, die Sie eines Tages erzählen werden, stolz sein können.