Global Outlook - Die Generation Y  will zu Rotary

13.04.2011

Global Outlook

Die Generation Y will zu Rotary

Michael McQueen

Die Vorstellung, dass das Letzte, was junge Menschen anstreben könnten, eine Mitgliedschaft bei Rotary ist, scheint nicht weit hergeholt. Junge Menschen gelten als selbstsüchtig und materialistisch, ungeduldig, unhöflich und undankbar. Und sie gehören zur wahrscheinlich unsolidarischsten Generation, die die Welt je erlebt hat.

Auch wenn sich derartige Sensationsberichte gut verkaufen, so heißt das nicht, dass sie auch stimmen. Trotz der negativen Schlagzeilen, die die Generation Y immer wieder einmal erhält, stellt diese Gruppe von jungen Menschen, die zwischen den frühen 1980er und späten 1990er Jahren geboren wurden, für Rotary eine wichtige Chance dar. Anders als die Generation X (geboren zwischen Mitte der 1960er Jahre und Anfang der 1980er Jahre) strebt die Generation Y danach, Teil von etwas Größerem zu sein. Sie sucht nach Gemeinschaft, hat das Ziel, etwas zu bewegen, und glaubt daran, dies auch schaffen zu können. Darüber hinaus sind die Vertreter dieser Generation ehrgeizig. Sie suchen nach Möglichkeiten zum Networking und nach Kontakten zu Mentoren, um in ihrer Karriere voranzukommen.

Rotary repräsentiert vieles von dem, was der Generation Y wichtig ist. Vielen jungen Menschen – und Rotariern – ist dies allerdings nicht bewusst. Drei Überlegungen können Ihnen dabei helfen, junge Menschen in Rotary einzubinden und die nächste Generation an Clubmitgliedern aufzubauen.

 

Schauen Sie mal zurück: Die häufigste Frage, die Rotarier mir stellen, wenn sie jüngere Mitglieder gewinnen wollen, lautet: „Und wo finden wir die?“ Meine Antwort: Wahrscheinlich müssen Sie geeignete junge Menschen nicht erst suchen – Sie kennen sie bereits. So wie Unternehmen künftige Verkaufschancen abschätzen können, wenn sie auf Marktentwicklung, Kontakte und vergangene Aktivitäten blicken, können auch Rotary Clubs ihr Mitgliedschaftswachstum abschätzen. Theoretisch stehen immer junge Menschen für eine Mitgliedschaft zur Verfügung. Jedes Jahr nehmen Hunderttausende Jugendliche an Programmen teil, die von Clubs oder Distrikten angeboten werden. Denken Sie nur einmal an die jungen Menschen in Ihrer Stadt oder Ihrem Distrikt, die bereits mit Rotary in Kontakt kamen – ob Alumni eines Rotary-Jugendaustausches, der Rotary Youth Leadership Awards (RYLA), ehemalige Interacter oder Rotaracter. Wo sind sie heute? Sind sie Mitglieder in Ihrem Club? Warum nicht? Wurden sie jemals eingeladen, Mitglied zu werden?

Wenn Sie die Mitgliederzahlen in Ihrem Club erhöhen wollen, empfiehlt es sich, Kontakte zu jungen Menschen aufzunehmen, die Sie bereits kennen und die von Ihren Aktivitäten profitiert haben. Sie werden erstaunt sein, wie viele von diesen jungen Menschen nur darauf warten, etwas zurückgeben zu können. Es muss nur jemanden geben, der sie darum bittet.

 

Mit kleinen Schritten beginnen: Es stimmt, dass junge Menschen im Allgemeinen davor zurückscheuen, dauerhafte Verpflichtungen einzugehen. Was auch immer der Grund dafür sein mag, es empfiehlt sich auf jeden Fall, junge Menschen, die man als Mitglieder gewinnen möchte, zunächst in kürzere Projekte einzubinden. Wenn junge Menschen erst einmal mit Ihnen zusammenarbeiten, bestehen gute Chancen, dass sie Rotarys Vision verstehen lernen und Beziehungen zu Clubmitgliedern aufbauen. Diese dauerhaften Beziehungen machen die Entscheidung zum Beitritt wesentlich einfacher.

 

Sprechen Sie offen über Rotary: Junge Leute denken oft sehr uneigennützig. Laut einer Studie von 2005 leisten 70 Prozent der Vertreter der Generation Y jede Woche Freiwilligendienste, ganz im Gegensatz zu ihrem Ruf, egoistisch zu sein. Clubs, die diese sozial aktive Gruppe ansprechen wollen, müssen ihr zeigen, wie junge Menschen durch Rotary die Welt verändern können.Bedauerlicherweise sind die Rotarier bisher nicht sehr gut darin, für die großartigen Dinge, die sie leisten, auch zu werben. Ohne die entsprechende Öffentlichkeitsarbeit sehen Außenstehende in Rotary kaum mehr als eine nette Gruppe, deren Mitglieder sich einmal pro Woche zum Essen treffen. Seien Sie also mutig, wenn Sie junge Menschen für Rotary gewinnen wollen. Erzählen Sie ihnen von den 1,2 Millionen Menschen, die sich weltweit für gemeinnützige Projekte einsetzen. Das wird den größten Eindruck hinterlassen.

Die Mitglieder der Generation Y sind leidenschaftlich, talentiert und motiviert. Sie gehören in die Reihen von Rotary, um das großartige Werk dieser Organisation fortzusetzen. Es liegt allein an den Clubs und Clubmitgliedern, diese jungen Menschen einzuladen und zu inspirieren, die Herausforderung anzunehmen.

Michael McQueen, wohnhaft in
Sydney/Australien, ist Sozialwissenschaftler und Bestseller-Autor.
www.thenexgengroup.com

Erschienen in Rotary Magazin 5/2011

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