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Meinung

Ihre Leserbriefe

Meinung - Ihre Leserbriefe
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Hier finden Sie Leserbriefe zu verschiedenen Artikeln zurückliegender Rotary Magazine.

01.12.2020

Lesen Sie hier die Meinungen von Lesern zu einzelnen Texten oder den Themen des Rotary Magazins.
Die hier veröffentlichten Leserbriefe geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe zu kürzen.

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Zum Heft 1/2021

Hallo Rotary Magazin, guten Morgen Redaktionsteam!

Sonntag früh Zeit nehmen und unser Magazin lesen, nach dem Motto:

Wann habe ich das letzte Mal etwas zum ersten Mal gemacht? Das Januar-Heft ist klasse. Danke! Hat Spaß gemacht und Impulse gegeben und Kopf befüllt. Gutes 2021 und uns allen möglichst bald viel von dem Alltag zurück, über den wir in Zukunft sicher gerne „stöhnen“. Take care!

Florian Schuch
RC Erlangen-Schloß

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Zum Titelthema "Fremde Nachbarn", Heft 1/2021

Vielfalt und Qualität der Beiträge zum Verhältnis Russlands zu Europa und Deutschland haben die Lektüre der Januarausgabe des Rotary Magazins zu einem Leseerlebnis werden lassen. Der Teilaspekt „Kultur“ verdient indessen eine Ergänzung, die in kulturhistorischen Retrospektiven häufig zu kurz kommt: Es geht um die Berufung deutscher und europäischer Forscher an die Russische Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg zur Zarenzeit und ihre Bedeutung für die Erforschung des russischen „Fernen Osten“.  – Daniel Gottlieb Messerschmidt bereiste von 1720 – 1727 unter abenteuerlichen Bedingungen Sibirien. Er erkundete die Region vom nördlichen Eismeer bis in die Gebirge Transbaikaliens an der Grenze zur Mongolei. Seine landeskundlichen Aufzeichnungen, Beobachtungen zu Flora und Fauna sowie seine Aufzeichnungen zur Sprache der sibirischen Ethnien stellten eine wissenschaftliche Basis für alle nachfolgenden Forschungen dar.

Die erste Expedition des Dänen Vitus Bering zwischen 1725 und 1730 erbrachte erste gesicherte Erkenntnisse über die Beringstraße und das Verhältnis der Landmassen Asiens und Nordamerikas zueinander. Die deutschen Naturforscher Johann Georg Gmelin und Georg Wilhelm Steller nahmen an der sog. Zweiten Kamtschatka Expedition von 1733-1743 teil. Im Rahmen dieser Forschungsreise verfasste der deutsche Historiograph Gerhard-Friedrich Müller eine erste umfassende Geschichte Sibiriens. Die Zarin Katharina II entsandte die deutschen Naturforscher Peter Simon Pallas und Johann Gottlieb Georgi von 1768 bis 1774 auf die Fernost-Akademie-Expedition. Auch die erste russische Weltumseglung mit dem Ziel des „Fernen Ostens“  von 1803 bis 1806 fand unter der Leitung des Deutschbalten Adam Johan von Krusenstern statt. An dieser Reise war auch der deutsche Arzt und Naturforscher Georg Heinrich von Langsdorff beteiligt, der sich besondere Verdienste um die Würdigung der Kultur der Ethnien Kamtschatkas und der Aleuten erwarb. Nicht zu vergessen ist die  Westsibirien-Expedition Alexander von Humboldts im Jahre 1829, die ihn bis in den kirgisischen Alatau führte. Neben weiteren  europäischen Gelehrten an der Russischen Akademie der Wissenschaften ist der Geodät Constantin von Scharnhorst zu nennen, der im Auftrag Zar Nikolaus‘ russisch Zentralasien bereiste, diese Region systematisch vermaß und magnetische Anomalien kartierte. – Das 18. Und 19. Jahrhundert stellen eine Periode des fruchtbaren Wirkens europäischer, insbesondere deutscher Wissenschaftler in Russland dar, die dazu beitrugen unsere russischen Nachbarn an den Erkenntnisstand Europas heranzuführen.

Rainer Springhorn
RC Waldshut-Säckingen

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Zum Titelthema "Fremde Nachbarn", Heft 1/2021

Mit großem Interesse habe ich die Artikel gelesen, die sich mit unserem Verhältnis zu Russland auseinandersetzen. Hier ist viel von der Entfremdung unserer Länder die Rede, die ja durch das in mehreren Fällen aggressive Vorgehen des Landes gefördert wurde. Erinnert wird an den russischen Hacker-Angriff auf den Deutschen Bundestag 2015, den Mord im Berliner Tiergarten und den Mordversuch an Alexej Nawalny. Jede dieser Aktionen war ein verurteilungswürdiger Rückgriff auf den kalten Krieg, den wir glaubten, überwunden zu haben.

Allerdings beschränkte sich unsere Reaktion auf Protestnoten und öffentliche Medien. Trotz russischer Attacken hielten wir an der Nord-Stream-2-Pipeline fest, obwohl die USA das sehr verurteilten, weil wir uns damit in russische Energie-Abhängigkeit begeben. Mir missfällt an der deutschen Vorgehensweise, dass es keine diplomatische Initiative gibt, um strittige Fragen zwischen unseren Ländern zu bereinigen. Dazu wäre ein persönliches Treffen von Merkel mit Putin oder mindestens auf der Ebene der Außenminister angezeigt. Nur im Gespräch – Auge in Auge – lassen sich Probleme wie diese lösen oder mindestens reduzieren. Und nur auf diesem Weg lässt sich Vertrauen wiederaufbauen und verhindern, dass sich Putins Blick zu sehr auf China und die Türkei konzentriert! Unser Ziel sollte also sein, das Verhältnis unserer beiden Staaten wieder auf eine vertrauensvolle Basis zu stellen und nach Wegen für eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit zu suchen.

Im Artikel „Botschafter des Friedens“ wird vom Plan der Gründung eines deutsch-russischen Jugendwerkes berichtet, der den Jugendaustausch zwischen unseren Ländern organisieren soll. „Das russische Interesse ist immens hoch, den Austausch noch zu intensivieren“. Eine „Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch“ wird als Initiator im Rotary Magazin genannt. Ich meine, ich hätte schon mal was gehört von der weltweit größten Jugendaustausch-Organisation namens Rotary, über die jedes Jahr über 8.000 junge Menschen in andere Länder geschickt werden. Was hindert uns Rotarier daran, Russland in diesen weltweiten  Austausch endlich mal mit einzubauen? Diese Maßnahme wäre ein wichtiger Mosaikstein zur Verbesserung der Beziehungen unserer Länder und damit zur langfristigen Friedenssicherung!

Robert Laschke
RC Furtwangen-Triberg

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Zum Titelthema "Fremde Nachbarn", Heft 1/2021

Glückwunsch zu Ihrer Berichterstattung über Russland!

Als langjähriger Rotarier vermisse ich diese Betrachtungen. Auch in den Clubs! Es kann nicht sein, dass wir die Welt nur sozial und kulturell betrachten. Und es kann auch nicht sein, dass wir alles, was uns Amerika und der Mainstream vorgibt, wir kritiklos hinnehmen müssen.

Wenn wir schon der Pudel Amerikas sind (s. Beitrag), so dürfen und müssen wir dennoch offen denken dürfen. Es kann doch nicht sein, dass uns vorgeschrieben wird, wie wir unsere Energieversorgung gestalten dürfen, wie wir unser Verhältnis zu Russland führen sollen und an welchen Stellvertreterkriegen wir uns beteiligen müssen.

Ihre Berichte sind politisch korrekt geschrieben! Aber wahr ist auch, dass die Kluft zwischen dem Westen und Russland kein Zufall ist. Und natürlich ist Amerika der Akteur, der auf allen Ebenen eine Annäherung von Deutschland an Russland verhindert. Es ist in Washington kein Geheimnis, dass das größte Land der Erde klein gehalten werden muss! Alle Denkfabriken und diverse Treffen proklamieren das.

Der Erfindungsreichtum der Deutschen verbundenen mit Fleiß und Zuverlässigkeit stellen für die Weltmächte eine große Konkurrenz dar. Verbunden mit den großen Ressourcen von Russland, wäre das der Super-Gau!

Was ist zu tun? Politisch und teilweise wirtschaftlich tanzen wir weiterhin nach der Pfeife Amerikas. Wir sollten mit unseren beschränkten Mitteln das Thema wachhalten. Gerade auf kulturellem Gebiet. (Vorträge, Besuche, Jugendaustausch) Bitte versuchen Sie  weiterhin als Redaktion das Thema wachzuhalten! Auch das ist ein gutes Werk. Für unsere Zukunft in Deutschland und Europa!

Mit freundlichen Grüßen

A. Schnieder
RC Datteln-Lippe

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Zum Titelthema "Fremde Nachbarn", Heft 1/2021

Vielen Dank für Ihr Januarheft. Allerdings: Solange wir in Ländern, Nationalitäten, Ethnien, Religionen, Weltanschauungen, Systemen, ....... denken und nicht ´in Menschen´ werden wir weiterhin Schubladen öffnen und schließen, aber keine wirkliche Verständigung und keine Achtung vor dem Leben erreichen.

Martin Haide
RC Ulm

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Zum Titelthema "Fremde Nachbarn", Heft 1/2021 

Die Beiträge zum Schwerpunktthema Russland waren sehr interessant und angenehm kontrovers. Was die russische Literatur angeht, hätte ich mir mehr Empfehlungen von Autoren des 20. Jahrhunderts gewünscht. Allen voran Vladimir Nabokov: Speziell seine Lebenserinnerungen ("Erinnerung-sprich")  und sein großartiger Roman "Pnin". Letzterer ist nicht durch Zufall auf der Liste der besten Romane des 20. Jahrhunderts, die M. Reich-Ranicki erstellt hat, ziemlich weit vorne gelandet. Als ich einmal mit einer "studierten" russischen Literaturwissenschaftlerin über die Schwierigkeiten von Professor Timofei Pnin in der westlichen Welt sprechen wollte, sagte sie mir nur: "Große Literatur, aber nur für Ausländer. Nicht für Russen – er charakterisiert uns zu gut, trifft uns mitten ins Herz". Das war für mich als nicht-russischen Leser gut nachvollziehbar. Einen unmittelbaren literarischen Zugang zum Rotary Magazin, zum Beitrag von Hermann Krause: "Nawalny-ein sakrales Opfer", findet sich, wenn man Michail Bulgakows rätselhaftes Werk "Meister und Margarita" gelesen hat (z. B. in der ambitionierten Übersetzung von Alexander Nitzberg). Beim Lesen des Artikels fühlt man sich fast unvermeidbar in den Roman "zurückversetzt"- und alle Ereignisse und Spekulationen erscheinen realistisch, zumindest möglich und – natürlich – unbeweisbar. Ebenso wie im Roman. Ein phantastischer Roman, einige Jahrzehnte alt und die Realitäten des 21. Jahrhunderts: Nein, mehr kann man von der Literatur kaum erwarten!

Nicht unerwähnt lassen möchte ich, dass auch zumindest zwei "klassische kommunistische" Autoren sehr lesenswert sind: Maxim Gorki (z. B. "Nachtasyl", "Meine Universitäten") und Valentin Katajew. Von Letzterem ist in Deutschland der Helmut Käutner Film: "Valentin Katajews chirurgische Eingriffe in das Seelenleben des Dr. Igor Igorowitsch" vielleicht nicht nur Neurochirurgen in Erinnerung bzw. ein Begriff. Er hat jedoch auch mit dem Roman "Es blinkt ein einsam Segel" oder mit Erinnerungen, z.B. "Das Gras des Vergessens" großartige, poetische Werke hinterlassen. Alle drei o.g. Autoren stehen auch dem westlichen Europa nahe: sie gehören dazu!

Tolstoi, Dostojewski und Puschkin sind literarischen Größen, die für die Bedeutung Russlands in der europäischen Kultur stehen. Man kann sie immer wieder mit Vergnügen zu lesen und sie sind immer eine Empfehlung wert. Für das Verständnis Deutschlands des ausgehenden 20./ beg. 21. Jahrhundert hätte man aber auch mit Goethe, Heine oder Fontane sicher nicht den optimalen "Einstieg".

Friedrich Lübbecke
RC Uelzen

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Zum Titelthema "Fremde Nachbarn", Heft 1/2021 

Leider sind alle Artikel (außer dem von Herrn Lukjanow) von einer politischen und wirtschaftlichen Oberflächlichkeit gekennzeichnet. Ich möchte mich gar nicht im Einzelnen darüber auslassen, es ist einfach zu dünn. Es wäre eine erneute Betrachtung der Redaktion notwendig, und ich erlaube mir darauf hinzuweisen, dann nochmals zu eruieren, welche gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Interessen Europas in Bezug auf Russland in den Vordergrund rücken, wenn man in die Zukunft schauen muss. Ich war mehrmals geschäftlich und mit Delegationen in Russland, und kann berichten, dass die Menschen und Firmen sehr gern mit Deutschland und der EU zusammenarbeiten wollen würden. Sie dürfen nur nicht. Die Sanktionen bringen der EU gar nichts. Sie beflügeln die einheimische russische Wirtschaft und Importe aus der Türkei, Korea, Japan und China und den USA. Deswegen möchte ich mir erlauben, einen geostrategischen Blick auf die Weltkarte zu werfen. Europa ist in vielen Belangen abgehängt und hat die Blütezeit hinter sich. Wir bewegen uns grob gesagt, zwischen Amazon und Alibaba, zwischen einer Demokratie zweier Parteien und einer Diktatur einer Einheitspartei. Ein gutes Bündnis mit Russland, welches weder China noch die USA will, wäre unsere Chance, wieder mit den USA und China auf Augenhöhe zu reden.
Hans-Ullrich Werner
RC Chemnitz

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Zum Titelthema "Fremde Nachbarn", Heft 1/2021 

 Immer wieder wird das Verhältnis zwischen Rußland und dem Westen zum Thema. Das ist wichtig und gut. Rotary Magazin 10/2015 (Ukraine) „Russlands europäische Identität“ Nach dem Zerfall der Sowjetunion war die russische Politik auf europäische Integration ausgerichtet (Igor Grezkij). Rotary Magazin 05/2018 (Skripal) „Schlafwandler wie 1914- Über das Gefahrenpotential des aktuellen Konflikts zwischen dem Westen und Russland (Harald Kujat). Rotary Magazin 01/2021 (Nawalny) „Kalte dunkle Einsamkeit – Putins Rußland hat den Westen verlassen“ (Katja Gloger). Besser kann man die Entwicklungslinien kaum nachzeichnen. Putins Rußland ist zur Bedrohung geworden. Wer meint, man dürfe nicht in Denkmuster des kalten Krieges verfallen, dem sei Gabriele Krone-Schmalz „Eiszeit“ empfohlen. Wem „GKS“ realitätsfremd vorkommt, der lese Udo Lielischkies „Im Schatten des Kreml“.

Eckhard Groß
RC Bielefeld

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Zum Titelthema "Fremde Nachbarn", Heft 1/2021

„Rotary ist unpolitisch“, ich habe nicht gezählt, wie oft ich in den jetzt mehr als 35 Jahren der Zugehörigkeit zur weltumspannenden Organisation von ROTARY diese Worte gehört habe. Und dann das, ein Rotary Magazin mit einem auf immerhin 27 Seiten behandelten Titelthema zu und über Russland und sein Verhältnis zu Europa. Und das ist gut so! Es trifft zunächst nicht zu, Rotary ist nicht unpolitisch. Rotary ist eine Vereinigung von Menschen und natürlich sind diese als soziale Wesen politisch. Es gibt auch entgegen der verbreiteten Meinung keine Regelung, welche von den rotarischen Freundinnen und Freunden eine unpolitische Haltung fordert. Einzig in Art. 16 Abs. der 3 der einheitlichen Satzung aller Rotary Clubs –weltweit- ist von einer „unpolitischen Haltung“ die Rede. Doch wie so häufig im Leben, man muss weiter lesen, um zu erfahren, worum es geht. Beschlüsse und Stellungnahmen in internationalen Angelegenheiten politischen Inhaltes werden danach von den Clubs nicht gefasst und Aufrufe, Rundschreiben, Ansprachen oder Vorschläge für die Lösung bestimmter internationaler Probleme politischen Charakters werden von den Clubs nicht in Umlauf gebracht, so etwa wörtlich die angeführte Regelung.
Es trifft zudem zu, dass eine dem Frieden verpflichtete, weltweit vertretene Vereinigung wie Rotary alles unternehmen muss, um dem gesetzten Anspruch gerecht zu werden, Völkerverständigung und Frieden durch eine im Ideal des Dienens vereinte Weltgemeinschaft zu fördern.
Und dennoch, das Thema ist zu vielschichtig, zu gewichtig, kann in einem Monatsmagazin nur angerissen werden. Herausragend der Beitrag des britischen Historikers Orlando Figes. Russland als kulturelles Herzstück Europas (in zurückliegender Zeit) zu bezeichnen, dürfte allerdings das Ergebnis einer verklärten Betrachtungsweise sein.

Hans-Eckhard Tribess
RC Lübecker Bucht/Timmendorfer Strand

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Zum Text "Goethe - Netzwerker, Influencer, Rotarier ", Heft 1 /2021

Goethe für Klugscheißer

Der Buchtipp unserer rotarischen Freundin und ihres Co-Autors, „Goethe für Klugscheißer“, ist originell und macht neugierig. Ebenso die im Rotary Magazin aufgeworfene Frage, ob Goethe heutzutage wohl Rotarier, Netzwerker oder Influencer wäre. Der Beitrag provoziert aber auch Rotarier aus der Goethestadt Weimar sich mit dieser Frage zu beschäftigen. Zur Beantwortung hat das Autorenteam leider nicht versucht, Goethes Schaffen, sein Werk und Verhalten unter „Service Above Self“ oder die „Vier-Fragen-Probe“ zu subsumieren. Stattdessen vermittelt geschildertes Erleben Goethes den Eindruck, er habe mit und in RC vergleichbaren Organisationen gelebt, ja diese gar gegründet und deren Mitglieder ge- und befördert. Richtig ist wohl, dass er sich in der damals 6000 Einwohner umfassenden Stadt nach Intellektuellen sehnte, zumindest solange diese ihn bewunderten. Das trifft auf die fast eine Generation jüngeren Humboldt Brüder und Hufeland zu. Aber gerade diese im Artikel Genannten bedurften keiner Förderung durch Minister Goethe. So erhielt Hufeland keineswegs wegen seines rotaryähnlichen Vortrags bei Goethe die Professur in Jena, er war nämlich bereits ein Jahr zuvor Mitglied der Leopoldina in Halle. Spätere Berufungen nach Padua und Moskau lehnte er zugunsten Weimars/Jenas ab. Dem gegenüber Goethe 18 Jahre jüngeren Alexander von Humboldt, mit dem er in Jena über Wochen nahezu täglich im Anatomiesaal (besser „Turm“) sezierte hat er „seine Entdeckung“ des Zwischenkieferknochens zu verdanken. Wilhelm Humboldt lebte „zufällig“, nämlich heiratsbedingt, im Herzogtum und suchte ebenfalls geistigen Austausch. Dass er einmal die politischen Geschicke der Hegemonialmacht Preußens beim Wiener Kongress 1815 vertreten würde, war bei seinem Vortrag 20 Jahre zuvor nicht absehbar und hat er sicherlich zuvorderst seine Fähigkeiten und nicht Goethe zu verdanken. Auf die Erhebung Weimars zu Großherzogtum hatten beide keinen Einfluss. Das hat Herzog Carl August schon selbst geschafft. Weder Goethes Einfluss noch sein Netzwerk sind, an heutigen Maßstäben gemessen, besonders. Auch bei Rotary sehe ich ihn bei meiner Subsumtion unter unsere Fragen nicht. Aber das auszuführen bedürfte eines eigenen Aufsatzes.

Bernhard Oedekoven
RC Weimar

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Zum Text  "Energiewende", Heft 1/2021

In Ergänzung zu den wichtigen Beiträgen der rot. Freunde Thomas Unnerstall (Rotary-Magazin vom August 20) und Roland Farnung (RM Jan. 21) zum Thema Energiewende und Energiekrise sollte jetzt eine ausführliche Besprechung des neuen Buchs der unabhängigen Wissenschaftler Fritz Vahrenholt und  Sebastian Lüning “  Unerwünschte Wahrheiten ( was Sie über den Klimawandel wissen sollten)”  folgen. Nach Meinung dieser Wissenschaftler kann von einem Klimanotstand keine Rede sein, es bleibt vielmehr ausreichend Zeit, um die fossilen Energieträger ohne Wohlstandsverlust und Naturzerstörung abzulösen.

Tilmann Herbolzheimer
RC Amberg

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Zum Text "Energiewende", Heft 1/2021

Ich teile Ihre Bedenken zur Energiewende. Ich war selber von 1971 bis 2015 in der Energiewirtschaft tätig, bei Shell, Gasunie, RWE (für das kommerzielle Gas mit damals 40 Mrd. m3/Jahr) und zuletzt als Berater für die größte Gasproduzenten in der Welt in Berlin. Von 2011 an war ich auch sechs Jahre lang Vorsitzender von RDG, also der Rotary Foundation für Deutschland. Als Energieexperten sollten wir alle aber allmählich offen anerkennen, dass die Energiewirtschaft nicht so kostengünstig bleiben kann wie sie war ohne riesige Schäden für den Umwelt und damit für die Welt. Je schneller man versteht, dass Energie teurer werden wird, um nachhaltig zu sein, je besser.

Sybe Visser
RC Dortmund Hoerde (Ehrenmitglied)

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Zum Text "Energiewende", Heft 1/2021

Der Artikel von Freund Farnung zeigt die Realität der Energiewende. Ich kann nur in allen Punkten zustimmen. In meinem Schreiben an die Redaktion vom 9. 12. 2020, das Sie leider nicht veröffentlicht haben, habe ich  schon die Meinung von Dr. Unnerstall in vielen Punkten widerlegt. Noch nie in der Geschichte gab es einen Energiewechsel bevor eine andere lukrativere Energie zur Verfügung stand. Das ist einfach zu erklären, weil ein Wechsel stets von der Wirtschaft gewollt und von Fachleuten umgesetzt wurde und nicht, wie es zurzeit der Fall ist, von Politikern  bestimmt wird. Als in England das Holz knapp wurde kam die Kohle und mit ihr die Dampfmaschine. Die Nuklearindustrie sollte so ein Wechsel sein, aber die überzogene Angst von der "Ewigstrahlung" des Abfalls etc., hat diese Technologie begraben, bevor sie sich überhaupt so richtig entwickeln konnte. Ich habe u.a. auch beim Bau des ersten, mit deutscher Technologie entwickelten Atomreaktors, dem AVR (Atom Versuch Reaktor) in Jülich, als Bauleiter mitgewirkt und  habe zuvor an  einer Spezialschulung für Reaktorbau  teilgenommen. Der von Prof. Schulten entwickelte Kugelhaufen Reaktor hätte Zukunft haben können, wurde auch in Hamm gebaut, aber schon in der Anlaufphase haben die Grünen es fertiggebracht den Reaktor stillzulegen. Vor einiger Zeit vernahm ich allerdings aus der Presse, dass ein solcher Reaktor, unter Mitwirkung von Prof. Schulten, in Südafrika gebaut werden soll. Was daraus geworden ist entzieht sich meiner Kenntnis. Ich bin aber fest der Meinung, dass bei einer Weiterentwicklung der Nukleartechnik in Deutschland auch eine Lösung der Sicherheitsfrage und der Entsorgung gefunden worden wäre. Entwicklung funktioniert nur, wenn man auch Rückschläge in Kauf nimmt.

Der Autor des Artikels betrachtet allerdings nur  die wirtschaftliche Seite der Wende, demnach  bewirkt Deutschlands  selbst gesetztes Ziel der CO2 Einsparung global kaum etwas, außer den Ehrgeiz Musterschüler zu sein.  Dafür ist aber der finanzielle Aufwand von 1.170 Milliarden Euro entsetzlich Zuviel. Global ist unser Beitrag zur CO2 Einsparung nur magere 0,5%. Da drängt sich doch die Frage auf welchen Anteil hat den das vom Menschen gemachte anthropogene CO2 an der Klimaänderung überhaupt? Dazu gibt es kaum offizielle Antworten, aber Vorschläge wie man CO2 reduzieren kann gleichen oft einer Lachnummer, die man kaum ernst nehmen kann. Wie z.B. bei der Tierhaltung, man könnte den Rindern Methanpillen verabreichen. Na, guten Appetit ihr Steakesser.

Bruno F. Forster
RC Zell am See 

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Zum Titelthema „Glocken“, Heft 12/2020

Mit der Dezemberausgabe des Rotary Magazins haben Sie mir viel vorweihnachtliche Lesefreude bereitet. Insbesondere hat es mir das Titelthema angetan. Mit zwei geöffneten Endgeräten (eins für das PDF mit der Konfiguration, eines für den Sound) habe ich Geläute zusammengestellt und die „Stimmen des Himmels“ erklingen lassen. Noch immer habe ich nicht alle interaktiven Links ausprobiert und erkundet. Corona wird mir die nötige Zeit für solche Expeditionen „schenken“. Vielen Dank für eine wunderbare Zeit mit diesem liebevoll, recherchierten Thema.

Gabriele Arndt-Sandrock
RC Rehburg-Loccum 
am Kloster 

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Zum Titelthema „Glocken“, Heft 12/2020

Das ist ja eine tolle Idee, liebe Freundin Eichenauer, uns
als Hörer über die QR-Codes am Klangerlebnis teilhaben zu lassen und uns, nicht mehr allein nur Leser, mit diesen klingenden Seiten im Rotary Magazin zu erfreuen. Herzlichen Glückwunsch dazu und Dank!

Klaus-Peter Schulz
RC Cloppenburg-Quakenbrück

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Zum Titelthema „Glocken“, Heft 12/2020

Ich möchte mich für die tolle Ausgabe bedanken. Die Idee mit den vielen QR-Codes zu den Glocken fand ich super!

Felicia Sternfeld
RC Lübeck-Holstentor

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 Zum Artikel „Macron hat recht, der Islam befindet sich in der Krise“, Heft 12/2020

Erstaunt und sehr erfreut stelle ich fest, dass unser Magazin zum so drängenden Problem, dem gewalttätigen Islamismus, so klar Stellung bezieht, beziehungsweise Ruud Koopmans so eindeutig zu Wort kommen lässt. Alle gutgemeinten Dialoge mit muslimischen Vertretern werden immer wieder von Gewaltexzessen im Namen des Propheten konterkariert. Und danach rücken meist wohlmeinende „Versteher“ aus, die die Untaten der Mörder mit dem tristen Umfeld in der muslimischen Parallelwelt zu erklären versuchen. Und jene Wenigen, die das Kind beim Namen nennen, dass der Islam zur Gewalt neigt, werden mit Drohungen eingeschüchtert, beziehungsweise als islamophob denunziert.

Ich danke Ihnen jedenfalls, dass Sie diesen Artikel zugelassen haben und hoffe sehr, dass auch in der rotarischen Welt das Thema vermehrt diskutiert wird. Auch Rotary, als wichtiger Teil der demokratischen Gesellschaft, muss Stellung beziehen, wenn wir nicht Gefahr laufen wollen, dass unsere christlich-abendländischen Werte durch radikal-muslimische Parallelwelten untergraben werden. Unsere Enkel sollen uns nicht wieder den Vorwurf machen müssen, dass wir die Gefahr wohl erkannt haben, aber nicht entschlossen dagegen aufgetreten sind, oder einfach den Kopf in den Sand gesteckt haben.

Harald Marschner
RC Enns

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 2020, monat, magazin, november

Zum Artikel "Mitstreiter gesucht", Heft 11/2020

Im Artikel über Malaria und die Rotary Action Group „Rotarians Against Malaria“ fehlt ein Hinweis auf die Homepage von RAM: www.ram-global.org

Dafür steht beim Aufruf über Google eine Übersetzung auf Deutsch zur Verfügung. In einem kurzen Video wird RAM-Global präsentiert: https://youtu.be/BuPIUz02gFQ

Die Welt ist gegenwärtig mit der Bekämpfung der Coronapandemie beschäftigt. Doch wir Rotarier dürfen dabei die anderen großen Gesundheitsprobleme der Welt nicht vergessen. Die WHO erwartet, dass sich in diesem Jahr wegen der Lockdown-Maßnahmen die Zahl der Todesfälle durch Malaria von bisher etwa 400 000 verdoppeln wird. Im Kampf gegen Malaria ist der finanzielle Beitrag von Rotary eher bescheiden. Aber die bewährten Strukturen der Mitarbeiter im Kampf gegen Polio und HIV sind in der Prävention von Malaria sehr bedeutend. Wer über rotarische Projektarbeit in Afrika mehr erfahren möchte, kann im November-Magazin „The Wave“ für Uganda/Tansania (Seite 54) Details nachlesen:  HIER - "Rotarians against Malaria: For a Malaria-free world (Rotarian Regional Magazin "The Wave").

Wir sind eine engagierte Rotary Action Group und hoffen auf die Mitarbeit weiterer Freunde. Über RAM können wir Verbindung zu Clubs in Afrika herstellen.

Dr. Konrad Meyfarth
RC Berlin - Brücke der Einheit

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Zum Artikel „Die Zukunft der Innenstädte“, Heft 11/2020

Der Artikel von Dieter Hoffmann-Axthelm über die Zukunft der Innenstädte, der sich leider mehr mit der eigenen Form als mit dem Inhalt seiner Aussagen beschäftigt, motiviert mich, den Themenkomplex Innenstadtentwicklung für das Rotary Magazin anzuregen.

Selbst Herr Altmaier hat inzwischen erkannt, dass Innenstädte einer der wesentlichen Identifikationsfaktoren für eine Stadt sind. Deren Mix aus Handel, Gastronomie, Dienstleistern ist oft wichtiger als die Bausubstanz. Als Einzelhändler mit mehreren Filialen beschäftigt mich das Thema naturgemäß seit vielen Jahren und es gibt viele gute, aber auch sehr viele schlechte Beispiele für Innenstadtentwicklung.

Hier spielen Faktoren wie veränderte Mobilitätsanforderungen, Wohnsituationen, Aufenthaltsqualität, Veranstaltungen, Sauberkeit und Sicherheit, aber natürlich auch die Qualität und der Sortimentsmix in Handel und Gastronomie eine Rolle. Dass diese Strukturen sich in Zeiten von Covid-19 gravierend verändern, haben inzwischen viele Menschen verstanden. Was man allerdings tun kann, um den Prozess aktiv zu steuern, ist dann leider oft unklar. Und es sollte spätestens jetzt überall ein solcher Prozess gestartet werden, wenn man noch eine Chance haben möchte, mit „seiner“ Innenstadt im zunehmenden Wettbewerb mit anderen Städten, aber natürlich auch mit Online-Angeboten zu bestehen.

Jens Koch
RC Hildesheim

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Zum Titelthema, Heft 11/2020

An dieser Stelle möchte ich ausdrücklich das tolle Design und die Masken-Illustrationen der November-Ausgabe loben. Ich war beim Betrachten amüsiert und betroffen zugleich. Da ich in den vergangenen Monaten an der Beschaffung von persönlicher Schutzausrüstung für das hessische Gesundheitswesen beteiligt war, ist dieser kreative Umgang mit einer OP-Maske für mich eine wunderbare Abwechslung gewesen.

Katharina Storck 
RAC Wiesbaden

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Zum Titelthema, Heft 11/2020

So lange der Sinn des Virus, der als notwendige Demut und überlebensnotwendige Nachhaltigkeit hervorlugt, nicht die genügende Beachtung findet, bleiben wir nach wie vor grundsätzlich ausgeliefert. Dazu gehört die Einsicht, dass die menschliche Hybris – wir kriegen alles hin – ein Trugschluss ist. Der zweite Sinn ist die Notwendigkeit einer nachhaltigen Ökonomie. Diese ergibt sich allein schon aus den Bildern der NASA, die nach einer Woche Lockdown über Wuhan/Hubei seit zehn Jahren dort mal wieder blauen Himmel zeigten. Dies und nichts anderes bedeutet das Virus. Also, bitte!

Werner Dinkelbach
RC Remagen

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Zum Titelthema, Heft 11/2020

Mit großem Interesse habe ich die Analyse in dem Beitrag „Querfront der Querdenker“ gelesen. Ich würde diese zum großen Teil mitgehen, möchte aber dennoch einige wichtige Aspekte zu bedenken geben. Der Begriff des institutionalisierten Misstrauens ist, denke ich, korrekt. Die Schlussfolgerung, dies hätte etwas mit Paranoia zu tun, halte ich jedoch für gefährlich. Wir sind uns wohl einig, dass es zu bezweifeln ist, dass alle diejenigen, die bei Querdenkern mitlaufen, Aluhutträger im Geiste sind.

Es ist auch eher unwahrscheinlich, dass alle, die sich heute aus verschiedenen Gründen der AfD nahe fühlen, politisch rechts eingestellt sind. Genau so wenig sind Menschen (bis auf wenige Ausnahmen), die heute gegen die Einschränkungen der Grundrechte auf die Straße gehen, Coronaleugner. Es ist jedoch ein Effekt der aktuellen medialen Berichterstattung, dass genau dies vielen unterstellt wird.

Mich regt dies zum Nachdenken an. Eine offene Frage: Wäre eine ZDF-Reporterin vorstellbar, die sich positiv zu Querdenkern äußert? Welche Auswirkungen auf ihre Karriere müsste sie befürchten? Wirklich keine?

Der Vorwurf an Politik und Mehrheitsmeinung: Kritik an der Richtigkeit von Maßnahmen werde herabgewürdigt und Einheitsmeinungen vertreten. Gering geworden sei die Zahl derer, die sich dem nicht anschließen, da diese Zeitgenossen doch gesellschaftliche Ächtung oder zumindest eine Versetzung riskieren könnten. Leider gibt es diese Beispiele tatsächlich und sie haben eine fatale Signalwirkung. Die stramme Ausrichtung der Medien, der Politik und fast aller allgemein anerkannten Meinungsbildner ist inzwischen frappierend geworden. Abweichende Meinungen und Argumente werden in breiten Kreisen teils nicht mehr toleriert und auf unterschiedliche Weise abqualifiziert. In meinem Bekanntenkreis gibt es Menschen (sicher keine Aluhutträger), die inzwischen berufliche und gesellschaftliche Nachteile befürchten, wenn sie ihre Meinung frei äußern. Wirklich Paranoia?

Ist das, was wir in öffentlich-rechtlichen Nachrichtensendungen sehen und hören, tatsächlich eine objektive Berichterstattung? Der, der die Tonalität, die Wortwahl und die Bildauswahl einmal bewusst wahrnimmt, wird sich manchmal fragen, ob so mancher Journalist/In als Teil der fünften Gewalt im Staate ihre/seine Aufgabe noch in objektiver Berichterstattung sieht, oder eher in einer erzieherischen Rolle für das breite Volk. Diese Befürchtung macht sich in weiten Teilen der Gesellschaft breiter und breiter. Eine wachsende Zahl von Menschen fühlt sich in Parteien und Medien der sogenannten Mitte nicht mehr vertreten. Bereits vor vier Jahren hat dies zur Wahl von Donald Trump beigetragen.

Das ganz aktuell vorgelegte Gesetz zum Schutz der Bevölkerung durch die Erleichterung von Grundrechtsbegrenzungen im Krisenfall (im Zusammenhang mit dem Infektionsschutz) wird diese Gruppen insofern weiter gedanklich isolieren, geradezu in Richtung Populismus treiben und den gesellschaftlichen Konsens langfristig auf eine harte Probe stellen. Denn auch wenn die Pandemie eines Tages vorbei sein sollte, das Gesetz bleibt und verändert die Liberalität unseres Rechtsstaats und unserer Gesellschaft.

Demokratie heißt auch, Minderheiten (umso mehr, wenn es um große Minderheiten geht) ernst zu nehmen. Dies gilt für Querdenker genauso wie für Trump-Unterstützer (immerhin ca. 70 Mio. Wähler). Wir alle sollten nicht plakativ auf Aluhüte und den (ehemaligen) US-Präsidenten hinab schauen sondern die Menschen ernst nehmen, die mit ihnen laufen und ihre Beweggründe. Es ist zu leicht geworden, als Anhänger der Mehrheitsmeinung eines beliebigen Politikfeldes Andersdenkende zu überrollen. 

Vor allem die Medien sollten sich auf ihre Rolle der Förderung eines politischen Diskurs zurück besinnen und Objektivität wahren. Deutschland riskiert sonst, den konfliktreichen Weg einer völligen Polarisierung der Gesellschaft einzuschlagen. Es ist, wie in den USA, auch hierzulande möglich, dass die Spaltung noch größer wird. Populisten erreichen ihr volles Stimmenpotenzial gerade deshalb noch nicht, weil ihre politisch rechte DNA vielen Wählern am Ende dann doch noch zuwider ist. Nach meiner Wahrnehmung hätte ein politischer „Rattenfänger“ mit mehr Geschick als die AfD heute jedoch leichtes Spiel und die nun fast unausweichlichen wirtschaftlichen Verwerfungen werden diese Tendenz verstärken.

Thomas Dorbert
RC Frankfurt-International

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Zum „Standpunkt“, Heft 11/2020

Kontinuität hat Priorität? Wo es um enge Abstimmung, Informationsübergabe und Erfahrungsaustausch geht, können informelle Gruppen wie Stafetten hilfreich sein. Aber Kontinuität allein reicht nicht. Auch Disruption gehört zu einem Lebensprozess, denn ohne Störung gibt es keine Weiterentwicklung und keine Innovationen. Was Joseph Schumpeter für den Wirtschaftsprozess postuliert hat, gilt sicherlich auch für den rotarischen Prozess. Manchmal überwiegt allerdings eine ganze Zeit lang die Kontinuität. Vielleicht sind die Rotary Distrikte in Deutschland hierfür ein gutes Beispiel:

Vor mehr als 20 Jahren hat Rotary International Assistant Governors und damit eine wichtige Mittlerfunktion zwischen Clubs und Distrikt geschaffen. Zwar hat man AGs (weisungsgemäß?) installiert, aber nicht mit Leben gefüllt; ihr Potenzial kommt deshalb bis zum heutigen Tage nicht optimal zum Tragen.

In den District Leadership Plans, deren Notwendigkeit gleichzeitig eingeführt wurde, scheinen die Distrikte die schon seinerzeit geübte Praxis bei der Governorwahl festgeschrieben zu haben. Obgleich Rotary International Demokratisierungsprozesse unterstützt und für die Clubsverschiedene Möglichkeiten zur Mitbestimmung bereithält, verharren wir in einem scheinbar unveränderlichen Zustand. Jeder Distrikt möge insoweit prüfen, wie viele der von den Clubs vorgeschlagenen Kandidaten tatsächlich zu einem Governor nominee ernannt wurden und wo Nachfolger unter Beteiligung von Clubs ausgewählt werden. Im Distrikt 1900 treten wir zu diesen Themen jetzt in die Diskussion ein.

Die genannten Beispiele veranschaulichen aus meiner Sicht, dass es nicht reicht, Kontinuität mithilfe von Governorstafetten abzusichern. Wir müssen uns weiterentwickeln, so wie die Gesellschaft sich
weiterentwickelt.

„And even if some fellow Rotarians will complain, that it does not look like their old Rotary: We have to change!“, hat Holger Knaack die Acting Governors auf der Assembly in San Diego zum Change aufgefordert und damit jedem einzelnen seine ganz persönliche Verantwortung vor Augen geführt.

Anke Schewe
Distriktgovernorin 1900
RC Essen-Gruga

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Zum Standpunkt, Heft 11/2020

Nachdem sich kein Leser zu einer Äußerung geoutet hat, könnte der Eindruck entstehen, als ob jeder mit der vertretenen rotarischen Wachstumsphilosophie einverstanden wäre. Ich bin es nicht. Sie mag für Länder mit großem Bevölkerungswachstum gelten. Für uns in Deutschland reicht zur Stabilisierung der Lebensfähigkeit m.E. die ungefähre Erhaltung der Clubstärke oder nach Wunsch Aufstockung. Wachstum um jeden Preis mag ökonomischen Zielen entsprechen, an andere Stelle hat es Drogencharakter. Im übrigen sollten wir uns im Rotary MAGAZIN linguistische, begrifflich dort undefinierte Ausflüge ersparen („Intrinsische Motivation”, S. 14), die dem deutschen Durchschnittsrotarier ungeläufig sind.

Dr. Norbert Hahn
RC Lübeck

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Zum Artikel „Allein um die Welt“, Heft 11/2020

Da ich mich sehr fürs Segeln interessiere, habe ich mit viel Interesse die Geschichte über Boris Herrmann gelesen. Eines ist mir aufgefallen: Einen ganz wichtigen Punkt hat der Autor Andreas Wolfers völlig vergessen – und die Redaktion hätte das beim Redigieren hineinnehmen müssen: Herrmann war der Skipper von Greta Thunberg bei ihrer Atlantik-Überquerung. Das hätte die Geschichte aufgepeppt.

Hedwig Schneid
RC Wien-Stadtpark

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Zu „Peter Peter“, Heft 11/2020

Herr Peter greift ein Thema über unsere Brotkultur auf, worüber nachzudenken es sich lohnt. Bekanntlich ist Brot in unserer Kultur tiefverankert, denn es vermittelt mehr als reine Lebensmittel-Kalorien. Begriffe wie Säen und Ernten, Mahlen und Backen liegen nahe. Brot vermittelt religiöse Inhalte oder erinnert an Hunger und Not. Brot war in älteren Zeiten immer auch Teil künstlerischer Darstellungen, die heute nur noch selten zu finden sind. Der heutige Nimbus von Brot hat sich sehr stark gewandelt und wird vom Verbraucher eher als „normales“ Lebensmittel wahrgenommen. Brot als Träger und Vermittler von Geschmack und Genuss gerät demnach viel zu schnell und viel zu oft in den Hintergrund und lässt qualitative und kultivierte Wünsche offen.

Länder wie Deutschland, Polen, Rußland, Ukraine auch Österreich waren noch vor ca. 70 Jahre überwiegend Roggen-Länder. Heute liegt der Roggenanteil für die Brotherstellung in Deutschland nur noch bei ca. 10 %. Ähnliche Tendenzen – etwas weniger ausgeprägt – findet man u.a. auch in Polen oder Rußland. Das Baguette, die Pizza, der Hamburger Bun, das Sandwich-Brot oder auch der Donut sind kulinarische Indikatoren westlich geprägter Länder. Daran mag man u.a. einen beachtlichen kulturellen und in der Folge kulinarischen Wandel erkennen, der sich in nur wenigen Jahrzehnten manifestiert hat.

Autor Peter hebt in seinem Beitrag offenbar auf Roggenbrot bzw. überwiegend roggenhaltigen Broten ab (Graubrot, Vierpfünder etc.), indem er u.a. von einem „Faszinosum altdeutscher Laibe“ spricht und dieses verbindet mit einer vermeintlichen „Wiederentdeckung“ einer „echten Brotkultur“ oder von „ehrlichem Graubrot“ etc. Dazu seien kritische Anmerkungen gestattet: Derartige Brote wurden und werden nicht mit „Backtriebmittel“ (chemische Teiglockerung z.B. Backpulver) hergestellt. Der Autor verwechselt diesen Begriff mit einem ähnlichen Begriff den sog. „Backmitteln“. Beide Begriffe sind u.a. juristisch anders definiert. Und Melasse dient selbstverständlich nicht der Verbrauchertäuschung, gemeint ist wohl eher eine verbraucherseitige Einschätzung dazu.

Niemand wird vermutlich analog auf die Idee kommen, etwa Malz oder Hefe (vor ca. 200 Jahren kannte man z.B. noch keine Hefe) als bekannte Zutaten bei Brot in Richtung einer Verbrauchertäuschung zu interpretieren. Wenn Herr Peter von echter Brotkultur spricht, die nach seinen Ausführungen wiederentdeckt werden würde, dann sind das eher romantisierende Eindrücke. Denn in „alten Zeiten“ (noch bis in die siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts) charakterisierte sich das vorhandene Brot-Getreide (namentlich der Roggen aber auch der Weizen) qualitativ eher in der Nähe von Futtergetreide. Die Qualität vor allem des Roggens war z.T. so schlecht, dass eine Backfähigkeit nicht oder zu selten gegeben war (Auswuchs bei Roggen). Auch war die Intoxikation namentlich von Roggen in manchen Erntejahren u.a. mit Mykotoxinen derart hoch (Mutterkorn-Alkaloide), dass gerade durch den Verzehr von Roggenbroten vor allem im Mittelalter entsprechende Epidemien wüteten (Ergotismus, St. Antonius Feuer). Hieronymus Bosch und Pieter Brueghel d.Ä. haben dazu zahlreiche bildliche Darstellungen
vorgelegt.

Epidemien dieser Art traten noch Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts in Rußland auf oder Mitte der fünfziger Jahre im selben Jahrhundert in der Provence. Noch in den dreißiger und vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde durch den deutschen Staat mithilfe von Beimischungs-Anordnungen u.a. für Roggenbroten dafür gesorgt, dass die Volksernährung gesichert wird. Es ging um Backfähigkeit und Autarkie. Es ging seinerzeit schlicht nicht ohne den Einsatz z.B. von sog. Backmitteln (z.B. Kartoffelmehl, Maismehl, Weizenstärke, Milchsäure, Lezithin), um überhaupt ansprechende und verdauliche Backwaren herstellen zu können. Getreide-Mehl ist eben weit mehr als „weißes Pulver“, das automatisch immer gleichgut anfällt und daher nur „richtig“ verarbeitet werden müsse. Die heutigen Züchtungen und Aufwüchse sind so anders, so viel besser backfähig, dass es aufgrund dieser Situation den Backbetrieben überhaupt erstmals möglich ist, ohne viel Drumherum gute bis sehr gute Backwaren erzeugen zu können. Die moderne Müllerei-Technologie ist darüber hinaus in der Lage mit Mutterkorn befallenes Getreide (primär Roggen) nahezu vollständig zu beseitigen, so dass die heutigen Aufwüchse diese o.g. Probleme mit Mykotoxinen nicht oder fast nicht mehr kennen.

Dieses und mehr meint der Autor Peter vermutlich nicht, wenn er romantisierend von einem „verlorenen Wohlgeschmack des Brotes“ spricht“ und subkutan vermittelt, diese Attribute aus früheren Zeiten wiederentdecken zu können. Es ist das Zusammenspielt von neuartigen Züchtungen bei Getreide und der modernen Müllerei-Technologie, die es heutigen Backbetrieben erlaubt, sehr gut backfähige Getreide-Sorten zur Verfügung zu stellen, die auch ohne viel Additive , gepaart mit bäckerischem Geschick, ein wohlschmeckendes und nutritiv wertvolles Backwerk überhaupt erst zulassen.

Die heutigen Sorten sind überdies so geartet, dass es ohne lange Teigführungen gar nicht ginge. Würde man ein Roggenmehl z.B. aus dem Jahre 1970 mit heutigen Verfahren der langen Teigführung herstellen wollen, so würde mit sehr großer Wahrscheinlichkeit kein ansprechendes, kein schmackhaftes und kaum ein gut verdauliches Brot entstehen können.

Klaus Lösche
RC Bremerhaven-Wesermünde

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 Zur Bröckedde-Folge „Der Fremde im Zug“, Heft 11/2020

Fast bin ich geneigt, zuerst die letzte Seite des Rotary Magazins aufzuschlagen, um das neue Abenteuer des RC Bröckedde zu lesen. Kompliment an den Autor Alexander Hoffmann, dem immer wieder eine neue Episode einfällt. Besonders über die vom ihm kreierten Namen kann ich mich amüsieren. Da ich nicht weiß, ob der Autor den wahren Ort Oberholzklau im Siegerland kennt, hier ein kurzer Hinweis. In meinem Heimatort Hörstel im nördlichen Münsterland entstand Anfang des vergangenen Jahrhunderts im ehemaligen Zisterzienserinnenkloster Gravenhorst eine Eisenhütte. Da die Bewohner dieses Landstrichs den Arbeitsprozess der Verhüttung nicht kannten, wurden Arbeitskräfte aus dem Siegerland angeworben. Einige dieser Arbeiter blieben hier am Ort und wurden später auch dort begraben – eben ein Christian Richard Becher aus Oberholzklau, wie ein Grabstein von 1861 beweist.

Klaus Offenberg
RC Tecklenburger Land

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 Zur Bröckedde-Folge „Der Fremde im Zug“, Heft 11/2020

Den Bröckedde-Bericht „Der Hybrid-Rotarier“ möchte ich als ganz besonderes Kleinod rühmen, für mich ein blitzender Brillant unter den vielen, vielen bunten Edelsteinen, mit denen ich auf der letzten Seite unseres Magazins beschenkt wurde. Ich scheue nicht vor schwärmerischen Lobesworten zurück:  Die Fähigkeit, auch in einer großen lähmenden Krise nicht dem Bedrückenden zu unterliegen, sondern dennoch etwas Lebensfrohes herauszufiltern, ist für mich schon einmal etwas Besonderes. Aber jenen anderen Autor würde ich gerne genannt bekommen, dessen Schatzkiste an vielschichtigen Beobachtungen, prägnanten Formulierungen und humorvollen Einfällen auch nach jahrzehntelanger Entnahme nicht leer wird. Ja, in der Tat, Jahrzehnte.
 
Dass es Jahrzehnte geworden sind, merke ich an mir, der mit der erfolgreichen Benützung digitaler Eingabe- und Befehlstasten (um an einem Hybrid-Meeting via „Zoom“ teilnehmen zu können) große Schwierigkeiten hat, gehöre ich doch jener Generation an, die anstelle dessen noch handgeschriebene Briefe mit lesbarer Schrift zu verfertigen lernte. Der Autor der Bröckedde-Berichte vermag hingegen scheinbar mühelos am Puls der Zeit zu bleiben und die neuen digitalen Rahmenbedingungen beneidenswert up-to-date und mit leichter Hand darzustellen.
 
Mit leichter Hand: Das soll auch einmal herausgestrichen werden: die Wahl von Herrn Marcus Schäfer war seinerzeit ein großer Glücksgriff: Er hat das „korrespondierende Mitglied des RC Bröckedde“ kongenial begleitet, auch mit der letzten Illustration, jene mit dem großen Flachbildschirm und der Darstellung eines „Zoom“-Meetings.
 
Beiden Herren – und der Redaktion des Rotary-Magazins – dankt (summiert man’s) für viele frohe Stunden als einer aus ihrer Fan-Gemeinde.

Martin Richter
RC Innsbruck-Alpin

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2020, leserbriefe, leserforum, leser, rotary magazin, reaktion

Zum Titelthema, Heft 10/2020


Zu dem Heft Oktober 2020 „Stolz und Vorurteil“ kann ich nur gratulieren. Insbesondere das Gespräch von Johann Michael Möller mit Klaus-Dieter Lehmann verdient eine besondere Hervorhebung. Den Darlegungen von Herrn Lehmann kann ich Satz für Satz nur zustimmen. Von Anfang 1992 bis Ende 1996 war ich an der Universität Jena und habe exakt die von Herrn Lehmann beschriebenen Erfahrungen gemacht. Es war ein Lernprozess auch für die, die frisch 
in den Osten kamen. Warum sind sie überhaupt gekommen? Weil man die Einheit nicht begrüßen kann, um dann vor dem Neuaufbau zu kneifen. Natürlich spielen da auch, wie Herr Lehmann korrekt beschreibt, familiäre Wurzeln im Osten eine Rolle, aber de facto war es doch die neue Herausforderung. Warum ging ich dann Ende 1996 zurück nach Bonn? Dazu gäbe es viel zu erzählen, aber ein gewichtiger Faktor war die scheußliche Äußerung von Dieter Simon, von 1989 bis 1992 Vorsitzender des Wissenschaftsrats, der öffentlich mitteilte, an die Ost-Universitäten hätten sich nur die „Flaschen“ aus dem Westen beworben. Da ich mich in Jena auch im Gespräch mit den Ost-Kollegen sehr wohl fühlte, hatte ich es gar nicht vor, mich wieder woanders zu bewerben. Aber nach der Äußerung von Simon bin ich sofort zu unserem Kanzler Dr. Klaus Kübel gegangen und habe ihm gesagt, dass ich durch Simon geradezu gezwungen bin, es wieder zu versuchen. Dann also Bonn. Es gibt Schlimmeres. Vielen Dank noch einmal für das ausgezeichnete Heft.

Wolfram Hogrebe
RC Düsseldorf

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Zum Titelthema, Heft 10/2020

 

Im Oktoberheft las ich mit großem Interesse die Beiträge zur einzigartigen Erfolgsgeschichte. Richard Schröders Artikel gefällt mir gut. Als ein Defizit empfinde ich die einzigartige Erfolgsgeschichte der Demilitarisierung der ehemaligen DDR durch das Bundeswehrkommando Ost in Strausberg ab 1990 ohne Blutvergießen. Damit war auch die Überwachung und Unterstützung der Westgruppe der sowjetischen Truppen über die Befehlsstelle Wünsdorf durch das Bundeswehrkommando Ost verbunden. Die ersten Wehrpflichtigen aus den neuen Ländern des Beitrittsgebietes wurden durch anfängliche Ausbildung in westdeutschen Standorten und Rückversetzung integriert. Letztlich spielte sich hier auf dem Boden des beigetretenen Gebietes das größte Stück der größten europäischen Abrüstung der Geschichte ab. Schade, dass dieser Teil des Vereinigungsvorgangs fast überall in Vergessenheit geraten ist.

Werner von Scheven
RC Potsdam

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Zum Artikel „Der Trumpismus hat viel verändert“, Heft 10/2020

Die Spaltung der Gesellschaft in den USA, die angesichts der Präsidentschaftswahlen als oftmals unüberbrückbar angesehen wird, beunruhigt mich ungemein. Ich denke an die rotarischen Freunde in den Clubs in den Vereinigten Staaten. Von ihnen haben wir viele unserer Ideale des Zusammenlebens übernommen. Macht sich die Spaltung in den USA auch bei Rotary bemerkbar? Oder gibt es Clubs mit gemischter politischer Anhängerschaft? Was wird aus den deutschen Clubs, wenn der Satz Geltung bekommen könnte: „Von den Amerikanern lernen, heißt Gutes lernen?“

Alfred Wegewitz
RC Fürstenwalde

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Zum Artikel „Schuld und Tragik eines Rotariers“, Heft 10/2020

Mit den Beiträgen im Oktober-Heft des Rotary-Magazins haben Sie es wieder einmal geschafft, unterschiedliche respektive gegensätzliche Sichtweisen auf ein bedeutendes Geschehen der Deutschen Geschichte zu verdeutlichen.

Der Beitrag von Freund Josef Kraus zur Gender-Sprache wäre es wert, einer breiten Öffentlichkeit nahegebracht zu werden, ebenso der Beitrag von Freund Richert zu unseren kulturellen Wurzeln.

Besonders berührend und sehr nachdenklich stimmend ist jedoch der Artikel „Schuld und Tragik eines Rotariers“. Nachdenklich stimmend deshalb, weil es – wie die Ausführungen von Freund Erdmann zeigen – offensichtlich möglich ist, völlig gegensätzliche Weltanschauungen mittels des Herausstellens einzelner Faktoren zu einer scheinbar gemeinsamen Basis zusammenzuführen. Insbesondere in Zeiten des Internets und der damit einhergehenden Fake-Nachrichten-Flut stellt sich die Frage, inwieweit dies auch heute (sehr viel leichter?) möglich wäre.

Ernst W. Bergmann
RC Erfurt-Krämerbrücke

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Zum „Standpunkt“, Heft 10/2020
Bitte nicht unsere Sprache verhunzen!

Inhaltlich und mit dem Herzen bin ich mit dem Verfasser völlig einer Meinung. Das liegt sicher auch und besonders daran, dass Freund Kraus und ich einer Altersgruppe angehören. Die „amtierende“ Generation ist darin jedoch vielleicht und gerechtfertigt anderer Meinung, Änderungen müssen manchmal eben sein. Nur wenn opportunistische Menschen dem Zeitgeist voraus sein wollen, dann sollte die Mehrheit ihnen deutlich widersprechen und Unsinnigkeiten entschieden zurückweisen.

Werner Altekrüger
RC Wedel

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Zum „Standpunkt“, Heft 10/2020
Bitte nicht unsere Sprache verhunzen!

Ich lese immer gern das Rotary Magazin und bin informiert, was aktuell diskutiert ist. Dass die „Gender-Sprache“, so der Untertitel in Heft 10/2020, die „Gemüter erhitzt“, ist nur zu begrüßen. Würde sie auch die Gehirne beflügeln, wäre es noch besser. Schade um das eigentliche Thema, nämlich den Mann und die männliche Sprachform noch immer als die „Norm“ zu betrachten und alles nicht-Männliche als „mitgemeint“ abzutun. Was hinter der Nichtnennung von Frauen und deren Leistungen für die gesellschaftliche Entwicklung verborgen geblieben ist, für Jahrhunderte, und auch explizit bezweckt war, dürfte allen denkenden Menschen inzwischen bewusst sein.

Angelika Lipp-Krüll

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Zum „Standpunkt“, Heft 10/2020
Bitte nicht unsere Sprache verhunzen!

Josef Kraus gebührt Dank. Unsere schöne deutsche Sprache hat ihre Verhunzung durch die Gendersprache nicht verdient. Der Furor des Reformierungswahns drängt Andersdenkende ins Abseits, beleidigt Sprachsinn und produziert Krampf. Dieser Standpunkt sollte stets vertreten werden, mit oder ohne ironischen Unterton und ungeachtet des Vermögens des Gesprächspartners, Humor zu ertragen.

Harald Peipers
RC Essen-Baldeney

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Zum „Standpunkt“, Heft 10/2020
Bitte nicht unsere Sprache verhunzen! 

Ich kann dem Beitrag unseres rotarischen Freundes Josef Kraus zum Gendern in der deutschen Sprache nur zustimmen. Auch ich tue mich schwer mit dem Gender-Deutsch, das immer mehr auf dem Vormarsch ist, vor allem in den öffentlichen Verwaltungen, an den Hochschulen und Universitäten. Längst ist es im Deutschen Bundestag angekommen, bei „Anne Will“ und auch bei Rotary. Selbst das Wort „Gott“ wird bei der „Katholischen Studierenden Jugend“ (KSJ) inzwischen mit dem Gendersternchen versehen.

Die Professorin Lann Hornscheidt treibt es für mich auf die Spitze, wenn sie mit einer kleinen Wortveränderung die traditionellen Geschlechterrollen in der Sprache aufbrechen und neutralisieren will. Studenten und Studentinnen sollen „Studierx“, Professoren und Professorinnen „Professx“ heißen. So funktioniert Sprache nicht. Natürlich muss es in unserer Gesellschaft geschlechtergerecht zugehen. Das ist doch keine Frage. Aber solche sprachlichen Veränderungen tragen nicht zur sprachlichen Verständigung bei. Sprache ist ein hochkomplexes System von Zeichen, das ich nicht einfach verändern kann, sowie die Verfechter der Gender-Sprache es gerne tun.

Unsere Sprache hat alles, sagt der bekannte Sprachwissenschaftler Peter Eisenberg, was man zur Vermeidung von Diskriminierung durch das Geschlecht braucht. Liebe*r, liebe*r Lesende*r, es ist des Genderns genug.

Norbert Stallkamp
RC Wertheim am Main

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2020, september, leserbriefe
Zum Standpunkt, Heft 9/2020

Duzen oder siezen?

Wir leben in einer Zeit permanenter Veränderungen. Christof von Dryander spricht einen Aspekt dieser Veränderungen an und plädiert für Anpassung der rotarischen Gepflogenheiten an das, was er in Teilen der Gesellschaft beobachtet hat. Nicht das „Sie“ solle be