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Nachruf - Zum Tode von Walter Scheel

Rotarier trauern um Walter Scheel

Nachruf - Zum Tode von Walter Scheel - Rotarier trauern um Walter Scheel

Die Rotary Clubs Bad Krozingen und Bonn trauern um ihr Ehrenmitglied Walter Scheel. Der ehemalige Bundespräsident ist am Mittwoch, 24. August 2016, im stolzen Alter von 97 Jahren in Bad Krozingen gestorben.

29.08.2016

Mit Walter Scheel hat uns ein verdienter, hoch angesehener Politiker verlassen, der die Bundesrepublik Deutschland geprägt hat; zugleich ein guter, stets bodenständiger Mensch und ein Ehrenmitglied, auf das die Rotary Clubs Bad Krozingen und Bonn stolz waren und sind.

„Niemand verkörpert so wie Walter Scheel die Erfolgsgeschichte dieser Bundesrepublik“, schreibt der Publizist, Politikwissenschaftler und Zeithistoriker Arnulf Baring in einem Aufsatz mit dem Titel „Mr. Bundesrepublik“. Walter Scheel hat sich als Politiker um unser Land verdient gemacht. Sein Leben und sein politisches Wirken wurden durch seinen Kriegsdienst als Offizier und Jagdflieger der Deutschen Luftwaffe geprägt. Aus seiner fünfjährigen Teilnahme am Weltkrieg und dem für die Völker Europas und sein eigenes Volk so furchtbaren Zeit zog er die Motivation und die Kraft für sein unermüdliches Engagement für Demokratie und europäische Verständigung.

Als einziger deutscher Spitzenpolitiker hat der in Solingen geborene Walter Scheel alle Ebenen der politischen Arbeit kennengelernt und dabei Großes geleistet. Von 1948 bis 1950 war er Stadtrat in Solingen. Von 1950 bis 1954 war er Mitglied des Landtages von Nordrhein-Westfalen und wurde 1953 Mitglied des Deutschen Bundestages. In den 1960er und 1970er Jahren gehörte er zu den prägenden Figuren der Bundesrepublik. Vom 1. Juli 1956 bis 20. November 1961 war er außerdem Mitglied des Europäischen Parlamentes, das damals noch nicht von den Bürgern gewählt wurde – die Abgeordneten wurden von den nationalen Parlamenten entsandt. Am 14. November 1961 wurde Walter Scheel zum ersten Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit in der Bundesrepublik ernannt. Mit seinem Namen eng verbunden ist politische Wende nach der Bundestagswahl 1969, als er mit Bildung der sozialliberalen Bundesregierung eine 20-jährige Regierungszeit der CDU/CSU beendete. Er wurde im Kabinett von Willy Brandt am 22. Oktober 1969 zum Vizekanzler und zum Bundesminister des Auswärtigen ernannt. Er gestaltete die Entspannungspolitik der damaligen Jahre verantwortlich mit und baute das Vertragswerk mit osteuropäischen Staaten auf.

Am 15. Mai 1974 wurde er zum vierten Bundespräsidenten gewählt und trat am 1. Juli 1974 sein neues Amt an. Am 30. Juni 1979 schied Scheel aus dem Amt aus. Walter Scheel gilt noch heute als einer der populärsten deutschen Bundespräsidenten.

Legendär ist sein Ausflug in die Musikszene. Die Scheel-Interpretation des Volksliedes „Hoch auf dem gelben Wagen“, das er zusammen mit dem Düsseldorfer Männergesangverein aufnahm und mit dem er am 6. Dezember 1973 in der Fernsehsendung „Drei mal Neun“ auftrat, erreichte Platz fünf der deutschen Musikcharts

Dreimal war Walter Scheel verheiratet, das erste Mal bereits als junger Offizier. Seine zweite Frau ist auch heute noch vielen als Gründerin der Deutschen Krebshilfe bekannt. Mit seiner dritten Frau zog er 2009 im Alter von 90 Jahren aus Berlin nach Bad Krozingen. Die letzten Jahre lebte er im Parkstift, dem Seniorenstift des KWA Kuratoriums Wohnen im Alter.

In Bad Krozingen führte Walter Scheel ein Büro im Rathaus der Stadt, von dem aus er die vielfältigen Kontakte und ehrenamtlichen Aufgaben koordinierte, die er bis ins hohe Alter wahrgenommen hat.

Scheel wurde 1970 Rotarier. Er fühlte sich den rotarischen Prinzipien verpflichtet, die auch seine Arbeit prägten. Als er 1974 Bundespräsident wurde, wurde im die Ehrenmitgliedschaft des RC Bonn angetragen, die er sofort annahm. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit dem damaligen Bürgermeister war dann 2013 bereit, dem in Gründung befindlichen Rotary Club Bad Krozingen als Ehrenmitglied zur Seite zu stehen.

RC Bad Krozingen
RC Bonn