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RDG

Vertreterversammlung im neuen Format

RDG - Vertreterversammlung im neuen Format
Annual Fund: Im rotarischen Jahr 17/18 reduzierte sich das Annual Fund-Spendenaufkommen um über 500.000 Euro. Die APF-Mittel wurden auf vier Bereiche verteilt. © DJZ/RDG (alle)

Wenn viele Rotarier nach Düsseldorf kommen, um sich in den Räumen der Deutschen Bank zu treffen, ist es wieder Zeit für den alljährlichen Rechenschaftsbericht des Rotary Deutschland Gemeindienst e. V. (RDG).

01.11.2018

Zur ersten Vertreterversammlung seiner Amtszeit konnte der RDG-Vorstandsvorsitzende, Thomas Süßmeir (RC Essen), am 25. September 39 Vertreter aus den deutschen Distrikten sowie 35 Gäste begrüßen. Auch seine Vorgänger, Rainer Reichelt (RC Mettmann) und Sybe Visser (RC Dortmund-Hörde), waren der Einladung nach Düsseldorf gefolgt. Der Beiratsvorsitzende, Raymond Metz (RC Mülheim-Schloß Broich), wurde durch Hans-Jürgen Leuchs (RC Ingelheim) vertreten.
Zum Einstieg stimmte Süßmeir die Anwesenden gleich darauf ein, dass er das Zahlenwerk zum rotarischen Jahr 2017/18 deutlich kürzer als bisher präsentieren würde, da die Detailzahlen bereits vorab elektronisch zur Verfügung gestellt worden waren. Er wollte hiermit Raum für den Impulsvortrag eines externen Referenten schaffen. Eingeladen war hierzu Joachim Schmitt, Regierungsdirektor des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Aktuelles

Nach intensivem Austausch mit der Rotary Foundation und einem persönlichen Besuch des RDG-Vorstands in der Zentrale von Rotary International in Evanston ist es RDG, auch mit Unterstützung des Beirats, gelungen, für die deutschen Rotarier folgende Ausnahmegenehmigung zu erhalten: Vor dem Hintergrund steuerlicher Restriktionen und der Tatsache, dass RDG seine eigenen Verwaltungskosten aus den Mitgliedsbeiträgen der deutschen Rotarier und den erzielten Wertpapiererträgen abdeckt, haben die Trustees der Rotary Foundation (TRF) im August beschlossen, Deutschland von dem Fünf-Prozent-Verwaltungskostenbeitrag für TRF in allen Fällen zu befreien. Nach dieser Entscheidung ist RDG die einzige rotarische Stiftung weltweit, die davon ausgenommen wird.
Zur Erinnerung: Zum 1. Juli 2015 hatte die Rotary Foundation in Anwendung internationaler Grundsätze einen Verwaltungskostensatz in Höhe von fünf Prozent auf Spendeneingänge für Global Grants, Directed Gifts und Major Donor-Spenden eingeführt. Zusätzlich bestand die Möglichkeit, in besonderen Fällen fünf Prozent aus den Annual Fund-Spenden als Darlehen zur vorübergehenden Abdeckung der Verwaltungskosten zu entnehmen. Deutsche Rotarier waren hiervon teilweise betroffen.
Ein weiteres positives Ergebnis aus dem  Gespräch in Evanston ist, dass RDG seit April dieses Jahres mit Tiffany Miller eine feste Ansprechpartnerin im Büro der Rotary Foundation für solche Projekte hat, die neben den Geldmitteln der Rotary Foundation auch vom BMZ unterstützt werden. Über regelmäßige Telefonkonferenzen findet seitdem ein Austausch zu aktuellen Themen von beiden Seiten statt.

Spenden
Im vergangenen Jahr wurden Spendeneingänge – Zuschüsse des BMZ inklusive – von mehr als 11,1 Millionen Euro über die RDG-Konten gebucht (Vorjahr: 11,7 Millionen Euro). Dieser Rückgang betrifft im Wesentlichen das Spendenaufkommen für den Annual Fund, das mit 3,6 Millionen Euro ein Minus von 500.000 Euro aufweist. Aber auch die Spenden für das Kernprojekt PolioPlus waren rückläufig und lagen im vergangenen rotarischen Jahr bei knapp 1,2 Millionen Euro (Vorjahr 1,5 Millionen Euro). Hierin enthalten ist auch das Jahresspendenergebnis des Vereins Deckel drauf (90.000 Euro) sowie Major Donor-Spenden mit 41.000 Euro.

Global Grant-Projekte
Dagegen hat die Anzahl der geförderten rotarischen Großprojekte (Global Grants) von deutschen Clubs und deren Partnern im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. Es wurden 64 Global Grant-Projekte (fünf mehr als im Vorjahr) mit einem Gesamtvolumen von 4,2 Millionen Euro bewilligt.  Das durchschnittliche Gesamtprojektvolumen stieg ebenfalls von etwa 54.000 Euro auf knapp 66.000 Euro. Somit liegt es mehr als doppelt so hoch wie die von der Rotary Foundation festgelegte Untergrenze von 30.000 Dollar pro Projekt. Die Verteilung der Projektschwerpunkte erfolgte nahezu gleichmäßig auf fünf der vorgegebenen sechs Fokusbereiche; Friedens- und Konfliktforschung war als einziger hierbei nicht vertreten.

Verwendung der deutschen Annual Fund-Spenden    
Insgesamt konnte RDG im vergangenen Jahr knapp 3,1 Millionen Euro auszahlen. 1,02 Millionen Euro erhielt das Programm der Friedensstipendiaten. Die zugunsten von Polio gespendeten DDF-Mittel in Höhe von 244.000 Dollar wurden ebenfalls aus den deutschen Annual Fund-Spenden ausgezahlt, wobei der Betrag durch den TRF-Match auf 328.000 Euro angewachsen ist. Auf die in Deutschland geführten Global Grant-Projektkonten wurden knapp 900.000 Euro und für District Grant-Projekte 850.000 Euro ausbezahlt.

Jahresüberschuss
Wie in den Jahren zuvor konnte das RDG-Büro wieder einen finanziellen Überschuss erzielen. Von dem Betrag in Höhe von 134.000 Euro profitieren – auf Empfehlung des RDG-Beirats und nach Entscheidung des RDG-Vorstands – die gemeinnützigen Projekte der deutschen Distrikte mit einer Rückvergütung von 2,41 Euro pro Mitglied.

Wahl und Ehrungen
Nicolas von Loeper (RC Köln-Hahnentor) wurde einstimmig als für Geldanlage zuständiges Vorstandsmitglied wiedergewählt. Neben der Wahl wurde auch viel geehrt, wobei der Distrikt 1880, vertreten durch Sabine Gärtner-Nitsche (RC Nürnberg-Neumarkt) und Alexander Wolf (RC Radebeul), für eine Überraschung sorgte: Als Dank für die unermüdliche Unterstützung bei Projekten übergaben die beiden an das gesamte RDG-Büro das  „Certificate of Appreciation“. Des Weiteren erhielt Judith Orf die PHF-Auszeichnung vom Distrikt 1860. Dieter Höreth (RC Ludwigsburg) ehrte Yvonne Heimerdinger, Anne Liebeck und Karin Rath mit dem PHF. Alle drei haben ihn bei seinen verschiedenen Großprojekten, vorwiegend in Südamerika im Bereich Bildung, unterstützt.

Gastredner vom BMZ

Vom BMZ bewilligte Projekte in 2017
Fünf Länder profitieren – die Zahlen
benennen das Gesamtvolumen.

Das BMZ und RDG blicken auf über 25 Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit und  25 gemeinsame Projekte zurück. Für das Jahr 2017/18 wurden drei Projekte mit 2,17 Millionen Euro an Zuschüssen durch das BMZ bewilligt. 13 Projekte mit knapp sechs Millionen Euro Projektvolumen sind für die aktuelle Antragsphase 2019 beim BMZ angemeldet. Vier weitere Projekte von deutschen Rotary Clubs mit einem Gesamtvolumen von 1,73 Millionen Euro sind für dieses Jahr noch in Vorbereitung.
Nachdem Fakten und Formalia erledigt waren, trat Gastredner Joachim Schmitt vom BMZ ans Pult. Sein Thema war die Agenda 2030. Ihre 17 Ziele berücksichtigten drei ineinandergreifende Dimensionen der Nachhaltigkeit gleichermaßen: Soziales, Umwelt und Wirtschaft. Handlungsleitende Prinzipien wären Mensch, Planet, Wohlstand, Frieden und Partnerschaft. Rotary könne sich darin mit seinen ähnlich ausgerichteten Zielen wiederfinden und durch die unmittelbare Vorortstruktur mit seinen Clubs aktiv einbringen, so Schmitt. Auf Basis des weitverzweigten, vielseitig aufgestellten beruflichen Netzwerks sei Rotary geradezu prädestiniert, Lobbyarbeit für Transformationsprozesse in Gesellschaften zu leisten, um darüber Akzeptanz für Veränderungen zu erzielen.