RFPD - Für gesunde Familien und problemlose Schwangerschaften

© Rotary International

15.12.2017

RFPD

Für gesunde Familien und problemlose Schwangerschaften

Bei der Rotarian Action Group for Population and Development sind Familienplanung und reproduktive Gesundheit die wichtigsten Themen.

Mit Familienplanung zu einer beherrschbaren Bevölkerungsdynamik zu gelangen entwickelt sich neben beziehungsweise nach der Bewältigung der Polio-Problematik zu einem der nachhaltigsten Aktionsfelder - sowohl bei Rotary als auch weltweit. Der größte Teil der Mittel der Rotary Foundation fließt bisher in vier der Fokus-Gebiete des Future Vision Planes (FVP), darunter 1.347 Global Grants für Krankheitsverhütung und Behandlung (90 Millionen US-Dollar von 2013-17). Die Unterstützung ging überwiegend nach Asien (insbesondere nach Indien). Außerdem wurden 24,5 Millionen US-Dollar für 316 Global Grants in Sachen Mutter- und Kindgesundheit eingesetzt. Die besondere Bedeutung der Familienplanung zeigt sich bei Rotary darin, dass sie in den eigenen Fokus-Bereich Mutter- und Kindgesundheit (Mother and Child Health - MCH) einbezogen ist.

Warum Familienplanung nicht als hervorgehobenes Ziel der Bemühungen für ein menschenwürdiges Leben deutlicher benannt wurde, hat mehrere Gründe: Schon die Zielformulierung stieß lange Zeit auch innerhalb Rotarys auf erhebliche Widerstände, bedingt durch die Ablehnung von Kontrazeption durch die katholischen Kirche. Erst auf der Convention in New Orleans 2011 wurde mit der Änderung des Foundation-Konzeptes zum Future Vision Plan erstmalig der Terminus Family Planning als Projektziel benannt.

Vorher hatte Robert Zinser sich bereits zehn Jahre lang vergeblich bemüht, das Thema innerhalb Rotarys im Committee of Legislation zu institutionalisieren. Die Gegner nannten dabei häufig Familienplanung in einem Atemzug mit Abtreibung, obwohl damals bereits belegt werden konnte, dass eine freiwillige Familienplanung Abtreibung verhindern kann.

Es wurde immer deutlicher, dass eine wirtschaftliche Entwicklung in Regionen mit schnell wachsender Bevölkerung auch mit Entwicklungshilfe keine Verbesserung der Lebensverhältnisse bringen kann. Die Politik scheute sich, diesen Sachverhalt in den Entwicklungsländern zu benennen. Rotary änderte die Terminologie: bereits in der zweiten Future Vision Plan-Broschüre wurde "Family Planning" durch "Reproduktive Gesundheit'" ersetzt. Damit war eine unverfängliche Plattform geschaffen, um religiösen und ethnischen Widerständen auch in den afrikanischen Staaten zu entgehen. Auch die Stammesführer konnten damit als notwendige Unterstützer für die Besserung der Zustände für Frauen in der Bevölkerung gewonnen werden.

Die Gemeinschaft der Nichtregierungsorganisationen (NGOs) schaffte bereits viel früher den Schritt zur Propagierung von Familienplanung, und deutlicher noch auf der internationalen Gipfelkonferenz zur Familienplanung in London 2012 (Family Planning Summit). 2017 delegierten über 40 Nationen ihre Repräsentanten auf die Folgekonferenz, auf der 140 Mitglieder - auch von vielen NGOs - ihre Erwartungen und Forderungen zur Stärkung der Frauen ausdrückten.

Schwangerschaft, RFPD, Hospital Galle, Sri Lanka
Eine Krankenschwester hört in einem Hospital in Galle, Sri Lanka, die Herztöne eines Ungeborenen ab. Diese Einrichtung wurde mit Unterstützung des Distriktes 1950 nach dem Tsunami wieder aufgebaut. Sie unterstützt auch Familienplanungs-Maßnahmen. © Rotary International

 

Gegenwärtig haben noch immer annähernd 214 Millionen Frauen in Entwicklungsländern keine Möglichkeit des Einsatzes von Kontrazeptiva, aber immerhin haben 300 Millionen Frauen aus 68 der ärmsten Länder der Erde bereits den Zugang. Das sind 30 Millionen Frauen mehr als vor fünf Jahren. Dadurch werden schätzungsweise 82 Millionen Schwangerschaften vermieden sowie 25 Millionen unsichere Abtreibungen. Bei der Geburt sterben nun 125.000 Mütter weniger.

Eine wachsende Zahl von lokalen Initiativen bringt Hoffnung, dass es gelingen kann, weitere 120 Millionen Frauen in die Lage zu versetzen, die Zahl ihrer Kinder selbst zu bestimmen. Die Rotarian Action Group for Population and Development (RFPD) leistet finanzielle Unterstützung für Projekte rotarischer Clubs mit dem Ziel, die Gesundheit von Müttern und Kindern zu steigern.

Mit ihrem größten Projekt in Nigeria, mit einem Finanzvolumen von ca. einer Million US-Dollar - unterstützt vom deutschen Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung (BMZ) - leistet Rotary abermals einen Beitrag, mit dem belegbar nachhaltig geholfen werden kann. Nach wie vor traut sich die Politik nicht, das Problem schnell wachsender Population als Hindernis für eine bessere Welt zu benennen. Zu negativ waren die Ergebnisse erzwungener Ein-Kind-Familien-Politik in China und der Sterilisationskampagne, der Frauen in Indien ausgesetzt waren.

Aufklärung und Unterstützung zur freiwilligen Familienplanung ist das Gebot, um den Familien zu einem menschenwürdigen Leben zu verhelfen, mit einer Kinderzahl, die ernährt werden kann.

Michael Morat
RFPD Area Coordinator Europe

Rotary Magazin 6/2018

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