Impfen im Fokus - Neues Kunstprojekt erregt Aufmerksamkeit

Diese Inszenierung zeigt, wie der Arzt Edward Jenner Ende des 18. Jahrhunderts erstmals einen Jungen gegen Pocken impfte. Die aristokratsiche Dame verdeutlicht, dass Infektionskrankheiten Reiche wie Arme treffen können. Das Bild stammt aus einer Reihe von Kunstwerken, die von der Gates-Stiftung aus Anlass der Gavi-Geberkonferenz in Auftrag gegeben wurden. © Alexia Sinclair, Edward Jenner's Smallpox Discovery/Alexia Sinclair

26.01.2015

Impfen im Fokus 

Neues Kunstprojekt erregt Aufmerksamkeit

Ein neues Kunst-Projekt der Bill-and-Melinda-Gates-Stiftung soll das Thema Impfen in den Fokus bringen. Erstmals hat eine Stiftung Künstler beauftragt, für die zu arbeiten. Die Arbeiten wurden heute im Beisein von Kanzlerin Angela Merkel in Berlin präsentiert.

Künstler, so ist anzunehmen, kennen sich in der Regel nicht besonders mit Bakterien aus. Vik Muniz ist eine Ausnahme. Muniz, ein in Brasilien geborener Fotograf, der für seine untypischen Materialien bekannt ist, hat zusammen mit dem Bio-Ingenieur und Designer Tal Danino gearbeitet. Zusammen haben sie an einer Serie von Ölbildern gearbeitet, die mikroskopisch kleine Organismen zeigen: Krebszellen, gesunden Zellen und Bakterien.

Auf den ersten Blick sehen sie aus wie kunstvolle und bunte Muster. In Wirklichkeit wimmeln sie vor kleiner Lebewesen. Zu seinen neuesten Werken zählt dieses: Ein rosa Öl-Druck, der als Blumentaptete durchgehen könnte. Es handelt sich um mit dem Vaccinia-Virus infizierte Leberzellen. Das Vaccinia-Virus wird verwendet, um de Pocken-Impfstoff herzustellen.

"Muster sind normalerweise beruhigende Strukturen," sagt Muniz, "und plötzlich gibt es eine Menge Drama." Denn die Arbeit hat nun auch eine andere Bedeutung. Sie wird in einer neuen Online-Kampagne verwendet, "The Art of Saving a Life" („Die Kunst, ein Leben zu retten“) von der Bill & Melinda Gates-Stiftung. Mit der Kampagne will die Stiftung Geld für dringende Impfaktionen sammeln.

Die Kampagne, die bereits online veröffentlicht wurde, ist eine Premiere. Es ist nämlich das erste Mal, dass eine Stiftung Künstler beauftragt hat, für sie zu arbeiten. Das globale Projektteam besteht aus Fotografen (Annie Leibovitz, Sebastião Salgado, Mary Ellen Mark); Schriftstellern (Chimamanda Ngozi Adichie); Filmemachern (Luc Jacquet, Regisseur des Dokumentarfilms "Die Reise der Pinguine"); und Bands (Playing for Change).

Der Gedanke hinter der Kampagne: Das Projekt soll sich viral verbreiten und in den sozialen Medien mit dem Hashtag #VaccinesWork geteilt werden. Das soll die User zu Dialog und zum Spenden anregen.

"Wir wollen die Menschen begeistern und Gespräche anregen, weil es einfach ist, diese wichtigen lebensrettenden Werkzeuge für selbstverständlich zu halten", sagte Dr. Christopher Elias, Präsident des globalen Entwicklungsprogramm der Gates Foundation. Kunst, so hofft die Stiftung, wird sich in das Gedächtnis der Menschen einbrennen. Wenn das Programm ein Erfolg wird, könnte es als Modell für andere Projekte der Gates Foundation dienen.

Die Idee zur Kampagne hatte Christine McNab, Berater für die Stiftung. In einem Brainstorming suchte man nach neuen Wegen, Werbung für Impfungen zu machen. „Was bringt mich zum Weinen, was zum Nachdenken?“, sagt sie. „Es sind Filme, es sind Bücher, es sind Galerien." McNab hat das Team zwar zusammenstellt, aber keine Kontrolle darüber, was die Künstler aus dem Auftrag machten. Einige Künstler bekamen eine kleine Gebühr zur Deckung ihrer Ausgaben, einige behielten ihre Urheberrechte und andere spendeten ihre Arbeit.

Rotary Magazin 9/2016

Rotary Magazin Heft 9/2016

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