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Jugend & Ernährung

Jetzt geht's um die Wurst

Jugend & Ernährung - Jetzt geht's um die Wurst
Ein sinnliches Vergnügen, das Würstchenmachen

03.07.2012

Fleischermeisterin Nora Seitz hat einen turbulenten Tag erlebt. Sie hatte Besuch in ihrer Wurstküche: 14 Kindern vom Schulhort auf dem Sonnenberg zeigte die Fachfrau, wie Rostbratwürste gemacht werden. Und die Kinder durften kräftig mitarbeiten.

Die Idee zu dieser ungewöhnlichen Aktion hatten die Mitglieder des Rotary Club Chemnitz-Schlossberg. Die Rotarier unterstützen seit fünf Jahren die Einrichtung und vermitteln den Kindern beim wöchentlichen Mittagstisch, wie gesunde Kost auf die Teller kommt. Mehr als 15.000 Euro hat der Club dafür bereits eingesetzt.

„Rotaracterin Nora Seitz lud die Kinder kurzerhand in ihre Fleischerei ein“, erklärt Organisator Peter Groll. Die Sechs- bis Elfjährigen erlebten dort, wie Knackwürstchen entstehen, wie die Füllung erstellt wird und wie die Wurst in die Pelle kommt. „Das Erlebnis werden sie nicht vergessen“, ist sich auch Hortmitarbeiterin Grit Müller sicher. Nach der Arbeit stand für die Kinder das Vergnügen an: Die selbst gemachte Wurst wurde gleich bei einem kleinen Fest verputzt. Dazu trafen sich Rotarier mit den Kindern und den Betreuern zu einem Grillfest auf dem Hortgelände. In dem Clubprojekt „Pädagogischer Mittagstisch“ arbeiten Hort, Deutscher Kinderschutzbund, Kinderbeauftragte der Stadt Chemnitz und der Rotary Club Chemnitz-Schlossberg eng zusammen. Wo auch immer es möglich ist, sollen die Eltern eingebunden werden. Die Rotarier haben es sich zum Ziel gesetzt, nachhaltig einzugreifen. In dem Viertel, wo sich der Hort befindet, leben überdurchschnittlich viele Empfänger von Transferleistungen und Alleinerziehende.

Ziel ist es unter anderem, familiäre Notsituation durch einen kostenlosen Mittagstisch zu verhindern oder zu lindern. Dazu sollen die Kinder gesunde Ernährung als nachhaltiges Lebensprinzip erlernen. „Ein schmaler Geldbeutel darf kein Hindernis für den Griff zu natürlichen Lebensmitteln und gesunder Ernährung sein“, heißt es aus dem Rotary Club.

Der Artikel ist im Rotary Magazin 06/12 erschienen.


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