https://rotary.de/panorama/wenn-obdachlose-zum-arzt-muessen-a-6012.html
Rotary Schwerpunkt Krankheitsprävention

Wenn Obdachlose zum Arzt müssen

Rotary Schwerpunkt Krankheitsprävention - Wenn Obdachlose zum Arzt müssen
Josef Seekircher (RC Karlsruhe-Baden, l.) und Norbert Holstein (RC Karlsruhe-Fächerstadt) im Behandlungszimmer für Wohnungslose

19.10.2012

Mit einem „Tag der Begegnung“ übergaben die fünf Karlsruher Rotary Clubs und der Rotaract Club das erste medizinische Behandlungszimmer für Wohnungslose in der Fächerstadt in Karlsruhe. „Das ist die Realisierung eines langjährigen Wunsches“, freute sich Sozialbürgermeister Martin Lenz über die Initiative der Rotarier. „Mit diesem Behandlungszimmer können wir nun die oftmals problematische medizinische Versorgung von Obdachlosen deutlich verbessern.“

Neben der Übergabe des Untersuchungs- und Krankenzimmers an die Träger Diakonisches Werk und AWO suchten die Rotarier das Gespräch mit Obdachlosen und gaben Essen und Kleidung aus. Weitere Unterstützer ermöglichten einen Friseurbesuch oder eine Pediküre. Auch erhielten die Wohnungslosen kostenlos Pflegeprodukte und Handtücher. „Wir wollen wohnungslosen Menschen mit dem ‚Tag der Begegnung‘ heute und in Zukunft das Gefühl geben, willkommen zu sein“, so Elena Lenz vom Rotaract Club.

Den finanziellen Grundstock von 20.000 Euro für das Projekt bildete ein Benefizkonzert der Clubs im Herbst 2011. Neben dem Erlös aus diesem Konzert mit dem deutschlandweit bekannten Jazzmusiker Peter Lehel spendeten Firmen aus dem medizintechnischen Bereich wie Aesculap, Happersberger oder Karl Storz großzügig Geräte und Materialien.

In zwei weiteren Karlsruher Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe ist geplant, weitere Untersuchungszimmer einzurichten. „Dank der engen Zusammenarbeit mit der Stadt Karlsruhe, der Kassenärztlichen Vereinigung und den ehrenamtlich tätigen Medizinern, die sich bereits heute für die Obdachlosen und deren Gesundheit engagieren, ist uns mit diesem ersten Zimmer ein wichtiger Schritt gelungen. Weitere sollen folgen, um die Situation insgesamt zu verbessern“, erläutert Norbert Holstein, Altpräsident des Rotary Clubs Karlsruhe-Fächerstadt und einer der Organisatoren des Projekts.

Sandra Sieber


Weitere Informationen