Polio - Universität Antwerpen testet neuen Polio-Impfstoff

Auf einem nahen Parkplatz entstand ein Containerdorf - dort werden die beiden Testgruppen nun 28 Tage lang mit dem neuen Impfstoff behandelt. © UAntwerp

20.04.2017

Polio 

Universität Antwerpen testet neuen Polio-Impfstoff

In einer medizinischen Studie prüft das Impfstoff-Forschungszentrum der Uni Antwerpen, wie ein neues Polio-Serum wirkt - mit 30 Freiwilligen.

Dazu hat das Centre for the Evaluation of Vaccinations der Universität auf einem Parkplatz ein abgeriegeltes Containerdorf aufgebaut. Ab Mai werden dort zwei Gruppen von Freiwilligen das neue Impfserum testen. Dazu sollen sie einen Monat lang in den Containern in Quarantäne bleiben, um Ansteckungen zu verhindern.

Der neue Impfstoff soll oral gegeben werden (Schluckimpfung). Das hat sich bisher als besonders effektiv bei der Bekämpfung der Kinderlähmung herausgestellt. Dennoch treten in seltenen Fällen Erkrankungen durch den bisher verwendeten Impfstoff (mit Polioviren in abgeschwächter Form) auf.

Derzeit tritt Polio noch in drei Ländern der Welt auf: Afghanistan, Pakistan und Nigeria.Doch von dort kann sich die Krankheit wieder ausbreiten. Professor Pierre Van Damme von der Uni Antwerpen erklärt das so: "In seltenen Fällen kann der bisher genutzte Lebendvirus mutieren und sich in Gegenden ausbreiten, wo wenig geimpft wird." Das neue Medikament soll dieses Risiko nicht in sich bergen. Es soll jedoch nun in mehreren Phasen in Antwerpen getestet werden.

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Seit Tagen werden die Container für den Test aufgebaut. © UAntwerp

Probanden in Quarantäne

Dazu werden die 30 freiwilligen Tester in zwei Gruppen in dem Containerdorf mit dem Impfstoff behandelt - und unter Quarantäne gestellt. Bei dem neuen Impfstoff soll es sich auch um einen abgeschwächten Lebend-Impfstoff handeln. Für die Tester soll keine Gefahr bestehen, trotzdem werden sie vorsichtshalber (und um den Vorschriften der WHO zu entsprechen) in abgeschlossenen Bereichen mit dem Serum behandelt.

Der Parkplatz des zur Universität benachbarten Drie Eiken Care Hotels schien als Standort passend. Dort wurden in den vergangenen Tagen die 66 Container für den Test aufgestellt. Ab 8. Mai soll die Forschungsarbeit beginnen, derzeit werden noch Tester gesucht. Sie müssen aus Ländern kommen, in denen inaktive Seren zur Impfung ausgegeben wurden, so die Info von Professor Van Damme.

Die Studie wird finanziert von der Bill und Melinda Gates-Stiftung - als Teil der Unterstützung für den Kampf der Rotarier gegen Polio.

Mehr Informationen: www.uantwerpen.be/cev

Lesen Sie außerdem die persönliche Geschichte eines Rotariers in Sachen Polio und warum er gegen die Krankheit ankämpft: blog.rotary.org

Mehr zum Thema Impfen finden Sie auch im aktuellen Special der ZEIT.

Rotary Magazin 4/2017

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