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"20 km volle Pulle"

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Machte in Werder seine ersten Schritte: Geher Christopher Linke © privat

Werderaner Spitzensportler Christopher Linke besuchte Rotary Club Werder

16.11.2021

Am 9. November 2021 war der Leistungssportler und dreifache Olympiateilnehmer Christopher Linke beim Rotary Club Werder (Havel) zu Gast und berichtete von seinem sportlichen Werdegang. Ebenfalls zu Gast: Dr. Iris Gerloff, die jetzige Schulleiterin der Eliteschule des Sports in Potsdam und bis 2009 Leiterin der Realschule in Werder. Dr. Gerloff, ist ebenfalls Rotarierin beim Rotary Club Brandenburg und vermittelte den Anwesenden das Konzept der Sport-Eliteschule.

Die Rotarier erfuhren unter anderem von Christopher Linke, dass dieser seit seiner Geburt Werderaner Bürger ist, hier auch zur Schule ging und seine sportlichen Anfänge in Werder erlebte. Er gehört heute zur Weltspitze der Geher, fokussierte seinen sportlichen Ehrgeiz und Enthusiasmus jedoch ursprünglich auf den Handball, für den er sich immer noch leidenschaftlich begeistert. Mit dem Schulwechsel zur Eliteschule des Sports in Potsdam, kam der Wechsel in die Leichtathletik und schlussendlich zu den Gehern. Christopher Linkes Anfänge lagen auf der 50-km-Strecke, später wechselte er auf die 20-km-"Kurzstrecke". Zur Erheiterung der Rotarier begründete er dies unter anderem mit dem Hinweis, dass die 20-km-Strecke nicht so sehr von Taktik bestimmt sei, sondern dass man auf der 20-km-Strecke permanent "volle Pulle" gehen könne, was er bevorzuge. Nichtsdestotrotz war Christopher Linke seit 2011 auf beiden Strecken bei Welt- und Europameisterschaften mit vielen 1. bis 5. Plätzen höchst erfolgreich. 

Trotz coronabedingter widriger Trainingsvorbereitung und schwierigen klimatischen Verhältnissen in Sapporo  erreichte der Sportler wie auch bereits in Rio einen ausgezeichneten 5. Platz bei den diesjährigen Olympischen Spielen. Bedauerlich war, dass alle Teams hermetisch in ihren Quartieren von den Mitstreitern und der Außenwelt abgekapselt waren, es keinerlei Kontakt zu den anderen Olympioniken gab und dass in Sapporo dadurch kaum Olympische Stimmung herrschte, berichtete Christopher Linke.

Bei den nächsten Spielen in Paris will Linke es in die Medaillenränge schaffen — und auch den echten Geist und das Gefühl von Olympischen Spielen wieder erleben. Um so weit zu kommen stehen fünf bis sechs Trainingsstunden pro Tag an sechs Tagen in der Woche an: intensives Ausdauertraining wie Radfahren, Schwimmen, Laufen und Gehen sowie regelmäßiges Krafttraining. Zugegebenermaßen: nicht nur Spaß, sondern oft auch harte Arbeit. Insgesamt hat Christopher Linke in den bisherigen 16 Jahren seiner Karriere ca. 80.000 km mit sportlichem Gehen absolviert.

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Die Besucher im Club © RC Werder

Die Rotarier hatten natürlich viele Fragen an ihn: die Art des Trainings und die schwierigen Regularien bei den Geher-Wettkämpfen, Einkommensmöglichkeiten für Elitesportler und vieles mehr. Dabei zeigte sich: Im internationalen Vergleich ist die finanzielle Förderung der Sporthilfe relativ gering und ermöglicht keine verlässliche Unterhalts- und Zukunftssicherungin einer Sportart wie Gehen. Christopher Linke ist daher seit 13 Jahren als Zeitsoldat bei der Sportfördergruppe der Bundeswehr und hat dort eine Ausbildung als Bürokaufmann abgeschlossen. 

Maßgeblichen Anteil an seinen Erfolgen hatte sicherlich seine  Ausbildung an der Eliteschule des Sports in Potsdam. Diese Sportschule ist eine Gesamt- und Ganztagsschule mit gymnasialer Oberstufe, die den Unterricht, die Erziehung sowie ergänzende Förderung, Betreuung und zum großen Teil auch Unterbringung einschließt. Unzählige Welt- und Europameistertitel, 135 Medaillen – davon 73 Goldene – bei Olympischen Spielen sind ein Indikator für den Erfolg dieses Konzepts. Zurzeit werden in der Sportschule 680 Schüler von 120 Lehrkräften, Lehrertrainern und Trainern unterrichtet und optimal trainiert, berichtete ergänzend Dr. Iris Gerloff.