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Österreich

Afrika, Afrika!

Österreich - Afrika, Afrika!
Rotary meets Bundeskanzler Sebastian Kurz: die Governor Ismail Sadek und Barbara Wolf-Wicha © Irene Schanda

Vertreter aus beiden österreichischen Distrikten trafen mit Bundeskanzler Kurz zu einem Meinungsaustausch zusammen

01.09.2018

Politik und freiwilliges soziales Engagement sind zwei Schienen mit dem gleichen Ziel: Das Leben der Menschen besser zu machen. Im Idealfall ergänzen sich beide Schienen. Dies zeigte sich auch beim Treffen der Governor und Präsidenten aus ganz Österreich mit Bundeskanzler Sebastian Kurz am 20. August. Wobei als Richtung bald Afrika definiert war. Beide Distrikte in Österreich, also 1910 und 1920, widmen sich heuer schwerpunktmäßig jenem Kontinent, der Krisen- und Chancenzone zugleich ist. Und Afrika steht auch im Focus der Politik Österreichs und der EU, vor allem zur Eindämmung der Migrationsströme.

Schwerpunkte setzen
Aber sowohl Rotary als auch der Politik ist klar, dass man nur punktuell wirken, dort aber durchaus erfolgreich sein kann. So berichtete Governorin Barbara Wolf-Wicha (D 1920), dass Anfang September zwischen Österreich, Uganda und Tansania ein InterCountryCommittee (ICC) gegründet wird, um die rotarischen Kräfte zu bündeln. Bundeskanzler Kurz berichtete von den Bemühungen für eine gemeinsame Konferenz zwischen der EU und der Afrikanischen Union, ermunterte die Vertreter Rotarys aber auch darin, Schwerpunkte zu setzen.

„Die bisherige klassische Form der Entwicklungszusammenarbeit hat oft nicht den gewünschten Erfolg gebracht“, resümierte Kurz und kündigte eine stärkere Fokussierung auf besondere ausgewählte Projekte an. „Wir können nicht den ganzen Kontinent ändern“, so der Kanzler, aber mit neuen Wirtschaftspartnerschaften könnten für Bildung und Wirtschaft wirksame Akzente gesetzt werden.

Die österreichischen Rotary Clubs sind derzeit bereits in 46 Projekten in Afrika engagiert, wobei die Schwerpunkte in den Bereichen Bildung, Hygiene und Wasserversorgung liegen. Governor Ismail Sadek (D 1910) kündigte hier ein noch stärkeres Engagement an und erinnerte an die internationale Verantwortung Rotarys seit mehr als 100 Jahren. Die Mitwirkung seinerzeit bei der Erstellung der Charta der Vereinten Nationen sei für Rotary bis heute auch eine Verpflichtung zur Humanität, so Sadek.

Chance für Europa
In dem übervollen Saal im Kanzleramt, wo schon der Wiener Kongress getagt hat, ging es in der Debatte dann auch immer wieder um das Thema Integration. Kanzler Kurz räumte ein, dass selbst anerkannte Flüchtlinge trotz Rechtssicherheit oft nur schwer in den Arbeitsmarkt integrierbar seien. Eine Mindestsicherungsreform solle den innerösterreichischen Zustrom Richtung Wien bremsen.

Die Verteilung von Migranten und Flüchtlingen ist aber noch viel mehr auf gesamteuropäischer Ebene ein Problem. Das sei jedoch, so Kanzler Kurz optimistisch, zugleich auch eine Chance für die Länder der EU, bei diesem großen Thema zu einer neuen Zusammenarbeit und zu neuem Zusammenhalt zu finden.