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Hamburg

"Ich bin bei Rotary, weil..."

Hamburg -
"Das Reizvolle an Rotary ist für mich seit jeher das weltumspannende Netzwerk von Menschen mit gleicher Zielsetzung und die Weltoffenheit": Wolfgang Bülow, Governor 2020/1 im D1890 © D1890

In einer neuen Serie stellen wir in loser Folge Rotarierinnen und Rotarier aus dem Distrikt 1890 und ihre Motivation für ein Engagement bei Rotary vor. Den Anfang macht Governor Wolfgang Bülow vom RC Hamburg-Haake.

07.03.2021

  • Wann bist Du wie zu Rotary gekommen?

Bei Rotary bin ich seit 1989 Mitglied. Zunächst war ich Mitglied im RC Hamburg-Alstertal. Berufsbedingt wechselte ich 1995 in den Hannoveraner Club Langenhagen-Wedemark und 2002 schließlich in den RC Hamburg-Haake, dem ich nach wie vor angehöre.

Das ganze Unterfangen war zu Beginn eigentlich eher zufällig: In einem Anzeigenblatt (Nordheide Wochenblatt) habe ich gelesen, dass in Hamburg ein (erster!) gemischter Lions Club (Hamburg-Hammonia) gegründet werden sollte. Das hat mich und meine Frau interessiert, und wir haben uns das einmal angesehen. Als ich meinen Vorstandskollegen davon berichtete (zwei von Dreien waren Rotarier), kam die augenzwinkernde, doch aber klare Ansage: "In einem 'rotarischen Vorstand‘ kann es keinen Lion geben!" – sechs Wochen später war ich Mitglied im RC Hamburg-Alstertal.

  • Was hat Dich bewogen, Dich für eine Mitgliedschaft zu entscheiden?

Seinerzeit – dank meiner rotarischen Ahnungslosigkeit – die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen und interessante Menschen (und deren Sichtweisen zu bestimmten Themen) kennenzulernen. Die rotarischen Werte standen damals zunächst eher im Hintergrund, muss ich gestehen…

  • Was macht Rotary für Dich zu dem, was es ist?

Ich habe Rotary erst "kennengelernt", als ich nach Hannover gewechselt war. Dort geriet ich in einen jungen, aktiven Club mit ganz viel Engagement. Ich wurde sofort ordentlich eingespannt und habe außerdem auch immer ein Vorstandsamt bekleidet. So war ich, was nun auch schon wieder zwei Jahrzehnte her ist, im Clubjahr 2000/1 Präsident. Als ich wieder nach Hamburg zurückgekehrt bin, habe ich einen dem RC Langenhagen-Wedemark vergleichbaren Club gesucht und im RC Hamburg-Haake auch gefunden. Auch dort langjährige und vielfältige Mitwirkung im Vorstand (unter anderem Präsident 2016/17).

Das Reizvolle an Rotary ist für mich seit jeher das weltumspannende Netzwerk von Menschen mit gleicher Zielsetzung und die Weltoffenheit, die den Großteil dieser Menschen auszeichnet. Ich bin beeindruckt von der Arbeit der Foundation und dem Jugendaustausch, den ich für ein großartiges und nachhaltiges Instrument der Völkerverständigung halte. So hatten wir beispielsweise kurz nach dem Jugoslawien-Krieg, in einer politisch wirklich angespannten Zeit, im RC Langenhagen-Wedemark einen multireligiösen, multiethnischen und mulitnational(istisch)en Jugendaustausch durchgeführt – es hat geklappt!

Besonders hervorzuheben ist aber das Prinzip gelebter Freundschaft – jedenfalls in unserem Club, der möglicherweise eine Insel der Seligen ist.

  • Ein kleiner Elevator-Pitch: Du hast nur zwei Minuten Zeit, einem Fremden zu erzählen, was das Besondere an Rotary ist. Welche fünf Attribute würdest Du wählen?

- Internationalität
- Gemeinwohlorientierung mit der Zielsetzung: "Die Welt ein wenig besser zu hinterlassen, als wir sie vorgefunden haben."
- Kennenlernen anderer Lebens- und Berufsbereiche (regional, national, international)
- Vielfalt
- Keine parteilichen/religiösen oder sonstigen Bindungen – humanistischer Ansatz

  • Worin ist Rotary richtig gut?

- Verwaltung und Bürokratie (kleiner Scherz...)
- Organisation von Veranstaltungen und Projekten
- Foundation
- Jugendaustausch

  • Worin hat Rotary noch Nachholbedarf?

- Rotary ist kein Konzern, sondern ein Verbund engagierter Freiwilliger
- Verjüngung (auch, wenn das noch etwas dauern wird)
- Verweiblichung (was wohl ebenfalls noch etwas dauern dürfte)
- Lockerheit
- Mitgliederbindung (es gehen zu viele zu schnell verloren)
- Regionalisierung - was für USA gilt, gilt nicht für Europa, Australien, Afrika oder Fern-Ost

  • Was würdest Du Dir auf globaler, auf Distrikt- und auf Clubebene für die Organisation wünschen? (Es können unterschiedliche Wünsche sein!)

Tatsächlich fände ich es wertvoll, regionalen Eigenheiten mehr Raum geben zu können und dabei etwas dezentraler agieren zu können. Weniger Bürokratie und Formalismus wären sicherlich hilfreich, um schneller und direkter agieren zu können. Mehr Diversität – Frauen und Jugend sollten nur der Anfang sein.

Das Interview führte Juliane von der Wense (RC Stade-Elbmarschen).