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Präsidentenbrief

Liebe Rotarierinnen & Rotarier

Präsidentenbrief  - Liebe Rotarierinnen & Rotarier
Ravi Ravindran, Präsident RI © Bild: Rotary International

01.12.2015

Als die kanadische Armee 1945 die Niederlande befreite, fanden die Befreier ein Land kurz vor dem Verhungern vor. Bewegt von dem Leid und besonders den Gesichtern der Kinder, entschlossen sich vier in der Nähe von Apeldoorn stationierte kanadische Soldaten, den holländischen Kindern ein Weihnachtsfest zu bereiten. Sie sammelten unter ihren Kameraden für Geschenke, bauten in der Freizeit aus Holz und Draht Spielzeugautos und Bauklötze und tauschten die Zigarettenration gegen Puppen ein. Sie alle dachten dabei an ihre Lieben zu Hause, während sie ihre Energie darauf verwandten, in der Fremde Freude zu bereiten.


Am 1. Dezember waren vier große Säcke fertig, und die Kanadier warteten ungeduldig auf den 25. Dezember, den Weihnachtstag. Zwei Tage später erfuhren sie, dass sie zurück nach Kanada verlegt würden. Mit gemischten Gefühlen entschieden die Soldaten, dass es wohl das Beste wäre, die Säcke einem örtlichen Waisenhaus zu übergeben.Am Abend vor ihrer Abreise gingen die vier also los mit ihren Säcken. Auf dem Weg dorthin waren sie überrascht, dass alle Häuser erleuchtet waren und die Kirchenglocken läuteten.


Als sie sich durch den Schnee dem Waisenhaus näherten, sahen sie durch die Fenster, dass die Kinder, zwei Dutzend Jungen und Mädchen, beim Abendessen saßen, einem sehr kärg­lichen Mahl. „Santa Claus“ klopfte an der Tür, und das Kindergeplapper verstummte. Ein Priester öffnete. Sein freundlicher Gesichtsausdruck erstarrte wie im Schock, doch die Kinder sprangen fröhlich auf und umschwärmten die Soldaten. Sie waren genau zur rechten Zeit gekommen, denn in den Niederlanden bringt Sankt Nikolaus die Geschenke, der Sinterklaas. Und der kommt am 5. Dezember.


Eine Stunde lang regierte ein fröhliches Chaos, während Pakete geöffnet, Geschenke bejubelt und Süßigkeiten probiert wurden. Die letzten Spielzeuge erhielt ein kleiner Junge, der die ganze Zeit geduldig gewartet hatte. Nachdem er sich für seine Gaben bedankt hatte, drehte er sich zu dem Priester um und sagte mit glück­lichem Gesicht etwas auf Holländisch. Der Priester lächelte und nickte. „Was hat er gesagt?“, fragte einer der Soldaten. Der Priester antwortete ihm mit Tränen in den Augen: „Er sagte: Wir haben doch gesagt, dass er kommt.“ Wenn wir Freude spenden, geht sie uns nicht ab – im Gegenteil: Wir multiplizieren sie. Lassen Sie uns in dieser Weihnachtszeit die Geschenke multiplizieren, die uns selbst gegeben wurden – indem wir sie mit anderen teilen. Durch unsere Güte und Großzügigkeit, ob in unseren Clubs oder durch unsere Foundation, machen wir der Welt ein Geschenk.