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Memmingen-Allgäuer Tor

Wie man richtig zuhören kann

Memmingen-Allgäuer Tor - Wie man richtig zuhören kann
Spielend das Zuhören lernen © Peter Litzka

Gerade junge, zugewanderte Menschen haben häufig ein Problem: Unerfahren oder wenig konzentriert horchen sie weg und verstehen dann nicht richtig. Sie hören nicht richtig zu, weil sie schlicht nicht wissen, wie. Der Rotary Club Memmingen-Allgäuer Tor sieht in diesem Umstand eine Aufgabe, die gelöst werden kann.

01.02.2018

In Zeiten akustischer Dauerberieselung und Reizüberflutung ist richtiges Zuhören nicht immer leicht. Gerade für Kinder hat diese Fähigkeit nicht nur eine besondere Bedeutung, um den Unterricht konzentriert verfolgen zu können, sondern auch um gezielt Sprache zu erlernen. Aus diesem Grund hat die Stiftung "Zuhören" zusammen mit mehreren Bundesländern eine Bandbreite an Konzepten und Materialien zur Zuhörbildung zum Einsatz in Kindertagesstätten und Schulen entwickelt.

Eines dieser Konzepte ist der sogenannte "Hörlub". Hier treffen sich die Kinder regelmäßig und lösen gemeinsam Geräuschrätsel, experimentieren mit Klängen, machen Aufnahmen, lauschen Hörspielen und stellen Gehörtes bildnerisch dar. Sie trainieren spielerisch das gekonnte Hören und Zuhören – eine Schlüsselqualifikation, die überall gebraucht wird. Im Erweiterungsset „Hören ohne Grenzen“, das sich gezielt an Einrichtungen mit Kindern aus verschiedenen Ländern richtet, werden die Methoden der Zuhörbildung für die Sprachförderung nutzbar gemacht und die Herkunftssprache der Kinder bewusst einbezogen.

Auch die Kinder in den Kindergärten und Grundschulen in Memmingen profitieren vom Konzept der Hörclubs. Dass die Stiftung Zuhören sich nun auch für die Zuhörbildung in Memmingen engagieren kann, ist den Spenden des Rotary Clubs Memmingen-Allgäuer Tor zu verdanken.

Der Anteil an Kindern mit Zuwanderungsgeschichte an den Memminger Kindergärten und Schulen ist hoch. An manchen Einrichtungen ist für ein Dreiviertel der Kinder Deutsch eine Fremd- oder Zweitsprache. Der Dialog aller Kinder untereinander, das Sprechen und das gegenseitige Verstehen, ist einer der wichtigsten Faktoren für Integration. Wo ein Kind sprechen und verstehen kann und wo es selbst verstanden wird, dort hat es die Chance, sich zu Hause zu fühlen.

Weitere Materialien der HörSpielBox, der HörSpielSets und die fachlich-didaktische Unterstützung der KindergärtnerInnen und der LehrerInnen durch die Fortbildung im Projekt „Hören ohne Grenzen“ werden so hoffentlich bei der Arbeit mit den Kindern helfen, den Weg für das gegenseitige Verstehen zu ebnen.