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Salzburg

Als Gäste in der Host Town, als Freunde in Ramsau und Graz

Salzburg - Als Gäste in der Host Town, als Freunde in Ramsau und Graz
© Special Olympics

Barbara Wolf-Wicha (DGN 1920, RC Salzburg-Land) engagierte sich in den vergangenen Tagen bei der Betreuung Athleten und Athletinnen Litauen innerhalb des Gastgeber-Programms. Hier Auszüge aus ihrem Bericht davon.

23.03.2017

Dienstag, 14. März 2017
Der Wolfgang Amadeus Mozart-Flughafen Salzburg stand ganz im Zeichen der Special Olympics. Unter der Leitung von Wolfgang Schmidhuber haben unzählige Volontäre mit Flaggen und Bannern den Ankunftsbereich geschmückt. Gemeinsam mit der Willkommens-Delegation unseres Clubs (Fritz, Margot, Norbert, Emmeran, Barbara und Peter) erwartete auch der Ramsauer Bürgermeister Ernst Fischbacher das Eintreffen der sportlichen Delegation aus Litauen. Mit dabei sind auch die Delegationsbegleiterinnen, Elisabeth Glatzhofer und Eva Andrea Sonnleitner. Ein Bus brachte die Athletinnen und Athleten und ihre Trainer zum JUFA Hotel Salzburg City.

Im Restaurant NESTROY im Schauspielhaus wurden sie zum Willkommensdinner bereits von den zahlreichen Freunden beider Rotary-Clubs unter Leitung der Präsidenten Elisabeth Zehetner und Andreas Pallauf erwartet. Zur Freude aller mischten sich die österreichischen Athleten im Floor Hockey unter die Gäste. Dann gabs Backhendl, Rindsgulasch und Pasta für alle.

Mittwoch, 15. März 2017
Auf dem Programm stand zunächst ein Ausflug zur Festung. Nach dem Mittagessen im Stieglbräu wurden unsere Freunde zu einem sportlich-vergnüglichen Bewegungsprogramm im JUFA auf Einladung der Sportunion eingeladen. Am Abend ging es in die Residenz, wo Stadt und Land zum festlichen Empfang eingeladen hatten. Nach den Ansprachen blieb noch Zeit zum Tausch der Wimpel und für liebenswürdige Gastgeschenke. Die "Salzburger Soatnstreich" sorgte  für festliche Musik, die nach dem Buffet durch eine Tanzvorführung fortgesetzt wurde. Und es blieb nicht beim Zuschauen. (© Michael Zehetner) 

Donnerstag, 16. März 2017
In der Früh wurden unsere litauischen Freunde beim JUFA-Hotel und bei den Bussen von Barbara verabschiedet. Ab da teilte sich die Gruppe und wurde zu den sportlichen Wettbewerben gebracht: zum Floor Hockey nach Graz und zum Langlauf und Schneeschuhlauf nach Ramsau.

Samstag, 18. März 2017
Bei der Eröffnungspressekonferenz musste Dr. Timothy Shriver, Chairman der Special Olympics International, mit großem Bedauern darauf hinweisen, dass zwei Teams - aus Ghana und aus Afghanistan - keine Visa bekommen hatten.
Der ab Nachmittag einsetzende Regen konnte die Stimmung bei den verbleibenden 105 Nationen allerdings nicht trüben. Alphabetisch geordnet zogen die Delegationen in das Stadion ein. Ich habe es als große Ehre empfunden, Hand in Hand mit der Tochter des Delegationsleiters, Asta Misiunaite, hinter der Fahnenträgerin Eva mit Litauen einziehen zu dürfen. Als alle Delegationen ihre Plätze eingenommen hatten, wurde der Olympische Eid laut und klar von allen mitgesprochen. Und erst dann haben auch wir die Regenpelerinen übergestülpt und die wunderbare und stimmungsvolle Eröffnungsfeier genossen.(Klicken Sie das Video an und stellen Sie unten rechts den Vollbildmodus ein.       © Special Olympics)

Sonntag, 19. März 2017

Die Bewerbe in Ramsau fielen am ersten Tag wörtlich ins Wasser - sie mussten abgesagt werden. Dennoch wurde das olympische Feuer in Ramsau entzündet.

 In Schladming fanden dennoch sich viele Delegationen ein - zu den ersten Siegerehrungen. Sie hatten sich die Freude nicht rauben lassen.

Montag, 20. März 2017
Endlich konnten der Langlauf und der Schneeschuhlauf beginnen: Die Loipen waren in bestem Zustand - und nach den ersten Vorbewerben starteten auch die Final-Bewerbe - bei strahlendem Sonnenschein. Der Einsatz aller AthletInnen war bemerkenswert - jede/r einzelne wurde mit viel Applaus und Zurufen von den Zuschauern ins Ziel getragen. Jede Leistung war für die Beteiligten ein riesiger Erfolg - und für alle, die dabei waren, ein unbeschreibliches und nachhaltiges Ereignis.
Zur großen Freude der litauischen SportlerInnen traf mittags eine kleine Abordnung der Sportunion in Ramsau ein und freute sich mit über erste Erfolge: Ruta Tuskenyte errang in der Grupe der 5-km Race Freestyle (F 2) die Silbermedaille, Tadas Vainius (M2) und Arunas Martinonis (M3) je eine Goldmedaille. Und Neda Pabilionyte war beim Schneeschuhbewerb über 100 m (F 09) nicht zu schlagen und errang den 1. Platz! Eine strenge Jury hat dann leider Rolandas Kriauzlys nach einer sensationellen Zeit im 100-Meter-Lauf disqualifiziert. (Bei der Vorausscheidung war er offensichbar langsamer gelaufen, als er konnte.)

Zwischenbilanz:
Für die litauischen Langläufer und die Schneeschuhläufer in Ramsau war die Teilnahme an den Special Olympics Winter Games bisher überaus erfolgreich, für die Floor Hockey-Mannschaft in Graz verlief es teilweise nicht ganz wunschgemäß. Aber Zwischenbilanz: 7 Gold-, 3 Silber- und 2 Bronzemedaillen.

Freitag, 24. März 2017
Die Wettkämpfe sind weitergegangen. Und am Schlusstag haben unsere litauischen Freunde dann erneut voll zugeschlagen: viermal Gold im Langlaufen, einmal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze im Schneeschuhlaufen. Auch die die vierten Plätz erhielten eine Anerkennung - in Form einer Medaille. Fazit: unglaubliche 27 Medaillen für das litauische Team, darunter allein 12 Goldene!!!

Die siegreichen Sportler und Sportlerinnen aus Litauen
Die siegreichen Sportlerinnen und Sportler aus Litauen     © Barbara Wolf-Wicha

Eine umfangreiche Fotodokumentation ist auf der Homepage des RC Salzburg-Land zu sehen, einige Fotos gibt es auch auf facebook Rotary 1920.

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Unter dem Eindruck dieser Tage ein Wunsch am Schluss:
Die „Flamme der Hoffnung“, wenn sie nach der Abschlussfeier verlöschen wird, möge in den Herzen (und Hirnen!) der Menschen weiterleuchten. Die „inclusive society“ möge nicht nur ein Traum und nicht nur auf Special Olympics beschränkt bleiben. Die Vielfalt in der Gesellschaft – mit ganz unterschiedlichen Lebensentwürfen und Bedürfnissen, Nationen und Religionen – ist eine Bereicherung und Chance für alle, die einander respektvoll begegnen - und keine Bedrohung!
Die Worte von Eunice Kennedy-Shriver (anlässlich der Eröffnung der Internationalen Special Olympics Summer Games 1987) sollten übertragen werden auf alle Menschen, unabhängig von Herkunft, Hautfarbe oder Religion – und sollten Realität werden:
„Ihr seid die Sterne und die Welt beobachtet euch. Mit eurer Präsenz sendet ihr eine Botschaft an jedes Dorf, jede Stadt, jede Nation – eine Botschaft der Hoffnung – eine Botschaft des Sieges:
Das Recht auf jedem beliebigen Spielfeld zu spielen? Ihr habt es euch verdient.
Das Recht in jeder beliebigen Schule zu studieren? Ihr habt es euch verdient.
Das Recht einen Job auszuüben? Ihr habt es euch verdient.
Das Recht jedermanns Nachbar zu sein? Ihr habt es euch verdient.
Die Tage der Aussonderung und Trennung sind vorbei!“

Barbara Wolf-Wicha
RC Salzburg-Land