Peace Fellows - Ein kleines bisschen Frieden, das ein Leben lang halten wird

Friedensstipendiaten aus aller Welt bei einer Konferenz in Innsbruck in Österreich © Rotary International

17.01.2018

Peace Fellows 

Ein kleines bisschen Frieden, das ein Leben lang halten wird

Rotary fördert jedes Jahr Friedensstipendiaten. Einer von ihnen war zuletzt d'Arcy Lunn aus Australien, der an der Christian University in Tokio studierte - hier sein Fazit aus diesem speziellen Studium.

15 Länder in etwas mehr als fünf Monaten besuchen, dazu einige Trainingsevents, ein Praktikum, außerdem Forschung, Konferenzbesuche, Events, Treffen mit Friedensnobelpreisträgern – das ist so ziemlich meine unglaubliche Formel für den Erwerb von besten Fähigkeiten in Sachen „Frieden schaffen“. Das wichtigste Ergebnis dieser Gleichung ist aber, was ich voraussichtlich mit diesen Erfahrungen machen werde. Und ich habe schon einige Ideen.

Die Rotary Peace Fellowship ist eine wunderbare Möglichkeit, einen Master-Abschluss in Peace Studies (Studium zu Friedensangelegenheiten) an einer renommierten Universität zu absolvieren. Dabei werden Praxis-Einheiten (Applied Field Experiences) absolviert, bei denen Stipendiaten in alle nur denkbaren Gegenden der Welt entsandt werden. Dort sollen sie anhand der Arbeit von Experten, Wissenschaftlern und anderen Friedensaktivisten lernen.

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d'Arcy mit der Friedens-Nobelpreisträgerin Leymah Gbowee aus Liberia und dem früheren Rotary Peace Fellow Wisdom Addo

Die Unterschiede zwischen den Friedensstipendiaten sind so groß wie die Möglichkeiten, praktische Friedensarbeit kennenzulernen. In meiner Studiengruppe war zum Beispiel ein junger Mann aus Bangladesh, der seine Praxiswochen in Genf absolvierter, andere aus Sierra Leone und Gambia gingen nach Nigeria, ein weiterer aus Argentinien war in Bolivien, einer aus Australien in Israel und zwei aus Großbritannien gingen nach Tansania und Thailand.

Ich komme eigentlich aus Australien, konnte aber schon immer viel reisen. So nutzte ich auch diesmal die Gelegenheit, während meines fünfmonatigen Praxis-Semesters so viel wie möglich unterwegs zu sein. Ich begann meine Weltreise in Japan, bevor es weiter in die USA, nach Europa, Westafrika, den Mittleren Osten und Südostasien ging.

Viele Einsichten, neuer Fokus

In dieser Zeit änderte sich mein Fokus. Ich untersuchte weniger, wie Menschen Frieden in unterschiedlichem Umfeld wahrnehmen (in Konflikten, in friedlichen Situationen oder nach Konflikten) als die Möglichkeiten zur Versöhnung - ganz konkret bei der Organisation von Gesprächen während einer Hospitanz bei der Organisation Search for Common Ground in Liberia. Außerdem nahm ich an Konferenzen teil, die Jugendliche für die Friedensarbeit interessieren und Menschen über den Frieden aufklären sollten.

Während des Unterrichts habe ich mich nicht immer wohl gefühlt, aber während der Praxiseinheiten neben hochengagierten und effektiven Ausbildern, Praktikern und Botschaftern für den Frieden blühte mein Verständnis auf. Es erscheint mir immer noch wie ein Traum, solche Möglichkeiten bekommen zu haben.

Einige meiner Highlights waren:

  • dass ich an zwei Konferenzen in den Schweizer Bergen teilnehmen konnte, die sich mit Möglichkeiten befassten, gewalttätigen Extremismus zu verhindern beziehungsweise die Einbeziehung von Kindern in Friedensprozesse zu beleuchten
  • dass ich als Friedensbefürworter lernen und wachsen konnte - mit einem bereichernden Netzwerk aus Friedens-Ausbildern in Österreich
  • dass ich mehr als 250 Antworten aus Dutzenden von Ländern inder ganzen Welt erhielt auf meine Online-Umfrage darüber, wie Menschen Frieden und Friedenskultur wahrnehmen
  • dass ich mehr als zehn inspirierende Friedensexperten und Fachleute über ihre Theorien zum Wandel interviewen konnte
  • dass ich ein Programm unterstützen konnte, das Versöhnungsgespräche in den Kommunen Liberias ermöglichen soll – indem die kurze Zeit der Ruhe, die den bisherigen Unruhen im Land folgte, in Langzeit-Frieden und Wohlstand umgewandelt wird
  • dass ich zusammen mit Rotariern in Jordanien daran arbeiten konnte, UNICEF, die WHO und Rotary mit einer Schule zur Ausrottung von Polio zu vernetzen und für Frieden zu wirken

Dazu kamen noch ein paar unerwartete Möglichkeiten:

  • zum Beispiel: als Wahl-Beobachter in Liberia tätig zu werden – ein faszinierender und aktiver Blick auf die Demokratie vor, während und nach den Wahlen
  • ein Treffen mit zwei Friedensnobelpreisträgern – Leymah Gbowee aus Liberia und Ramos Horta aus Timor – und dabei ihre mutigen und friedensfördernden Geschichten zu hören; sie wurden Vorbilder für mich
  • und letztlich zwei Workshops auf der Jugend-Friedenskonferenz in Liberia und Singapore mit PeaceJam, die örtliche Jugendliche und Friedensnobelpeisträger zusammenbrachten

Ich bin dankbar und nehme daraus viele Erfahrungen mit. Ich bin entschlossen, Frieden zu einem wichtigen Teil meines Lebens und meiner Zukunft zu machen. Ich hoffe, ich kann die Lektionen, die ich gelernt habe, noch verfeinern und aufpolieren, die Einblicke noch ausbauen – mit dem Ziel, irgendwo ein kleines bisschen Frieden zu schaffen. Einfach, indem ich kleine, aber wichtige Wahlmöglichkeiten schaffe, Entscheidungen ermögliche und Aktionen initiiere – für mehr Frieden in der Welt.

Ich hätte mir keine bessere Möglichkeit vorstellen können als diese Praxis-Einheiten, um mich zu engagieren, zu lernen und mein Verständnis für Frieden zu erweitern. Danke Rotary!

d'Arcy Lunn


Quelle: The Rotarian - https://blog.rotary.org/2018/01/12/teaspoons-of-peace-that-will-last-a-lifetime/#more-8460

Rotary Magazin 6/2018

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