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Kampf gegen Polio

Günstige Prognosen für Nigeria

Kampf gegen Polio - Günstige Prognosen für Nigeria
Eine Polio-Impfhelferin in Maiduguri, Nigeria. © Diego Ibarra Sánchez

Wer erinnert sich nicht an die Situation zu Beginn des Jahrhunderts – als immer wieder in Afrika, aber auch in Asien Polioviren auftauchten, die aus Nigeria eingeschleppt worden waren? Über Länder wie Niger, Tschad, Sudan und die Arabische Halbinsel waren diese Viren bis nach Indonesien gewandert. Ihre Herkunft konnte dank moderner Labortechnik genau zurückverfolgt werden.

Hans Pfarr10.11.2014

Ihr Ursprungsort lag im Norden Nigerias. Dort gab es lange Zeit heftigen Widerstand gegen die Impfungen. Es waren nicht sel -ten muslimische Religionsführer, die dagegen unter den Eltern Stimmung machten. Sie ver - hinderten, dass die Kinder zu den Nationalen Impftagen gebracht wurden. Die Folgen waren verheerend; die Kinderlähmung breitete sich immer weiter aus. Diese Hindernisse wurden inzwischen beseitigt. Die Regierung, die örtlichen Stammesführer im Norden und vor allem auch die islamischen Geistlichen ziehen jetzt an einem Strang.

Ein Beweis für das neue Miteinander sind die Führer, die ihre Kinder öffentlich imp - fen lassen. Man scheut keine Anstrengungen mehr, um alle Kinder zu schützen. „Rotarier waren maßgeblich daran beteiligt, die Kinder in entlegenen Gegenden aufzusuchen: per Auto, Motorrad, per Boot und zu Fuß“, betont der stellvertretende Vorsitzende des nigeria - nischen PolioPlus Komitees, Tunji Funsho. Verstärkte Öffentlichkeitsarbeit mit Plakaten, T-Shirts und Kappen, die schon in der Vergangenheit von Rotary gefördert wurde, schafft zusätzliche Aufmerksamkeit.

Hinzu kommt Hilfe von Fachleuten aus Indien. Sie wissen aus eigener Erfahrung was zu tun ist, um erfolgreich gegen das Virus anzukämpfen. Die Technische Beratergruppe der WHO sieht daher die Chance, in Nigeria das Ziel „Un - terbrechung der Ansteckungskette“ in absehbarer Zeit zu erreichen. Eine genaue Analyse der bisherigen Impftage zeigt eine deutliche Steigerung der Durchimpfungsrate auf nahezu 90 von vormals 65 Prozent.

Diese Steigerung kommt einem Durchbruch mit Auswirkungen für ganz Zentralafrika gleich. Das setzt jedoch die konsequente Weiterführung der geplanten Nationalen Impftage voraus. Für uns Rotarier ist das die richtige Gelegenheit zu spenden. Denn die Spenden, werden von der Gates Stiftung um 200 Prozent aufgestockt. In Nigeria eingesetzt, tragen diese Spenden dazu bei, die Chance zum Durchbruch, wie von Fachleuten ausdrücklich bestätigt, auch zu nutzen.