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Berlin

Migranten besser verstehen – ein Workshop für Ärzte

Interkulturelle Arzt-Patienten-Beziehungen führen häufig zu Problemen. Um Frust und Ärger auf beiden Seiten vorzubeugen, sind rotarische Ärzte am 30. September nach Berlin eingeladen

Irina Slot01.07.2016

Die Hilfsbereitschaft der Bürger, der Rotarier und der Ärzte ist groß. Doch die mangelhafte Infrastruktur der medizinischen Versorgung für Geflüchtete, aber auch sprachliche, soziale und kulturelle Barrieren in der Kommunikation stellen oft eine Herausforderung dar, die an den eigenen Kräften zerrt und die 

„Effizienz“ der angebotenen Hilfe gefährdet. Zwei Mitglieder des englischsprachigen RC Berlin International, die Dozentin und Trainerin für interkulturelle Kompetenz Irina Slot und der in Syrien und Deutschland ausgebildete Gynäkologe Zaher Halwani (Vivantes Humboldt Klinikum), wollen ihr Wissen und ihre Erfahrung auf diesem Gebiet mit rotarischen Freunden teilen und somit den Helfern helfen. Im Fokus ihres Workshops liegt die interkulturelle Arzt-Patient-Beziehung, wenn also die am Gespräch oder der Behandlung Beteiligten aus verschiedenen kulturellen Kontexten kommen.

Zum Verstehen von Denkformeln

Auch bei der notwendigen modellhaften Vereinfachung mit Bezug auf die jeweilige Landeskultur, ohne Berücksichtigung zum Beispiel von sozialer Herkunft und Persönlichkeit, kann durch das Verstehen von Denkformeln mithilfe von Kulturdimensionen zumindest für eine sichere Orientierung gesorgt werden – und gleichzeitig zur Stressminderung bei den Ärzten und dem Pflegepersonal beigetragen.

Paradoxerweise führen kulturell bedingte Missverständnisse gerade bei der ehrenamtlichen medizinischen Versorgung verschärft zu Konflikten. Falsch verstandene Signale und kulturelle „Codes“ werden dann möglicherweise als Respektlosigkeit und Undankbarkeit interpretiert, zum Beispiel Verspätung zum Termin oder Vermeidung von Blickkontakt.

Veranstaltungsort ist das Mövenpick-Hotel Berlin, auf Einladung von Frank Hörl, ebenfalls Mitglied des RC Berlin International. Der deutschsprachige Workshop – gedacht für rotarische Ärzte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz – ist kostenlos, allerdings würden sich die Veranstalter über Spenden an die Clubkasse des RC Berlin International natürlich sehr freuen.


Termin: Freitag, 30. September, 15–18 Uhr
Anmeldung bis zum 15. September unter:
info@interkulturell.eu

Irina  Slot
Irina Slot (RC Berlin-International) stammt aus Russland. Sie hat Physik, BWL und Interkulturelles Management studiert. Sie unterrichtet Interkulturelle Kompetenz z.B. an Hochschulen, in Kliniken, Firmen und bei der Bundeswehr. In ihrem Rotary Club verantwortet Irina Slot den Berufsdienst und engagiert sich für Migranten.

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