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Was jeder Rotarier über Polio wissen sollte

Newsletter zu Clubaktionen - Was jeder Rotarier über Polio wissen sollte
Der Impfstoff gegen die Kidnerlähmung wird gerade im Grenzgebiet von Nigeria, in Afghanistan und Pakistan sehr gebraucht. © Rotary International

Die Rotarier verstärken derzeit noch einmal ihre Anstrengungen im Kampf gegen die Kinderlähmung (Poliomyelitis - kurz Polio). Auch auf den letzten Metern ist es aber wichtig, die Fakten zu kennen.

11.10.2016

  • Kinderlähmung (Poliomyelitis, kurz: Polio) ist eine von Viren ausgelöste Infektionskrankheit. Sie kommt nur bei einem Bruchteil der Infizierten zum Ausbruch. Polio ist nicht heilbar, man kann nur die Symptome (Lähmungen) behandeln. Einziger Schutz ist die Impfung.
  • Schutzimpfung Seit den 1950-er Jahren gibt es zwei Impfvarianten (intramuskuläre Impfung bzw. Schluckimpfung). Dank systematischer Reihen-Schluckimpfungen konnte die Kinderlähmung in den USA und Westeuropa in den 1960-er Jahren schnell eingedämmt werden. Entwicklungsländern blieb diese Errungenschaft lange Zeit vorenthalten.
  • PolioPlus heißt die Impfkampagne von Rotary International zur Bekämpfung der Kinderlähmung. 1979 fanden erstmals von Rotary organisierte und von vielen Freiwilligen durchgeführte Impfungen der 6,3 Millionen Kinder auf den Philippinen statt. Der Erfolg war durchschlagend: Nach neun Monaten waren 90 Prozent aller Kinder unter fünf Jahren geimpft. Die Ansteckungsquote sank bis 1982 um 68 Prozent.
  • Eine Welt ohne Kinderlähmung lautet seit 1985 das Versprechen Rotarys. Der schnelle Erfolg auf den Philippinen nährte den Glauben, alle Kinder der Welt bis 2005 impfen zu können. Zugleich wurde eine erste Spendenkampagne über drei Jahre ausgerufen, bei der 219 Mio. US-Dollar für Impfstoff erzielt wurden.
  • Partner Das Engagement der Rotarier und die nachweislichen Erfolge auf den Philippinen führten dazu, dass sich 1988 die Weltgesundheitsorganisation dem Ziel einer Polio-freien Welt anschloss. Zusammen mit UNICEF und der US-Gesundheitsbehörde CDC bilden Rotary und WHO seither die Global Polio Eradication Initiative (GPEI). Seit 2008 beteiligt sich auch die Bill & Melinda Gates Foundation an der Finanzierung dieser Initiative.
  • Erfolge Dank flächendeckender Impfungen in allen Ländern der Erde gelang es, seit 1988 die Zahl der jährlichen Infektionen von 350.000 auf nur noch 24 im laufenden Jahr zu senken. Das sind mehr als 99,9 Prozent. Die Zahl der Polio-endemischen Länder sank im selben Zeitraum von 125 auf drei: Nur noch in Afghanistan, Pakistan sowie Nigeria sind die Menschen akut gefährdet.
  • Strategie Da Polioviren viele Menschen infizieren, von denen aber nur wenige erkranken, muss massiv weitergeimpft werden, um die Übertragungskette sicher zu unterbrechen. Ziel muss es sein, alle Kinder, das heißt auch alle Neugeborenen gegen Polio zu impfen. Stellte man angesichts der überragenden Erfolge jetzt die Impfungen ein, würde sich die Kinderlähmung rasch wieder ausbreiten.
  • Problem Obwohl 50 Cent ausreichen, um ein Kind zu schützen, sind die globalen Impfmaßnahmen teuer. Deshalb müssen wir weiter Spenden sammeln. Rotary hat seit Beginn der Kampagne bereits über eine Milliarde US-Dollar gespendet. Das ist jedoch nur ein Teil der Gesamtkosten von rund neun Milliarden US-Dollar. Den größeren Beitrag müssen die Regierungen der wirtschaftsstarken Länder leisten. Eine Kernaufgabe der rotarischen Kampagne ist es, die Regierungen immer wieder daran zu erinnern. Die aktuelle Finanzierunglücke beträgt mehrere Hundert Millionen US-Dollar.
  • Aktionstag Öffentliche Veranstaltungen sollen Rotary und seine gemeinnützigen beziehungsweise humanitären Leistungen herausstellen. Die Polio-Kampagne ist dafür das beste Beispiel: Dank rotarischer Initiative wird in absehbarer Zeit eine der furchtbarsten Krankheiten für immer verschwinden. Das ist nicht nur ein humanitärer Erfolg, sondern auch eine sinnvolle Investition: Die Einsparungen durch vermiedene Therapien, Prothesen und soziale Kosten liegen deutlich höher als die Kosten für die Impfungen.

Lesen Sie hier den aktualisierten Newsletter von END POLIO NOW für Oktober.