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Buch der Woche

Katalog zur Ausstellung des Jahres »Kairo – Offene Stadt« in Essen

Buch der Woche - Katalog zur Ausstellung des Jahres »Kairo – Offene Stadt« in EssenFotostrecke: Katalog der Ausstellung des Jahres »Kairo - Offene Stadt« in Essen
Kim Badawi fotografierte Zuschauer bei Projektionen von Facebook auf dem Tahrir-Platz. © Kim Badawi

Die deutsche Sektion des internationalen Kunstkritikerverbandes (AICA) hat die Fotoschau "Kairo – Offene Stadt" über die Revolution in Ägypten im Museum Folkwang in Essen zur "Ausstellung des Jahres 2013" gewählt. Ein jetzt erschienener Katalog komplettiert die Schau – unser Buch der Woche.

06.12.2013

Die Ausstellung zeige die enorme Bedeutung und zugleich bedrängende Angst vor Gewalt und Scheitern der Revolution in Ägypten, hieß es in der Jurybegründung. "Kairo. Offene Stadt. Neue Bilder einer andauernden Revolution" ist als  experimentelles, sich stets erneuerndes Ausstellungsprojekt konzipiert. Es gibt nicht nur einen Einblick in die Freiheitsbewegungen der arabischen Welt, sondern soll auch ein neues Kapitel in der Geschichte der Bilder schreiben.

Die Ausstellung thematisiert insbesondere die neuen Wege der digitalen Bildkultur des Internets, auch in der Anordnung der Bilder in der Schau. "Diese migrierenden, globalen Bilder haben in der improvisierten Architektur der Hütten und Kuben eine adäquate Form gefunden, die auch von der Gewalt und der Not, dem Freiheitswillen und dem Mut der Menschen berichtet", schreibt das Folkwang-Museum.

Der dazugehörige Katalog dokumentiert die Dramaturgie des Ausstellungsprojekts. Er versammelt die unterschiedlichsten Gebrauchsweisen von Foto und Video, darunter sind Aufnahmen von Fotojournalisten, Mitschnitte der Aktivisten und „Bürgerjournalisten“, Dokumente, die Künstlerinnen und Künstler gesammelt haben. So kommt es zu einem Dialog der Bilder. Cover-Bilder von Zeitungen stehen neben den Bildstrecken im Blog, die Ikonen der Ereignisse neben den ungesehenen Bildern der Menschen von der Straße, die Bilder der Märtyrer neben langfristigen Dokumentarprojekten. Der Katalog versammelt zudem Essays von jüngeren Autoren aus Kairo.

Die Schau wurde in Kooperation mit dem Museum für Photographie Braunschweig realisiert und gefördert von der Kulturstiftung des Bundes. Sie entstand in Kooperation mit dem Goethe Institut und wurde neben dem Museum Follkwang (2. März bis 5. Mai 2013) bereits im Museum für Photographie Braunschweig (28. September bis 23. Dezember 2012), in Auszügen in der Akademie der Künste (5. Europäischer Monat der Fotografie Berlin, 19. Oktober. bis 25. November 2012) sowie im Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg (16. August bis 17. November 2013) gezeigt. Geplant ist, im kommenden Jahr eine aktualisierte Fassung der Ausstellung in der Townhouse Gallery in Kairo zu präsentieren.

Der Katalog zu "Kairo. Offene Stadt. Neue Bilder einer andauernden Revolution" kostet 28 Euro. Hg. von Florian Ebner und Constanze Wicke. Spector Verlag, Leipzig 2013. 264 Seiten, 28 Euro.