Deuko 2015  - 850 Rotaracter tagen und feiern in AugsburgFotostrecke: Die Deuko 2015 in Augsburg

© Y. Nadler

28.03.2015

Deuko 2015  

850 Rotaracter tagen und feiern in Augsburg

Yvonne Nadler

Knackige Reden, klasse Stimmung und konstruktive Workshops – die Deutschland-Konferenz der Rotaracter fand dieses Jahr in Augsburg statt.

So eine gute Stimmung im Augsburger Kongresszentrum am Samtsagmorgen habe er noch nie erlebt, mit diesen Worten eröffnete Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl die diesjährige Deutschland-Konferenz (Deuko) der Rotaracter. Und das Plenum war tatsächlich ausgesprochen gut besetzt, wie auch der ehemalige Vorsitzende des Rotaract Deutschland Komitees (RDK) Florian Wackermann begeistert anmerkte. Zwar waren nicht gleich morgens alle der insgesamt 850 Besucher anwesend, dennoch war der Saal gut besetzt, und das, obwohl die Teilnehmer schon in der Nacht zuvor „die Puppen tanzen ließen“ (das diesjährige Motto der Deuko passend zur Augsburger Puppenkiste).

Typisch für die Konferenz des Rotary-Partners: Eine beindruckende Organisation und kein Platz für ausschweifende Reden und abgelenkte Zuhörer. Fünf Minuten Redezeit, mehr nicht! Diese Vorgabe brachte nicht nur Oberbürgermeister Gribl zuvor ins Schwitzen. „Als ich heute um fünf vor neun hier ins Kongresszentrum kam, habe ich dann aber doch gemerkt, dass da hier ganz normale junge Leute sind“, sagte Gribl augenzwinkernd, der selbst Rotarier ist. Großer Applaus galt dann auch Alexandra Leo und Alexander Grimminger, den Vorsitzenden des Deuko-Organisations-Komitees, die verkleidet als Jim Knopf und Lukas mit einer gebastelten Lokomotive auf die Bühne kamen.

Der Vormittag war für die Vorstellung der neuen Anwärter für die Ressorts des RDK sowie und Workshops, in denen sich die Ressorts genauer vorstellten, bestimmt. Am Nachmittag dann fanden die eigentlichen Wahlen statt. Bundessozialaktion im kommenden Jahr wird demnach das Rucksackprojekt von Mary’s Meals sein: Kinder aus Deutschland verschenken ihren (alten) Rucksack (Schultasche, Schulranzen, Sporttasche) und befüllen ihn mit Schulmaterial und einigen Gebrauchsartikeln des täglichen Lebens.

Während Mitglieder verschiedener Clubs gut gelaunt auf der Bühne nacheinander zu ihren Charterfeier einluden, wurden die Stimmzettel eingesammelt. Anschließend legte Tobias Häcker, amtierender RDK-Vorsitzender, seinen Rechenschaftsbericht ab. „Meine Motivation seid ihr, liebe Freunde“, sagte er zu Beginn. An 33 Wochenenden war das Mitglied des RAC Prenzlau für Rotaract unterwegs und legte insgesamt 36.000 Kilometer zurück. Für seinen Einsatz bekam Häcker Standing Ovations und später den Badge of Honour des Rotaract Fördervereins verliehen, was ihn sichtlich rührte. Sein Nachfolger wird Alexander Hoffmann (RAC Karlsruhe), dessen erklärtes Ziel ein Mitgliederwachstum von fünf Prozent und die Verbesserung der internen Kommunikation sind.

Natürlich durften auch die Vorstellung der Bewerber für den „Best Act Award“ nicht fehlen. Felix Loosmann, Vorsitzender des Fördervereins deutscher RACs leitete den Reigen der Präsentationen ein. Er selbst bekam übrigens für sein Engagement einen Paul-Harris-Fellow verliehen. Drei Projekte gingen ins Rennen für den Best Act Award. Der Distrikt 1870 berichtete über seine Hilfe für Moldawien, der RAC Köln stellte seine „Weihnachtsgeleeaktion“ vor, für die die Mitglieder 800 Gläser Gelee selbst herstellten, abfüllten, verpackten und verkauften. Der RAC Prenzlau bewarb sich mit seinem Spielplatzprojekt, für das er in Prenzlau eine Spielplatz errichtete und für das er bereits den Rosyne-Preis (alle zwei Jahre vergebener Preis für gemeinsame Projekte von Rotary und Rotaract) bekam. Zum Schluss stellten sich noch die zwei Städte bzw. RACs vor, die um die Ausrichtung der Deuko 2016 konkurrieren. „Mit den Löwen tanzen“ in Braunschwieg oder „RACmen und RACwomen als Superhelden“ in Bochum...

Nachmittags wurden mehrere Anträge vorgestellt. Darauf folgten sogenannte Zielspiele. Die Teilnehmer probierten sich unter anderem im Knotentanz aus, konnten an einem Speed-Dating teilnehmen oder erfuhren, wie ihr erster Eindruck auf andere Personen ist. Danach strömten die Rotaracter und Gäste zurück in ihre Unterkünfte, um sich für den Höhepunkt der Deuko bereit zu machen: Den Gala-Ball mit anschließender Party.

Nach den Wahlgängen zu mehreren Anträgen am Sonntagvormittag und einem Vortrag über Plant for he Planet folgte der Festakt. Laura Verdegaal (Past-Präsidentin des European Rotaract Information Center) hat in ihrer Funktion bereits viele internationale Konferenzen besucht. „Ich muss sagen, dass die Deuko das beeindruckendste Meeting ist“, sagte sie und nannte unter anderem die Größe des Plenums und die professionelle Organisation als Gründe. Auch Marcel Huber, MdL, Roger Heath, Vertreter von Rotary International in Irland und Großbritannien, und RI-Direktor Holger Knaack begrüßten die Teilnehmer. „Ich wünsche mir, dass aus Rotaract-Clubs zukünftig Rotary Clubs gegründet werden können“, sagte Knaack, der ab Juli Vorsitzender des New Generation Komitees von RI wird. Einen entsprechenden Antrag wird er bei RI einbringen.

Die Festrede hielt Hermann Scherer (RC München-Flughafen) und ging der Frage nach, warum manche Menschen ihre Chancen nutzen und andere nicht. Seine Kernthese: „Es gibt keine Chancen, es gibt nur die Fähigkeit, Situationen besser zu bewerten.“ Mit seinen Anekdoten bewegte er das Podium zu mehrfachen Lachausbrüchen.

Uns hemme die Tendenz, Träume zu groß zu machen und Dinge auf das Morgen zu verschieben. „Wir kritisieren zu viel. Auch uns selbst. Wir wollen die Welt retten und fangen bei uns nicht an.“ Jedes Problem sei in Wirklichkeit eine Chance, ein noch nicht gegründetes Unternehmen. Es gebe so viele Probleme auf der Welt, die wir gar nicht mehr erkennen, weil wir uns an den Status Quo des Problems gewöhnt haben. „Seid radikal, etwas Rebell, zündet die Welt ein bisschen an. Rotaract ist der beste Anzünder.“ Mit diesen Worten beendete er seinen Vortrag.

Den Best Picture Award bekam RAC Bad Hersfeld für ein Porträt einer Rotaracterin mit einem Kind auf dem Arm. Der zweite Platz ging an den RAC Köln, auf dem dritten Platz landete der RAC Osnabrück. Als bestes Sozialprojekt des Jahres 2014/15 wurde der Distrikt 1870 mit seinem Moldawien-Projekt geehrt. Den zweiten Platz belegte der RAC Köln, den dritten der RAC Prenzlau. Zum Ende folgten die Dankesworte. Holger Knaack bekam von den Rotaractern noch den Badge of Honour verliehen.

Auch der Austragungsort der nächsten Deuko wurde bekanntgegeben: Im nächsten Jahr kommen die Rotaracter Deutschlands in Braunschweig zusammen.

 

Rotary Magazin 9/2016

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