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Gates unterstützt PolioPlus

Rotary Challenge erfüllt

Gates unterstützt PolioPlus - Rotary Challenge erfüllt
Jeff Raikes, Direktor der Bill & Melinda Gates Foundation.

18.01.2012

Mit Spendeneinnahmen von 202,6 Millionen USD für Maßnahmen zur Ausrottung der Kinderlähmung ist es Rotary International mit Stand zum 17. Januar gelungen, die Spenden-Herausforderung der Bill & Melinda Gates Foundation über 200 Millionen USD zu übertreffen.

 

„Auch wenn wir heute einen Meilenstein feiern, bedeutet dies nicht, dass wir jetzt unsere Spendenbemühungen und unsere Aufklärungsarbeit zur Ausrottung der Kinderlähmung einstellen können“, so Rotary Foundation Trustee John F. Germ auf der International Assembly in San Diego. „Bis die gesamte Welt nicht offiziell für poliofrei erklärt wurde, dürfen wir nicht nachlassen.“

 

Die Spendenaktion wurde von den Rotarierinnen und Rotariern weltweit als Anwort auf eine Spende der Gates Stiftung über 355 Millionen USD an die Rotary Foundation gestartet. Alle gesammelten Gelder kommen Impfaktivitäten zur Immunisierung gegen das Poliovirus zu Gute, das weiterhin in Teilen der Welt Kinder befällt.

 

50 Mio. Dollar als Bonbon

„In Anerkennung an Rotarys großartigen Einsatz und zur weiteren Anregung der Rotarier, vergibt unsere Foundation weitere 50 Millionen USD und verlängert damit unsere Partnerschaft“, gab Jeff Raikes, Direktor der Gates Foundation, bekannt. „Rotary begann den weltweiten Kampf gegen die Kinderlähmung und gibt auch weiterhin den Ton an bei privaten Spendenaktionen, Engagement an der Basis und wenn es darum geht, Polio ganz oben auf der Agenda wichtiger Entscheidungsträger anzubringen“. Die neue Spende über 50 Millionen USD ist nicht geknüpft an eine weitere Herausforderung. 

 

Seit 1988 ging die Anzahl der Polioerkrankungen um über 99 Prozent zurück, von 350.000 Krankheitsfällen pro Jahr bis auf weniger als 650 bisher gemeldete Fälle für 2011. Das wilde Poliovirus ist heute nur noch in vier Ländern endemisch. In Afghanistan, Indien, Nigeria und Pakistan konnte die Übertragung des Krankheitserregers bisher noch nicht unterbrochen werden. Am 13. Januar konnte Indien jedoch vermelden, dass im Verlaufe eines gesamten Kalenderjahres kein einziger Krankheitsfall gemeldet wurde, womit Indien sich auf dem besten Weg befindet, von der Liste endemischer Länder gestrichen zu werden.  

 

Weiterhin sind jedoch auch andere Länder einer erneuten Einschleppung der Kinderlähmung ausgesetzt. In Afrika kam es 2011 in Tschad und der Demokratischen Republik Kongo zu signifikanten Ausbrüchen. Ebenfalls in 2011 wurden erneute Poliofälle aus China, das bereits seit einem Jahrzehnt als poliofrei galt, gemeldet, die auf ein aus Pakistan stammendes Virus zurückverfolgt werden konnten.

 

Kreatives Fundraising setzt sich durch

Die Rotarier spendeten nicht nur selbst, um die Spendenherausforderung der Gates Foundation zu erfüllen, sondern organisierten in ihren Gemeinwesen auch eine Reihe von kreativen Projekten, um Spenden zu sammeln. So kamen bei einer Modenschau in Kalifornien 52.000 USD, bei einer Filmvorführung in Neuseeland und Australien 54.000 USD und bei einer Bergbesteigung auf den Kilimandscharo in Tansania 38.000 USD zusammen. Viele Veranstaltungen wurden auch um den Welt-Polio-Tag am 24. Oktober umgesetzt.

 

Bis heute spendeten die Rotarierinnen und Rotarier weltweit über 1 Milliarde USD für die Ausrottung der Kinderlähmung, welcher Rotary sich seit 1985 weltweit widmet. 1988 schlossen sich Rotary, die Weltgesundheitsorganisation, UNICEF und die US-Gesundheitsbehörden als führende Partner in der Global Polio Eradication Initiative zusammen, die in jüngster Zeit auch in der Gates Foundation einen maßgeblichen Unterstützer fand. Im November 2007 übergab die Gates Foundation eine Zuwendung über 100 Millionen USD an Rotary für den Kampf gegen Polio, das 2009 auf 355 Millionen erhöht wurde. Die Rotarier verpflichteten sich im Gegenzug, diese Spende bis 30. Juni 2012 um 200 Millionen USD zu ergänzen. 

Die Erfassung aller Kinder mit der Schluckimpfung auch in den letzten Winkeln der Erde ist äußerst schwierig. Zu den Herausforderungen zählen schlechte oder ganz fehlende Infrastruktur, geographische Isolation, bewaffnete Konflikte und kulturelle Missverständnisse zur Ausrottungskampagne.

 


 

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