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Weltweiter Aktionstag

WHO will über Hepatitis aufklären

Weltweiter Aktionstag - WHO will über Hepatitis aufklären
Besonders Neugeborene sind gefährdet. © Rotary International

26.07.2013

Hunderte Millionen Menschen weltweit sind mit dem Hepatitis-Virus infiziert. Jährlich sterben fast 1,4 Millionen Menschen an der Krankheit. Mit dem Welt-Hepatitistag, der jährlich am 28. Juli stattfindet, will die Weltgesundheitsorganisation (WHO) darauf aufmerksam machen, dass Hepatitis eine wachsende Bedrohung darstellt gleichzeitig aber öffentlich von Politik, Medizinern und Öffentlichkeit kaum thematisiert wird.

Die 63. Weltgesundheitsversammlung der WHO hat im Jahr 2010 die Virushepatitis als ein „weltweit bedeutendes Gesundheitsproblem“ benannt. Virushepatitis, die Entzündung der Leber aufgrund von Infektionen mit Hepatitisviren A, B, C, D oder E, ist eine weit verbreitete, aber vollkommen unterschätzte Erkrankung. Unbehandelt können die Viren zu Leberzirrhose und Krebs führen.

“Die Tatsache, dass viele Hepatitis B und C-Infektionen unentdeckt bleiben, weil sie keine Symptome verursachen bis sie der Leber ernsthafte Schäden hinzufügen, macht deutlich, dass wir weltweiten Zugang zu Impfungen, Screening, Vorsorge und Therapien brauchen“, sagt Keiji Fukuda von der WHO (Assistant Director-General for Health Security and the Environment).

In diesem Jahr bringt die WHO ihren ersten Hepatitis-Report heraus, in dem 126 Ländern jeweils ein Kurz-Bericht gewidmet ist. Der "Global policy report on the prevention and control of viral hepatitis in WHO Member States" steht hier zur Verfügung.

Gegen Hepatitis B kann aktiv und passiv geimpft werden. Da man sich nur mit Hepatitis D anstecken kann, wenn schon eine Hepatitis B vorliegt, schützt die Hepatitis-B-Impfung auch vor Hepatitis-D-Viren. Die Hepatitis-B-Impfung gehört in deutschland zur Kassenleistung bei Kindern, Jugendlichen und Personen, die einer Risikogruppe angehören; bei Erwachsenen erstatten einige Kassen die Kosten einer Reiseimpfung als Satzungsleistung. In Entwicklungs- und Schwellenländern ohne ausreichende medizinische Versorgung und Gesundheitsvorsorge-Programme ist der Hepatitis-Virus ein großes Problem. So sind in Indien 40 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert.



Zur Übertragung von Hepatitis A und E kann es über kontaminierte Lebensmittel kommen. Zur Virus-Übertragung mit Hepatitis B,C und D kommt es über den Blutweg oder den sexuellen Kontakt. Kurz vor oder während einer Entbindung kann das Virus von der infizierten Mutter auf das Neugeborene weitergegeben werden. Für den indischen Bundesstaat Odisha beispielsweis gehen Experten gehen davon aus, dass 30 bis 50 Prozent der bis Vierjährigen und 90 Prozent der Neugeborenen auf lange Sicht mit dem Virus infiziert werden könnten. Impfungen gegen Hepatitis-B sind dort nicht Bestandteil der Gesundheitsvorsorge und viele Familien können sich die kostenpflichtige Impfung nicht leisten. Über die Projektverbindungsbörse „Projectlink“ sucht der Rotary Club of Chatrapur-Ganjam Clubs, die Geld für Impfaktionen spenden.

In Bezug auf Europa spricht die WHO von einer leisen Epidemie. So wird geschätzt, dass hier etwa 13,3 Millionen Menschen mit Hepatitis B und 15 Millionen Menschen mit Hepatitis C infiziert sind. In Deutschland sind vermutlich mehr als eine Million Menschen von einer chronischen viralen Entzündung der Leber betroffen, davon sind laut Experten über 500.000 Menschen mit dem Hepatitis B- und 400.000 bis 500.000 Menschen mit dem Hepatitis C-Virus infiziert. Mit dem „Aktionsplan für eine nationale Strategie gegen Virushepatitis in Deutschland“ gibt es nun erstmals ein gemeinsam erarbeitetes Papier von insgesamt acht Institutionen aus Deutschland mit Vorschlägen für dringend notwendige Maßnahmen zur Prävention und für die medizinische Behandlung der Virushepatitis.

Die WHO arbeitet im Kampf gegen Hepatitis seit Längerem eng mit einzelnen Ländern zusammen. Darüber hinaus entwickelt sie Netzwerke und Systeme, über die sich Informationen zu der Infektion sammeln lassen. Außerdem ist die Organisationen in ständigem Austausch mit gemeinnützigen Organisationen oder Spendenorganisationen. Im Juni 2013 hat die WHO das „Global Hepatitis Network“ ins Leben gerufen. Dessen Ziele sind es, Länder dabei zu unterstützen, Programme gegen Hepatitis durchzuführen.

Mehr zum Welthepatitistag und der Infektion lesen Sie auf dieser Seite der WHO.

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