Interview mit Gideon Peiper - »Rotary muss aktuell werden«

23.09.2013

Interview mit Gideon Peiper

»Rotary muss aktuell werden«

Vom 24. bis zum 28. November treffen sich Rotarier in Jerusalem zum Rotary Institute. Gideon Peiper, Organisator der Veranstaltung, hat mit Rotary Magazin Online über das diesjährige Motto, die Situation vor Ort und Rotarys Zukunftsaufgaben gesprochen.

Was ist das Besondere an einem Rotary Institute in Jerusalem?
Jerusalem ist eine Stadt für alle Weltbürger. Und das ist nicht erst seit 100 Jahren so, sondern schon seit viel längerer Zeit. Hier leben viele verschiedene Religionen zusammen, Christen, Juden und Muslime. Das macht die Stadt so besonders. Sie strahlt etwas Starkes und Positives aus.

Das Institute steht unter dem Motto: Connecting, People, Cultures and Continents. Welche Idee steckt dahinter, und was dürfen die Teilnehmer davon erwarten?
Als deutscher Teilnehmer wird man hier sicherlich viele deutsche Rotarier treffen, aber eben auch viele Teilnehmer aus anderen Ländern, wie den afrikanischen. Das ist es doch, wofür Rotary steht, die persönlichen Beziehungen. Man kann als Rotarier in seinem Büro sitzen, planen und ab und zu einmal etwas spenden, aber das ist noch nicht genug. Hier auf dem Institute trifft ein Distriktgovernor aus Ghana auf einen Distriktgovernor aus Bayern. Man kommt ins Gespräch und kann über gemeinsame Projekte nachdenken. Auf dem Institute hat man die Möglichkeit, aus erster Hand etwas über Projekte zu erfahren, so wird zum Beispiel ein Rotarier aus Pakistan einen Vortrag über Polioplus halten.

Auf dem Institute sprechen rotarische Führungskräfte traditionell über den Ist-Zustand der Organisation – wie würden Sie diesen beschreiben?

Wir befinden uns bei Rotary derzeit in einem  großen Prozess. Ein wichtiges Thema ist Mitgliedschaft. Wir müssen größer werden. Das ist in Deutschland kein so großes Thema, weil Rotary dort stetig wächst. Aber auch in Deutschland wird Rotary nicht jünger. Und damit sind wir schon beim zweiten wichtigen Thema: New Generations.

Worin sehen Sie weitere Aufgaben für die Zukunft?
Rotary muss zunächst einmal aktuell werden, das ist das wichtigste, Alles andere kommt dann. Wenn man jemanden auf der Straße trifft und erzählt, man ist Rotarier, trifft man auf viel Unwissen. Das ist eine schwierige Situation. Darum hat Rotary eine neue Markenidentität entworfen. Wir müssen bekannter machen, was Rotary macht, ist und will.

 

Gibt es andere konkrete Programmpunkte, auf die sich die Teilnehmer freuen können?
Wir werden Workshops zu den Themen New Generations, Wasser, Länderausschüsse und Rotary und Geschichte veranstalten. Außerdem wird es Vorträge über Projekte geben. Auch Rotary International (RI) Präsident elect Gary Huang wird eine Rede halten. RI-Vizepräsidentin Anne Mathews wird über Future Vision referieren. Zudem wird es eine Messe geben, in der sämtliche Religionen zusammen kommen. Auch ein Gala-Dinner wird es geben. Und natürlich ist da auch das Govenor elect Training Seminar. Dazu kommen 48 Governor elect zusammen und 30 District Governor nominee, die im nächsten Jahr elects sein und wieder aufeinander treffen werden. Sie haben mich eben nach den Zukunftsaufgaben gefragt. Eine wichtige Aufgabe von Rotary ist auch Kontinuität, dafür kann man auf dem Institute die Grundlagen schaffen.

Wie ist die bisherige Resonanz?
Sehr gut. Aber gerade aus Deutschland kamen viele Fragen über die geopolitische Situation. Das hat mich etwas gewundert. Man braucht sich keine Sorgen zu machen, wir sind weit vom Krisengebiet entfernt. Derzeit ist es ruhig, und so wie es aussieht, wird sich die Lage weiter beruhigen. Ich hoffe deswegen, dass aus deutscher Richtung noch mehr Anmeldungen kommen werden.

Kann Rotary in der Krisenregion – vor allem in Syrien, aber auch im Libanon – einen Beitrag zur Konfliktlösung/zum Frieden leisten?
Wenn ich Ja sage, ist es nicht die Wahrheit, und wenn ich Nein sage, auch nicht. Das ist das Dilemma. Das Jahresmotto von Past RI-Präsident Sakuji Tanaka war „Peace Through Service“, die Frage danach, was man als Rotarier machen kann beantwortete er mit „Leading by example“. Rotarier können sich vernetzen, zusammen Projekte entwickeln und so daran arbeiten, die Verständigung voranzutreiben. Rotary ist nicht politisch, unser Ziel es über persönliche Beziehungen etwas zu erreichen. „Peace Through Rotary Service in Our Region“ – (Anm. der Red.: Frieden durch den Einsatz Rotarys in unsere Region) – ich selbst werde dazu einen Vortrag auf dem Institute halten.

Zur Person:
Gideon Peiper wurde 1944 geboren und wuchs in der Kleinstadt Ramat Hasharon in der Nähe von Tel-Aviv auf. 1964 ging er zum Studium der Architektur nach Amsterdam, machter dort 1968 seinen Abschluss und arbeitete bis 1973 als Architekt in den Niederlanden. Danach kehrte er nach Israel zurück und trat als Partner in ein Architektenbüro in Tel-Aviv ein. Heute ist er Eigentümer des Büros, welches auf das Design öffentlicher Gebäude (Seniorenheime, Notfallambulanzen, Bank- und Bürogebäude etc.) spezialisiert ist. Gideon Peiper ist verheiratet; er und seine Frau Chen haben zwei Töchter und fünf Enkel. Peiper ist Mitglied des Zentralvorstands von Rotary International  (2012 bis 2014).

Hier erfahren Sie mehr über das Rotary Institute in Jerusalem.

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