Haiti - Ein Workshop-Camp für UnternehmensgründerFotostrecke: Haiti Entrepreneurship-Camp

© Tilman Becker/Lufthansa

01.12.2014

Haiti 

Ein Workshop-Camp für Unternehmensgründer

Die lokale Wirtschaft in armen Ländern aufzubauen, ist einer von sechs Schwerpunktbereichen, in denen sich Rotary verstärkt engagiert. Ein herausragendes Bespiel ist das Unternehmercamp, das Rotaracter und Rotarier jetzt für Firmengründer in Haiti veranstaltet haben und weiter vorantreiben.

30 Haitianer haben die Möglichkeit bekommen, an einem kostenlosen Workshop-Camp für junge Unternehmer teilzunehmen. Bei dem von einem internationalen Team aus Rotaractern und Rotariern initiierten Projekt lernten die Teilnehmer, was es bei einer Unternehmensgründung zu beachten gibt.

Ihre Heimat Haiti leidet noch immer unter den Folgen des Erbebens: Am 12. Januar 2010 um 16.53 Uhr war es zwischen der Karibischen- und der Nordamerikanischen Platte zu einem schweren Erdbeben gekommen. Haiti und insbesondere die Hauptstadt Port-au-Prince wurden erschüttert. Eine Vielzahl der Gebäude stürzte ein oder wurde beschädigt. Vermutlich verloren mehr als 220.000 Menschen ihr Leben.

Auch auf rotarischen Veranstaltungen war und ist Haiti Thema, so auch auf dem RYLA (Rotary Youth Leadership Award) in Washington DC im Jahr 2013. Dort besuchte der damals deutsche Rotaracter Jan Holz inzwischen Rotarier in New York einen Vortrag eines jungen Haitianers. Jude V. P. Tranquille. Der 28-Jährige hat  seine eigene kleine NGO gegründet, um seinem Land zu helfen. In seiner Präsentation auf dem RYLA präsentiert er seine Idee: Ein Camp für lokale Unternehmer.  „In meiner Heimat gibt es eine Vielzahl an hochmotiveierten jungen Unternehmern. Eine funktionierende Wirtschaft auf Basis eigener Potentialträger kann nur die Zukunft Haitis sein“, so Jude.

Hilfe zur Selbsthilfe als oberstes Prinzip

„Seine spezifische Anfrage zur Selbsthilfe hat mich sofort gefesselt. Dadurch ist klar, dass die Hilfe willkommen ist und ankommt“, sagt Jan Holz. Aus dem Duo ist inzwischen ein großes Team mit Mitgliedern aus aller Welt – Rotarier, Rotaracter und Mitglieder anderer Hilfsorganisationen – geworden. Vom Rotary Club of Wallstreet in New York, über den Rotary Delmas Aeroporte und den Rotary Club Petion-Ville auf Haiti, Speaker aus dem RC Rüsselsheim-Mainspitze und dem Rotaract Club Hamburg-Alstertal, der Lufthansa HelpAlliance, Devoted Servants Haiti, sowie CEI at Quisqueya University sind verschiedene Organisationen vertreten.

Das Camp in Haiti fand nun in der Quisqueya University statt. Katja Krafczyk und Felix Harms hielten einen Workshop mit dem Titel „The Economics of Mangos – Economy for Entrepreneurs“. Die beiden Referenten erläuterten am Beispiel der Mango, eine für die Insel bedeutende Frucht, die Grundlagen einer Marktwirtschaft. Weiter gab es unter anderem Classes zu den Themen Finance, Corporate Planning und Marketing. Die Teilnehmer besuchten außerdem das lokale Unternehmen Surtab, das auf Haiti Tablet-Computer herstellt.

Die meisten jungen Haitianer führen bereits eine kleine Firma oder befinden sich in Gründung. Im Vorfeld mussten sich die Kandidaten für das 14-tägige Camp bewerben, 30 von ihnen durften dabei sein. Die Zuversicht, der Optimismus und die Energie der Camp-Teilnehmer suchte seinesgleichen. Obwohl viele von nur wenigen US-Dollar am Tag leben, verfolgen sie ihre hoch gesteckten Ziele und arbeiten von früh bis spät an ihren Unternehmungen. Von Nicholson Laguerre, der Reinigungsmittel an die Bewohner seiner Nachbarschaft verkauft, über Webert Pierre, dem Wasserhändler, hin zu Chloe Bazin Chevry, die plant sich als Physiotherapeutin selbstständig zu machen, sind die Teilnehmer durchweg begeistert.

Die Förderung geht weiter

Die Förderung hört nach Ende des Camps nicht auf: „Es ist uns wichtig, vor Ort eine nachhaltige Entwicklung zu schaffen. Wir möchten die Teilnehmer weiter begleiten", so Alexandra Heinrich, Projektmanagerin bei Lufthansa in London. Daher hat das Organisationsteam nun ein Mentoringprogramm ins Leben gerufen. "Je nach Unternehmensart und Wachstumsphase haben wir den Teilnehmern Speaker zugeordnet", erklärt Heinrich. In regelmäßigen Abständen oder bei dringenden Anliegen gibt es jetzt Skype-Konferenzen. Auch können die Teilnehmer auf das ganze Netzwerk aller Organisatoren, Speaker und Teilnehmer zurückgreifen. "Wir glauben so die weiteren Bausteine liefern zu können, damit die jungen Unternehmer auf das Fundament, dass während des Camps gelegt wurde, aufbauen zu können“ so Heinrich.

Das Projekt hilft nicht nur vor Ort. Es ist vielmehr ein weiteres Beispiel dafür, wie die Rotarische Familie zusammenarbeitet. Das Team steckt bereits in den Vorbereitungen für das nächste Camp. Hier soll die Zusammenarbeit auch auf weitere Clubs und Distrikte ausgebaut werden. Weitere Informationen zum Camp, den Speakern und Kontaktmöglichkeiten gibt es auf dem Blog zum Projekt und per Mail unter haiticamp2014@gmail.com

(Felix Harms, Rotaract Club Hamburg-Alstertal)

Rotary Magazin 9/2016

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