Aschersleben - Tor zum Harz und Wiege Anhalts

Der Promenadenring in Aschersleben mit dem Turm am Marsfeld

02.04.2012

Aschersleben

Tor zum Harz und Wiege Anhalts

Detlef Gürth

Das Jubiläumsjahr „Anhalt 800“ ist untrennbar mit Aschersleben verbunden. War doch die älteste Stadt des heutigen Bundeslandes im 11. Jahrhundert Wiege und Namensgeber für das Adelgeschlecht der Askanier – dem heutigen Hause Anhalt – einem bedeutenden Fürstengeschlecht im Heiligen Römischen Reich. Nicht nur deswegen sind die „Möhrenköppe“, so der Spitzname der Aschersleber, stolz auf ihre aufstrebende, nicht nur historisch bedeutende Stadt.

Erstmals 753 urkundlich erwähnt, nutzen die Menschen im nordöstlichem Harzvorland zwischen Magdeburg und Halle seit jeher die günstige klimatische Lage im Regenschatten des Harzes und die fruchtbaren Böden für die frühe Besiedlung des Einetals. Die Stadt entwickelte sich im Laufe der Zeit zum Zentrum des Majorananbaus und der Saatzucht in Deutschland.

Historische Bedeutung erlangte Aschersleben spätestens, als es unter der Herrschaft Albrecht des Bären in das Besitztum der Askanier kam. Der Name geht auf eine lateinische Namensvariante der damaligen Burg Aschersleben zurück. Sie diente dem Adelsgeschlecht als Verwaltungs- und Gerichtsort, dem Albrecht der Bär anlässlich eines Gerichtstages am 8. August 1147 erstmals urkundlich als „Graf von Aschersleben“ tituliert vorsaß. Durch die Eroberung der Nordmark sowie der Mark Brandenburg ging Albrecht der Bär in die Geschichte ein. In dieser Zeit wurden in Aschersleben auch erstmals eigene Münzen in Umlauf gebracht, ein weiteres Zeichen für die damalige Bedeutung der Stadt. Sie war Mitglied der Hanse und schon früh eine wohlhabende Ackerbürgerstadt, mit prosperierendem Handwerk und Handel.

Die Askanier erlangten im 11. Jahrhundert mit der Besiedlung slawischer Grenzmarken ein weiträumiges Herrschaftsgebiet. Mit dem Tode Albrecht des Bären wurde jener Territorialbesitz auf seine drei Söhne aufgeteilt. Von denen sich anschließend gebildeten Linien des Hauses Askanien ist heute einzig die anhaltische verblieben. Zu ihren Vertretern zählen Leopold I. von Anhalt-Dessau („der alte Dessauer“); Katharina II., Zarin von Russland, und Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau, Gründer des Wörlitzer Parks.
Auch in kultureller Hinsicht kann Aschersleben mit einigem Schwergewicht trumpfen. Waren es bislang vielfältige Angebote von der Chopin-Gesellschaft bis zum Bluesfestival, bekennt sich seit 2010, als dank Internationaler Bauausstellung und Landesgartenschau erhebliche Investitionen in den Stadtumbau flossen, Neo Rauch, einer der bedeutendsten Maler und Grafiker unserer Zeit, zur Stadt seiner Jugend. Sein gesamtes grafisches Werk bringt er in eine Stiftung ein, und ab dem 1. Juni 2012 wird er seine Werke in einer wechselnden Ausstellung im Riegel des Bestehornparks in Aschersleben ausstellen.

Das Jubiläumsjahr bietet die Gelegenheit, Aschersleben als kleine, aber nicht unbedeutende Stätte der deutschen Geschichte kennenzulernen. Von einstmals 52 Türmen zeugen heute noch 15 Türme sowie Stadttore und Zwingeranlagen der mittelalterlichen Stadtbefestigung von der Wehrhaftigkeit und dem Wohlstand der ältesten Stadt Sachsen-Anhalts. Auch das Kriminalpanoptikum, die Drive-Thru-Gallery, der Zoo mit seinen weißen Tigern, die Grafikstiftung Neo Rauch, die Parks oder die zahlreichen Kulturveranstaltungen versprechen eine spannende Zeit.

Erschienen in Rotary Magazin 4/2012

Detlef Gürth
Detlef Gürth (RC Aschersleben) ist Landtagspräsident des Landes Sachsen-Anhalt. www.aschersleben.de

Rotary Magazin 12/2016

Rotary Magazin Heft 12/2016

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