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Distrikt 1930

Fahrräder für den Schulweg

Distrikt 1930 - Fahrräder für den Schulweg

50 Drahtesel hat der RC Emmendingen-Breisgau in den vergangenen Monaten für Schüler in Südafrika finanziert. Sie sollen Jugendlichen mehr Möglichkeiten verschaffen und den Schulweg deutlich verkürzen.

13.10.2016

Das Igqangi-Projekt, das drei Rotary Clubs auf die Beine - oder besser auf robuste Fahrrad-Reifen - gestellt haben, ist eine gemeinsame Aktion des RC Emmendingen-Breisgau, des RC Schaijk (Niederlande) und des RC Northcliff (Südafrika). Sie soll die Mobilität der Schülerinnen und Schüler der Baleni Secondary School fördern. Denn die Schulwege rund um Baleni in der Provinz Limpopo haben es in sich.

Wer aber am frühen Morgen schon viele Kilometer laufen musste, um überhaupt zur Schule zu kommen, dem fällt das Lernen deutlich schwerer als anderen. Mit den Fahrrädern geht es deutlich schneller. Die gewonnen Zeit kann zudem für weitere Formen der Ausbildung und die Unterstützung der Eltern in Handwerk und Landwirtschaft genutzt werden. Der RC Emmendingen-Breisgau stellte deshalb nun das Geld für Fahrräder.

Insgesamt 50 Fahrräder wurden in Südafrika gekauft, um genau die Schüler zu unterstützen, deren täglicher Schulweg zwischen 14 und 20 Kilometer lang ist. Der RC Northcliff übergab die Drahtesel.

Dass die Aktion in Baleni gut ankam, davon zeugen die Dankesworte der Schüler. Hier einige davon:

Tumbu Masixole, wohnt im Dorf Nyavini, 17 km von Baleni entfernt
Ich bin 17 Jahre alt. Das Fahrrad hat mir letztes Jahr sehr geholfen, als ich in der 11. Klasse war. Ich musste von weit entfernt laufen. Wenn ich ein bisschen Geld hatte, nahm ich ein Taxi. Aber seit ich das Fahrrad hatte, musste ich das nicht mehr. Ich konnte es immer rechtzeitig zum Unterricht schaffen. Das Rad hat mein Leben viel einfacher gemacht, denn ich konnte die Zeit viel besser bemessen, die ich von zuhause bis zur Schule brauchte. Wenn ich meinen Abschluss gemacht habe, möchte ich gern Maschinenbau studieren.

Kommt nun im Hellen heim - Mbuthuma

Mbuthuma Dangaza, wohnt in Khumbuza
Ich bin 19 Jahre alt und das Fahrrad hat mir im letzten Jahr sehr geholfen. Ich musste immer lange Wege gehen und im Winter war es häufig Nacht, wenn ich losging, aber genauso, wenn ich wieder nach Hause kam. Mein Leben ist nun viel besser, weil ich es pünktlich zur Schule schaffen und auch noch lernen kann. Ich habe mich für ein Studium qualifiziert und nach dem Abschluss würde ich gern Elektro-Ingenieurwesen studieren.

Katamzi Phelela, wohnt im Dorf Makhwantini
Ich bin auch 17 Jahre alt. Ich musste immer zwei Stunden zur Schule laufen. Das Fahrrad hat mein Leben viel einfacher gemacht. Ich konnte nach der Schule schon früh wieder zuhause sein und hatte Zeit zum Lernen. Meine Noten haben sich sehr verbessert und ich konnte mich für ein Bachelor-Studium qualifizieren. Nächstes Jahr kann ich hoffentlich meinen Doktor machen - und das war möglich durch den Bachelor. Dieses Fahrrad hat mir wirklich sehr geholfen. Danke!
(Anmerkung: Katamzi Phelela war der beste Absolvent in der 12. Klasse in Physik, Mathe und im Gesamtdurchschnitt der Schulabgänger von 2016)

Will an die Uni in Porth Elizabeth

Roberta Vuyiswa, wohnt im Dorf Xolobeni
Ich bin 19 Jahre alt und lebe in einem Dorf. Ich hatte kein Geld für ein Taxi, deshalb war ich oft zu spät in der Schule. Aber nun - mit dem Fahrrad - schaffe ich es. Nach dem Schulabschluss würde ich gern Lehrerin werden. Dann kann ich auch anderen helfen, etwas zu lernen.
(Anmerkung: Roberta Vuyiswa hat ihren Bachelor gemacht und will sich für ein Lehrer-Studium an der Nelson Mandela Metropolitan University bewerben)

Sonjica Sikho, wohnt im Dorf Moscow
Ich bin schon 23 Jahre alt und lebe in Moscow. Bevor ich das Rad hatte, war es schwierig, zur Schule zu kommen. Es gab auch keine Taxis in der Region. Das Fahrrad hat mein Leben so viel einfacher gemacht, denn nun kann ich früh genug in der Schule sein und auch noch nach dem Untericht lernen. Ich würde gern in den Tourismus gehen und nach meinem Schulabschluss ein Tourguide werden.

Mthethwa kann nun auch mal zum F ußball

Mthethwa Lwandile, wohnt in Makhwantini
Ich bin 17 Jahre alt und in der 11. Klasse. Ich musste morgens immer um 5.30 Uhr losgehen und war erst viertel vor acht an der Schule. Mit dem Fahrrad ist es viel besser, denn nun kann ich schon um 16.30 Uhr zuhause sein und noch andere Dinge machen, zum Beispiel Fußball spielen. Als ich das Rad noch nicht hatte, war ich immer erst zuhause, wenn es schon dunkel war. Jetzt habe ich nun auch mehr Zeit zum Lernen, weil ich das Tageslicht noch nutzen kann. Ich würde irgendwann gern Lehrer werden.

Ndovela Lindokuhle, wohnt im Dorf Nyavini
Ich bin 22 und musste früher immer um 5 Uhr morgens aus dem Haus. Sonst hätte ich es nicht rechtzeitig zur Schule geschafft. Abends war ich nie vor 18 Uhr zuhause und im Winter war es da schon dunkel. Mit dem Fahrrad kann ich viel früher wieder zuhause sein und noch Bücher lesen oder die Wäsche machen. Es war schwierig, immer hin und her zu kommen, bevor ich das Fahrrad hatte. Im Winter musste ich immer schon vor Sonnenaufgang los und manchmal habe ich es nicht mal bis zum Schulbeginn geschafft. Nach meinem Abschluss möchte ich gern Sozialarbeiter werden.

Will später selbst unterrichten - Nikhwe

Nikhwe Mfundo, wohnt in Nyavin
Der lange Weg zur Schule war für mich immer sehr hart. Das Fahrrad hilft mir, pünktlich zu sein und nicht so irrsinnig zeitig loszumüssen. Früher musste ich oft durch nasses oder sogar gefrorenes Gras laufen. Jetzt ist es viel besser, vor allem muss ich nicht mehr so früh aufstehen. Es waren immerhin anderthalb Stunden bist zur Schule - jeden Tag. Jetzt ist mein Leben viel besser und ich kann pünktlich zum Stundenbeginn da sein. Nach der 12. Klasse würde ich gern Lehrer werden.