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Im Fokus

Jugenddienst ist eine Aufgabe für alle

Im Fokus - Jugenddienst ist eine Aufgabe für alle
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Helmut Lanfermann (RC Alzenau), 1. Vorsitzender des Jugenddienst Deutschland e. V. und Jugenddienst/New-Generations-Beauftragter des Deutschen Governorrates, über das Engagement der deutschen Distrikte

01.12.2019

2019/20 unterstützen allein die deutschen Rotary Clubs 2025 Austauschschüler, Camp- und NGSE-Teilnehmer. Doch das Engagement ist regional sehr unterschiedlich. Warum?
Jeder Distrikt hat in Teilen andere Schwerpunkte gesetzt. Manche fokussieren sich auf Short-Term-Austausche und Sommercamps, andere wollen lieber den Jahresaufenthalt von In- und Outbounds organisieren. Häufig hängt es von der Manpower in Clubs und Distrikten ab. Die Zahlen zeigen aber, wie vielfältig Jugendaustausch hierzulande ist: Der eine Rotary Club fokussiert sich auf die Förderung junger Berufstätiger, andere organisieren lieber ein familiär geprägtes Umfeld. Diese Vielfalt und Stärke ist historisch gewachsen.

Was macht die Jugendaustausche Ihrer Meinung nach so wichtig?
Die rotarischen Austauschmöglichkeiten können wirklich einen Beitrag zu Frieden und Völkerverständigung leisten. Denn unter jungen Leuten spielt die Nationalität schon nach kurzer Zeit keine Rolle mehr. Das tägliche Erleben zeigt, dass hier wie da Heranwachsende stehen – mit ganz ähnlichen Träumen, Wünschen und Hoffnungen.
Durch Austausch können Vorbehalte abgebaut und ein friedliches Zusammenleben ermöglicht werden – ein wichtiges rotarisches Ziel. Deshalb sollten wir uns hier noch stärker engagieren. Es reicht nicht, einmal im Jahr zur Distriktkonferenz die jungen Leute in den bunten Blazern zu beklatschen. Jugenddienst passiert täglich und ist eine Aufgabe für alle.

Welche Schwierigkeiten birgt Ihre Arbeit?
Im Moment spüren wir in Deutschland die Nachwirkungen der G8/G9-Umstellungen in den Gymnasien. Ganze Klassen für die Inbounds fehlen. Aber das spielt sich wieder ein. Ab und zu muss man die jungen Leute auch dabei unterstützen, sich von zu Hause zu lösen. Anderen muss man Grenzen aufzeigen – aber das sind die allerwenigsten. Wir haben eigentlich immer ganz tolle, gescheite Jugendliche zu Gast, die ein Stückchen reifer, offener, aktiver wieder nach Hause zurückkehren.
Bei den Short-Term-Austauschen sind es mit über 550 Teilnehmern in Deutschland in diesem Jahr sogar deutlich mehr als zuvor. Das wollen wir beibehalten. Und die beruflich basierten NGSE-Angebote sollen eine bessere Koordination bekommen.

Welche persönlichen Erfahrungen haben Sie mit dem Jugendaustausch?
Ich erlebe in meinen Ämtern seit fast 15 Jahren In- und Outbounds – und ich habe immer etwas gelernt von ihnen. Man bekommt einen anderen Blick auf die Welt, auch als Governor noch. Deshalb werbe ich auch auf Club- und Distriktebene weiter für Unterstützung. Meine beiden Kinder waren mit Rotary im Ausland unterwegs, und meine Familie hat auch schon eine ganze Reihe von Inbounds willkommen geheißen. Ich habe also auf diesem Feld ein bisschen Erfahrung.
Bei Veranstaltungen gehe ich zudem immer wieder auf Tuchfühlung zu den jungen Gästen. Mir geht einfach das Herz auf, wenn ich sehe, wie sich die jungen Leute öffnen und entwickeln.

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