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Rotary Club Radebeul

1. Edition der "KünstlerKartenBox"

Rotary Club Radebeul - 1. Edition der
© Matthias Kratschmer

Kunst ist so alt wie die Menschheit selbst und schon von daher mit modernen Maßstäben nicht zu messen (Thomas Gerlach, Herbst 2020).

16.12.2020

Die Idee der KünstlerKartenBox entstand Ende des Jahres 2019 im Rotary Club Radebeul. Im Sommer 2020 wurden Künstler in und um Radebeul angefragt, ob sie Interesse an einer Präsentation in dieser KünstlerKartenBox haben. 34 Künstlerinnen und Künstler haben sich gemeldet und sind mit einer Faltkarte in der vorliegenden KünstlerKartenBox vertreten - die Teilnahme für die Künstlerinnen und Künstler ist kostenfrei. Je eine Faltkarte enthält neben Daten zum jeweiligen Künstler auch ein ausgewähltes Werk als Postkarte. Für 29 Euro eignet sich die Box somit zum Verschenken und Selberschenken. Insgesamt bietet die KünstlerKartenBox Radebeul einen Einblick in das vielfältige Kunstschaffen der Region. Der Verkaufsstart der Box war am zweiten Adventswochenende. Auf Schloss Wackerbarth wird sie im Verkaufs-Shop zum Kauf angeboten. Darüber hinaus ist geplant, die KünstlerKartenBox zum Beispiel in der Radebeuler Touristinformation, dem "touristischen Informationspunkt in Radebeul-West", der Galerie Weitblick, im Shop der Hoflößnitz und der Weinhandlung Andrich anzubieten.

Das Staatsweingut Schloß Wackerbarth unterstützt das Projekt weitergehend: Es bietet unter anderem den KünstlerInnen die Möglichkeit der Präsentation eines ihrer Werke, um diese zum Verkauf anzubieten. Eine weitere Ausstellung im 1. Quartal 2021 ist angedacht. Der Verkaufserlös fließt zu 100 Prozent in Kunst- und Kulturprojekte oder kommt direkt Kunstschaffenden zugute. Die Erstauflage der KünstlerKartenBox beträgt 500 Exemplare.

Bei Interesse am Erwerb einer KünstlerKartenBox sowie weiteren Fragen: Matthias Kratschmer, Tel 0351 - 4593008 

Ein Mensch malt, von Begeisterung wild,
drei Jahre lan an einem Bild.
Dann legt er stolz den Pinsel hin
und sagt: "DA steckt viel Arbeit drin."
Doch damit wars auch leider aus:
Die Arbeit kam nicht mehr heraus.
(Eugen Roth)

Im Ergebnis des unvorhersehbaren Wirkens eines kleinen Virus ist ein neues Wort entstanden, das nun seinerseits mit einem Keil die Gesellschaft in Gefahr bringt: Wer „systemrelevant“ ist, hält das Rad der Geschichte am Laufen. Wer nicht, kann zu Hause bleiben. Auf diese Weise – und das ist das Gute daran – sind Berufsgruppen ins Rampenlicht geraten, die bisher beinahe unbemerkt ihren in der Regel schlecht bezahlten Dienst geleistet haben. Andere – und das ist die arge Seite – werden kaum noch erwähnt. Zu dieser Gruppe zählen die Künstlerinnen und Künstler.

Die vom Rotary Club Radebeul initiierte Künstlerbox soll dem ein ganz kleines Stück entgegenwirken. Ach ja – die Künstler – "... die Arbeit kommt nicht wieder raus ..." Ist das das Schicksal der Kunst? Ist das das berühmte Künstlerpech? Kunst ist so alt wie die Menschheit selbst und schon von daher mit modernen Maßstäben nicht zu messen. Wie die Menschheit selbst, ist sie an keinen Zweck gebunden. Wann und wo immer Menschen aufgetreten sind, zeugt Kunst von ihrem Wirken. Auf diese Weise kündet Kunst vom Leben selbst. Das Leben aber ist nicht "systemrelevant", es ist größer als das System, das zuallererst für den Erhalt des Lebens zu sorgen hat. Oder wozu könnte das System sonst da sein?

Thomas Gerlach