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Jugendalkoholismus

b.free – eine rotarische Erfolgsgeschichte

Jugendalkoholismus - b.free – eine rotarische Erfolgsgeschichte
Wenn der Saftladen kommt, steigt die Stimmung – ganz ohne Alkohol. Auch im Juni ist er wieder auf Tour durch verschiedene Städte. Schulen, Clubs und Vereine können ihn mieten © b.free-Rotary

Das Netzwerk gegen Jugendalkoholismus feiert Jubiläum. Seit zehn Jahren klärt es junge
Menschen über Exzesse wie Komasaufen auf - auch mit sehr ungewöhnlichen Methoden

01.06.2016

Dieser Saftladen boomt. Vereine, Schulen und Clubs fahren auf die rollende Bar ab und mieten sie für Feiern und Events. Sie zeichnet sich durch ihr besonderes Angebot aus: Serviert werden ausschließlich alkoholfreie Getränke. Zudem gibt es dort eine lange Liste mit Rezepten für Cocktails, natürlich nur alkoholfreie. Denn der Saftladen gehört zum Präventionsprojekt b.free, das die beiden Rotary Clubs Radolfzell-Hegau und Singen vor zehn Jahren gegründet haben, um Jugendliche über die Gefahren des Alkohols aufzuklären und von Alkoholexzessen abzuhalten.

Fast 70 Prozent der 12- bis 17-Jährigen in Deutschland haben schon einmal Alkohol getrunken. In Österreich nehmen Jugendliche im Schnitt erstmals mit 12 Jahren Alkohol zu sich, vor 20 Jahren lag das Einstiegsalter noch bei 15 Jahren. Die Zahlen belegen: b.free ist notwendiger denn je. Längst hat sich das Projekt zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt, dem sich inzwischen auch die drei Clubs A81 Bodensee-Engen, Konstanz und Konstanz-Rheintor angeschlossen haben.

Bundesweites Aufsehen
Rotary hat mit b.free ein Netzwerk mit Präventionsfachleuten und Jugendpflegern geknüpft, das den Jugendalkoholismus bekämpft. So gibt es eine formulierte Festkultur, die von weiteren 13 Landkreisen mitgetragen wird und den Jugendschutz auf Veranstaltungen betont. Plakate, die auch zu einer Wanderausstellung führten, weisen auf den richtigen oder auch falschen Umgang mit Alkohol hin. Bundesweites Aufsehen erregte das Plakat mit dem Spruch: „Ich trinke keinen Wodka. Nur Bier. Ich bin ja erst 9.“

Hilfe für Grundschüler
b.free unterstützt außerdem Kampagnen anderer Institutionen wie „Kenn Dein Limit“ oder „Besser geht’s Dir ohne“. Immer geht es um den verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol. Gemeinsam mit der Universität Weimar hat b.free das Schulprojekt „ich bin ich“ für Kinder der dritten und vierten Klassen entwickelt. Mit unterschiedlichen Spiel-modulen lernen die Kleinen, auf ihre innere Stimme zu hören, über Gefühle zu sprechen, dem Gruppendruck zu widerstehen, sich Hilfe zu suchen und vor allem auch Nein! zu sagen.
In die gleiche Richtung zielt b.free school. In Zusammenarbeit mit Lehrern und Präventionsfachleuten sowie dem Fußballklub SC Freiburg organisiert die Aktion Präventionstage.

Spenden gesammelt
Seit der Gründung von b.free konnten die beteiligten Rotary Clubs in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Konstanz sowie Sponsoren und Unterstützern Finanz- und Sachleistungen von rund 750.000 Euro für das Projekt aufbringen. Bei der Festansprache zum Jubiläum sagte der Vorsitzende der Lenkungsgruppe, Uwe Schaffer: „Wir werden Jugendliche weiterhin stärken nach dem Motto b.free – sei frei in deiner Entscheidung.“

Cornelia Bambini-Adam