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Helmstedt

Distriktkonferenz: Im Zeichen der Veränderung

Helmstedt - Distriktkonferenz: Im Zeichen der Veränderung
Der Auftritt der Inbounds war einmal mehr emotionaler Höhepunkt der Distriktkonferenz. © Holger Bahl (alle)

Die scheidende Governorin Marianna Broska (RC Helmstedt) hat im Rahmen der Distriktkonferenz vor rund 250 rotarischen Gästen ein Resümee ihrer Amtszeit gezogen und den eingeleiteten Change-Prozess als erfolgreich bezeichnet. Am Ende übergab sie den Staffelstab an ihren Nachfolger Udo Noack vom RC Hildesheim Rosenstock.

20.06.2018

Wie immer bei einer Distriktkonferenz sorgte gleich zu Beginn der festliche Einzug der Austauschschüler aus 17 Nationen für ein stimmungsvolles Bild. Jugenddienstausschussvorsitzender Stefan Karnop würdigte das Auftreten der Jugendlichen, die ihrerseits verschiedene Einlagen als Dankeschön für für die Unterstützung aus den Clubs vorbereitet hatten, im zurückliegenden Jahr und hob unter anderem ihr Engagement bei einer gemeinsamen Baumpflanzaktion hervor.  

Marianne Broska hatte für ihren Abschied das historische Brunnentheater in Bad Helmstedt ausgewählt. Hier konnte sie nicht nur Vertreter aus 70 Clubs im Distrikt begrüßen - mit Armin Willingmann (RC Wreenigerode), Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung in Sachsen-Anhalt, hatte sie auch einen prominenten Festredner gewinnen können, der den Zuhörern einen Einblick in seinen beruflichen Alltag gewährte.  

Positive Reaktion auf Appelle

In ihrem Bericht sagte die scheidende Governorin, die 78 Clubs im Distrikt 1800 hätten positiv auf die Appelle zur Veränderung von Rotary reagiert. Rotary solle in der Mitgliedschaft weiblicher, jünger und bunter werden. Bei den Neuaufnahmen in den Clubs zähle das rotarische Potenzial und nicht allein die Position. Zeit und Talent spielten eine Rolle. Für Rotary sei es künftig auch entscheidend, dass eine Kontinuität im Handeln der Governors als Richtlinie für den Veränderungsprozess stehe. Davon sei sie überzeugt, so Broska.

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Governor Marianne Broska freute sich über die Präsenz und das Engagement der Inbounds.

Als erfolgreiches Signal wertet sie, dass nur noch wenige der 78 Club ohne weibliche Mitglieder seien. Die Diskussion in dieser Frage sei angestoßen. In einigen Clubs seien Rotaracter aufgenommen worden, die sich erfrischend in das Clubleben einbrächten. Broska: „Die Mischung aus Tradition, gepaart mit Erfahrung und neuen Impulsen und Sichtweisen belebt die Arbeit in den Vorständen und macht die Rotary Clubs attraktiv.“

Auch die Tendenz, stärker in Hands-on-Projekte einzusteigen, habe sich positiv verstärkt. Broska lobte die Vielfalt an Projekten im humanitären Bereich, der Jugendförderung und für internationale Projekte mit dem Ziel der Völkerverständigung. Die Projekte seien so unterschiedlich, so verschiedenartig und facettenreich und würden zur Nachahmung animieren. Um zu verhindern, dass diese gute Ideen verloren gingen, werde es einen Projekt-Atlas geben, sagt die scheidende Governorin. "Eine Auswahl von Best-Practice-Beispielen", so Broska.

Sie berichtete auch über den neuen Schwerpunkt des Umweltschutzes, der von Weltpräsident Ian Riseley ins Zentrum rotarischen Handels gesetzt worden ist. Seine Argumente lägen auf der Hand: Umweltzerstörung und globaler Klimawandel stellten ernsthafte Bedrohungen für alle dar. Noch verheerender seien die Auswirkungen aber ausgerechnet für jene Menschen, die am Schutzlosesten sind.  Denn: „Wenn die Umwelt weiter zerstört wird, kämpfen wir mit unseren Hilfsprojekten gegen Windmühlenflügel.“ Dieser neue Schwerpunkt sei der Bedeutendste: Denn ohne Umweltschutz könne es keinen Frieden geben, betonte die Governorin in Anlehnung an den Weltpräsidenten.

Ian Riseley hatte jeden Rotary Club ausgefordert, für jedes Mitglied einen Baum zu pflanzen - als Symbol dafür, dass Rotary nicht nur Verantwortung für die Menschen dieser Erde wahrnimmt, sondern für den Planeten selbst. Als erfolgreich wertete es Broska, dass sehr viele der Clubs diesem Aufruf gefolgt seien.

Fest stehe auch, dass es sich bei dem Thema Umweltschutz nicht um ein Jahresmotto handeln könne, sondern eine langfristig abgestimmte Strategie dahinter stehen müsse, sagte Marianne Broska. Um erfolgreich zu sein, müsse Kontinuität herrschen: "von Weltpräsident zu Weltpräsident, von Governor zu Governor und von Präsident zu Präsident".   

Broska rief dazu auf, auch in der Dienst- und Spendenbereitschaft nicht nachzulassen. Der Distrikt 1800 sei in dieser Hinsicht sehr vorbildlich aufgestellt und zeichne sich durch eine sehr hohe Spendenleistung im Bereich End Polio Now wie auch für die Foundation aus. Dabei spenden einige Clubs außerordentlich viel.  Der Distrikt  sei aber auch deshalb wieder sehr weit vorn unter den deutschsprachigen Distrikten, weil sich wieder einzelne Spender besonders großzügig für Rotary engagierten. Besonders hob die Governorin den Rotarier Fritz Eckhard Sticher vom RC Hameln hervor. Er erhielt die Auszeichnung Major Donor – Level 3 (Spendensumme zwischen 50. 000 und 99.999 Dollar). Broska: „Sie tragen diese Auszeichnung als Einziger im Distrikt 1800, deutschlandweit gibt es nur fünf Spender in dieser Größenordnung.“

Major Donor geehrt

Eine weitere beachtliche Leistung haben im Distrikt noch zwei weitere Rotarier erbracht - unbemerkt, nicht immer für alle wahrnehmbar und auch oft in Nachtschicht: Mit diesen Worten, die sich auf das Engagement in Sachen RO.WEB und die Rotary-Cloud beziehen, zeichnete Broska die DICOs Michael Rex und Georg Schlüter als Paul Harris Fellows aus.

Governor, PDG Friedel Eggelmeyer, Governor Marianne Broska, incoming Governor Udo Noack, Governor elect Franz-Rainer Ernste,Governor nominee Dietmar Bräuer, Stafette, D1800
Governor-Stafette: PDG Friedel Eggelmeyer, Governor Marianne Broska, incoming Governor Udo Noack, Governor elect Franz-Rainer Ernste und Governor nominee Dietmar Bräuer

Für den Bereich Foundation berichtete Past Governor Friedel Eggelmeyer über Grant-Projekte und Spendenentwicklung im Distrikt. Ein Hauptziel von Rotary müsse es sein, die Bevölkerungsexplosion in afrikanischen Ländern zu stoppen, sagte er. Nur so könnten die Ursachen für die Massenflucht aus Afrika wirkungsvoll bekämpft werden. Dazu laufe ein großes Projekt in Nigeria.

Holger Bahl