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RC Erlangen

Rollstühle für Südafrika

RC Erlangen  - Rollstühle für Südafrika
© Deutsche Internationale Schule Johannesburg

Ein gemeinsames Hilfsprojekt des RC Erlangen und des RC Northcliff-Johannesburg zeigt Erfolge. Ein Container mit Rollstühlen macht sich auf den Weg nach Afrika.

01.08.2019

Fast 300 gebrauchte Rollstühle hat der Rotary Club Erlangen im Laufe eines Jahres bei verschiedenen Sanitätshäusern in der Region gesammelt. Sie wurden jetzt in einem großen Container nach Südafrika verschifft, wo sie – gegebenenfalls nach Instandsetzung - an bedürftige Behinderte ausgegeben werden.

Wie kam es dazu? Der Leiter der Deutschen Schule in Johannesburg war bis 2014 als stellvertretender Schulleiter an einer mittelfränkischen Beruflichen Oberschule tätig. Auf diesem Wege kam die Information, dass der Rotary Club Northcliff-Johannesburg im Rahmen von Hilfsprojekten gebrauchte Rollstühle sucht, an den Rotary Club Erlangen. Mitglieder des Clubs haben sich bei den Sanitätshäusern in der Region Erlangen-Nürnberg auf die Suche gemacht – und sind fündig geworden.

Verteilt über ein ganzes Jahr wurden die Rollstühle mit Transportfahrzeugen, die von Rotariern zur Verfügung gestellt wurden, abgeholt und in einer ebenfalls von einem rotarischen Freund zur Verfügung gestellten Halle zwischengelagert. Am 8. März wurden sie schließlich zum Abschluss des einjährigen Hands-on-Projekts von zwölf rotarischen Freunden in einen großen Seefrachtcontainer verladen. Der ging nach anschließendem Lkw- und Bahntransport bis Bremerhaven auf große Reise. Am 28. April war der Zielhafen Durban erreicht.

Von Durban aus kamen bis Johannesburg nochmals fast 600 Kilometer Landweg dazu. Dann aber war es soweit: Nach der gebotenen technischen Prüfung und gegebenenfalls Instandsetzung stehen die Rollstühle für die Ausgabe an Bedürftige zur Verfügung. Die meisten Empfänger leben in Townships unter bescheidensten Bedingungen. Auf die Frage, wie diese Menschen vorher mit Hilfsmitteln versorgt waren, antwortete der Präsident des Rotary Club Northcliff, schlicht und einfach: In der Regel gar nicht. Verfügbare öffentliche Krankenhäuser sind schlecht ausgestattet, ihre Rechnungen könnten die Betroffenen oft auch gar nicht bezahlen. Die meisten Menschen sind nicht krankenversichert.

Wie sehr die gespendeten Rollstühle die Lebensqualität der Empfänger verbessern, zeigen viele Dankesbriefe. Im Fall eines schwer behinderten fünfjährigen Mädchens erhielt der RC Northcliff nach einer Rollstuhlübergabe zum Beispiel folgende Rückmeldung eines Krankenhauses: „Früher ist sie auf dem Bauch um das Haus herumgekrochen. Im letzten Jahr lernte sie, sich auf einem großen Skateboard voranzuschieben. Diese Fortbewegungsmethoden reichten aber nicht aus, um in einer normalen Kinderkrippe zurechtzukommen. Vor zwei Wochen erhielt sie nun ihren Rollstuhl, und morgen beginnt ihr erster Tag in der Kinderkrippe. Später wird sie dank ihrer neu gewonnenen Mobilität eine der örtlichen Schulen besuchen können."