D 1870/Äthiopien - Distrikt bringt Dorfentwicklung voran

Freuen sich über den Projekterfolg: (v.?l.) Gov. Wilma Heim (D?1870), Hermann Schulze Wehninck (Past-Gov. D?1870), seine Frau Anhild, Gov. im Distrikt 9200 Geeta Manek, Gov. nominee (D?9211) Bimal Kantaria und Ursel Stahlmann, Präsidentin des RC Addis Abeba Bole © Anne Steioff-Dold / Volker Hasse

14.05.2013

D 1870/Äthiopien

Distrikt bringt Dorfentwicklung voran

Im Sommer 2009 machte Hermann Schulze Wehninck, Governor 2010/11 (D?1870), den Vorschlag, ein mehrjähriges Projekt in Afrika zu beginnen, das eng an die Ziele von RFPD angelehnt ist. Gemeinsam mit Wilma Heim, Governorin 2012/13 im Distrikt 1870 und seit 2003 Schatzmeisterin im Vorstand von RFPD, wurde ein Projekt gefunden. Die Rotarian Action Group for Population and Sustainable Development (RFPD) setzt sich für eine mit Nachhaltigkeit kompatible weltweite Bevölkerungsentwicklung unter menschenwürdigen Bedingungen und für einen für alle verfügbaren Zugang zur Bildung, Familienplanung und medizinischer Grundversorgung ein. Mit dem Dorfentwicklungsprojekt sollte deutlich werden, dass solch ein ganzheitlicher Ansatz realisierbar und zielführend ist. Das Dorf Angolela liegt 140 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Addis Abeba im äthiopischen Hochland. Es besteht aus drei Ansiedlungen mit etwa 5600 Menschen. Das Projektvolumen beträgt über drei Jahre Laufzeit 150.000 Euro. Dieses Budget setzt sich zusammen aus 50.000 Euro von der Rotary Foundation (TRF), 30.000 Euro von RFPD und 70.000 Euro von circa 20 Clubs aus dem Distrikt 1870.

Projektbausteine

  • Sieben Zapfstellen sind jetzt für die menschliche Wasserversorgung in hygienisch einwandfreiem Zustand, sodass sich die Wasserbeschaffung von teilweise 45 Minuten auf circa zehn Minuten reduziert. Dadurch haben jetzt auch die ältesten Töchter der Familien die Möglichkeit, zur Schule zu gehen.
  • Zweimal wurden je sechs Wochen Aufklärungs- und Hygieneschulungen von Teilnehmerinnen aus einem anderen Projekt des Distrikts 1870 durchgeführt.
  • Lehrerwohnungen und ein Mädchen-Hygieneraum entstehen in Eigenarbeit der Dorfbewohner. Die alten Lehrerwohnungen waren einsturzgefährdet und nicht mehr bewohnbar. Die Fortbildung von Dorfbewohnern für den Bau von neuen Unterkünften wurde im Herbst 2012 begonnen. Zwei Trainingskurse laufen parallel: Bauen mit Lehmziegeln und Bauen mit gebrochenen Steinen. Lehmziegel wurden in dieser Gegend bisher nur selten verwendet, sind aber ein ideales Material, da Lehmböden für die Ziegel in ausreichender Menge verfügbar sind.
  • In der Grundschule des Dorfes wurden Klassenräume renoviert. Die Ausstattung der Schule wurde durch Lehrmaterial für den naturwissenschaftlichen Unterricht verbessert und die Lehrer wurden für die Nutzung der Unterrichtsmaterialien trainiert.
  • Ein Demonstrationsfeld wurde eingerichtet. Die Bewohner lernen dort moderne Ackerbaumethoden unter Ausnutzung natürlicher Bewässerung zur Verlängerung der Vegetationsperiode in der Trockenzeit kennen. Die Vermarktung der Knoblauchernte auf dem Markt der Provinzstadt Debre Birhan wird von den am Feld beteiligten Dorfbewohnern genossenschaftlich organisiert.

Hindernisse gemeistert

  • Die Elektrizitätsversorgung des Dorfes hat sich erheblich verzögert. Die Zusagen des äthiopischen Energieversorgers EEPCO wurden wiederholt nicht eingehalten. Im März ist mit der Strom­anbindung begonnen worden.
  • Die Gesundheitsversorgung wurde bei jedem Besuch bei der Bezirksverwaltung angesprochen. Im November 2012 hatte man uns eventuell eine Krankenschwester zugestanden. Im Februar 2013 wurden wir mit einer schriftlichen Bestätigung der Bezirksregierung überrascht, dass wir nun die Genehmigung für eine Klinik Typ B haben. Der Einzugsbereich dafür sind circa 15.000 Menschen, das heißt, weit über die Grenzen des Dorfes Angolela hinaus.

Fazit und Ausblick

Wir haben in Deutschland ein recht kleines Projektteam mit je nach Aufgabenstellung zwei bis sieben Mitgliedern. Projektpartner in Äthiopien ist der RC Addis Ababa Bole, den wir bereits vorher aus anderen Projekten kannten. Die Zusammenarbeit hat sich sehr bewährt, da die Rotarier vor Ort gut vernetzt sind.

Mitglieder des Projektteams sind seit Anfang 2010 regelmäßig zweimal im Jahr nach Äthiopien geflogen. Die persönlichen Gespräche mit den Dorfbewohnern waren wichtig, um zu signalisieren, dass die Wünsche und Bedürfnisse der betroffenen Personen im Zentrum stehen und nicht unsere westlich-industriellen Vorstellungen darüber, was aus Afrika werden soll. Außerdem wurde mit einem vor Ort tätigen Ingenieur eine Vereinbarung über die Projektkoordinierung und das Berichtswesen abgeschlossen. Monatlich werden uns Berichte über den Stand der Teilprojekte übermittelt, die bei Bedarf eine schnelle Intervention ermöglichen.

Anfang Februar war eine 36-köpfige Reisegruppe aus dem Distrikt 1870 in Äthiopien, hat das Projekt besichtigt und mit dem Dorf eine Party gefeiert. Wir haben uns besonders darüber gefreut, dass die beiden obersten Vertreter der Bezirksregierung persönlich nach Angolela gekommen sind, um uns den offiziellen Dank der Regierung zu übermitteln. Die Party mit dem Dorf war beeindruckend. So kann man wohl nur mit begeisterten Menschen in Afrika feiern. Das Projekt endet zum 30. Juni. Nach Abschluss der Stromanbindung und der inzwischen erteilten Genehmigung zur Errichtung einer Klinik wird ein Folgeprojekt für weitere drei Jahre vorbereitet.

Erschienen in Rotary Magazin 5/2013

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